Phorkyas - Endzeit

Review

PHORKYAS ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie und gilt als Sinnbild der Hässlichkeit. Und leider ist es wirklich relativ hässlich, was einem in Form des Openers „Death Metal Machinery“ entgegen schallt. So leid es mir tut, aber das erste, was einem auffällt (abgesehen vom schamlos geklauten SEPULTURA-„Arise“-Intro), wenn eine CD beginnt, ist die Produktion. Auf diesem Gebiet haben sich die fünf Ostdeutschen absolut keinen Gefallen getan. Höhenlastig wie die Sau, drucklos, und ein Drumcomputer, wie er unnatürlicher nicht sein könnte…
Moment… bei näherem Betrachten erschlägt es einen regelrecht! PHORKYAS haben tatsächlich einen leibhaftigen Drummer, der NICHT Angelo Sasso heißt. Einerseits muss man den Jungs so fast schon Respekt dafür zollen, dass sie einen dermaßen krassen Plastik-Klinik-Schönheitschirurgie-Klang mit einer überhöhten Portion Botox hinbekommen haben. Andererseits nervt eine Snare, die sich anhört wie die Urversion des Magix Music Maker, oooooohne Ende. Sorry, Jungs!
Musikalisch lässt sich „Endzeit“ durchaus besser an. Zwar reißt die bereits seit 1996 bestehende Formation in punkto Originalität, Innovation oder bahnbrechendem Songwriting nicht mal Haselnußsträucher heraus, aber solide auf die Glocke brezeln sie trotzdem. Unkompliziert, eingängig, mal pfeilschnell und mal groovig vermischen sie gängige schwedische Zutaten mit ein paar Thrash-Riffs. Manchmal erinnert alles ein wenig an eine Band, die die letzten drei Alben von KATAKLYSM sehr genau studiert, am meisten Gefallen an den Stücken ohne Blastbeat gefunden hat und jetzt den kanadischen Vorbildern nacheifern möchte. Im Falle „Herz aus Stahl“ gelingt ihnen dies sogar recht gut.
Jener Track deckt allerdings noch eine weitere Schwäche von PHORKYAS auf: Ihre Texte pendeln zwischen deutscher und englischer Sprache hin und her, was einen gewissen Mangel an Geschlossenheit hervorruft. Nicht zu vergessen, dass Lyrics in unserer Muttersprache zuweilen recht schwülstig und aufgesetzt wirken können, besonders wenn sie einen (sozial-)kritischen Touch haben. So wird z.B. „Folgt mir blind“ von einem zusammengemischten Goebbels/Bush-Sample eingeleitet. Plakativität ist und bleibt Geschmackssache (passt in diesem Falle aber recht gut zum Grundtenor des Songs).
Anyway, PHORKYAS haben mit „Endzeit“ bestimmt keinen Meilenstein des Undergrounds abgeliefert und empfehlen sich auch nicht für einen Plattenvertrag. Sollten sie aber beim nächsten Anlauf wenigstens eine bessere Produktion auffahren, würde dies ihre Stücke immens aufwerten. Dann sehen wir weiter…
Bestellen kann man „Endzeit“ übrigens für 10 Euro bei oben genannter Mailadresse.

17.01.2006

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