Panzerchrist - Regiment Ragnarok

Review

Es ist durchaus eine Frage der Qualität, die man an das neue Album von PANZERCHRIST stellen darf, denn die Band hat nicht unerhebliche Besetzungswechsel hinter sich. Mal abgesehen davon, dass Nähmaschinenfuß Reno Killerich nicht mehr hinter der Abschussrampe sitzt, an der er sein ICE-Trommelfeuer beigesteuert hat, haben auch Sänger Bo Summer (auch bei ILLDISPOSED), Teilzeit-Keyboarderin Karina Bundgaard und Saitenflitzer Frederik O’Carrol die Kriegsmaschine verlassen. Lediglich Bassist und PANZERCHRIST-Urgestein Michael Enevoldsen sowie Gitarrist Rasmus Henriksen halten die Stellung an der Front. Somit haben die Dänen gleich drei wichtige Elemente verloren: Die Stimme, einen Teil der Riff- und Melodieschmiede und natürlich ihr Schlagwerk-Aushängeschild. Was also kommt nun, im Jahre 0 nach der Umbesetzung? Rollt der Panzer noch?

Die kurze und knappe Antwort lautet: Ja, er rollt noch, aber etwas anders. Schnell fällt bei den ersten Tönen von „Regiment Ragnarok“ auf, dass die künstlich verzerrte Stimme Bo Summers fehlt. Als neuer Mikrospucker wurde Magnus Jørgensen (ADVERSARY) eingesetzt, der zwar ein schön derbes Organ hat, sich jedoch nicht sonderlich aus der Masse abhebt. Gerade der verzerrte Gesang war es meiner bescheidenen Meinung nach doch, der die letzten drei PANZERCHRIST-Alben herausstechen lassen hat. Auch das Riffing ist ein wenig anders gewichtet als noch auf dem formidablen Vorgänger „Battalion Beast“. An den sechs Saiten agiert nun Rasmus Henriksen zusammen mit Lasse Bak, der vor Urzeiten auch mal bei ILLDISPOSED gelärmt hat. Die Songs sind heftig, schrauben sich ins Hirn und die Saiten sägen dir das Fleisch von den Knochen. So soll es sein.

Für Drum-Karnickel Reno Killerich kam Mads Lauridsen von KONKHRA und hier dürfte wohl der erstaunlichste und bemerkenswerteste Wechsel vollzogen worden sein, denn wer nun denkt, dass das Drumming auf „Regiment Ragnarok“ halbgar, langsamer oder weniger Power besitzt, dem sei hiermit eine komplette Ladung Haubitzenfutter vor die Füße geballert. Die Schlagzeugarbeit ist keinen Deut schlechter, schwächer oder weicher als die von Killerich und in Sachen Geschwindigkeit wird hier sogar noch eine Pershing nachgelegt. Neben dem bekannten Blasting und Doublebass-Gerammel gibt es nun auch Gravity-Salven zu hören, was die Intensität der Musik noch einmal erhöht. Somit erzielen PANZERCHRIST auf „Regiment Ragnarok“ die für ihre derzeitigen Verhältnisse bestmöglichen Zerstörungsergebnisse. Sehr fein, Hut ab, weitermachen!

Der Sound ist super geworden und unterstützt die Durchschlagskraft der Songs einwandfrei. PANZERCHRIST haben trotz des fast komplett veränderten Line-Ups ein starkes Album abgeliefert und den kleinen Wermutstropfen in Sachen Gesang werden wir alle sicherlich überleben. Ein bisschen Schade finde ich noch, dass sie ihre textliche Tradition nicht beibehalten und jeden Song des Albums mit demselben Satz beendet haben (auf „Room Service“ war es die Zeile „Death, forever Panzer“ und auf „Battalion ´Beast“ war es „Christ, thy name is Panzer“, die jeden Song abgeschlossen haben). Das war ein bewährtes Markenzeichen und etwas, woran sich alte Fans der Band hätten festhalten können. Aber nun ja, man kann ja leider nicht alles haben. Dennoch, „Regiment Ragnarok“ klingt wie die brutale Vertonung eines Blitzkrieges. Hoffen wir nur, dass PANZERCHRIST ihr Level zukünftig halten können und sich nicht an einen nicht zu gewinnenen Feldzug heranwagen…

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29.03.2011

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