Revoke - Blut Der Hoffnung

Review

Komisch, daß nun ausgerechnet ich diese CD besprechen soll, der ich mich ja eigentlich zügeln muß, um aus meinen persönlichen Vorlieben/Abneigungen heraus, nicht sämtlichen Death-Metal-Freunden auf die Füße zu treten. Ich komm halt einfach nicht dahinter, daß – und warum – es solche Unmengen an (jungen) Bands geben muß, die dann zu 90% doch vollkommen gleichförmig klingen, eben ohne jegliche Überraschung(en), scheinbar ohne Inspiration und Aussage. Emotionen – bzw. die hier in „Nightmare“ so plakativ wiederhole Zeile „hate, despair, anger, fear“ – läßt die eingeschränkte Spielweise verbunden mit dem einheitlichen Gegrunze/Gegröle für mich an sich auch vermissen (ich denk da eher an alte Black-Metal-Zeiten). Na ja, zum Glück fällt die Musik von Revoke nicht ganz so stereotyp wie sonst aus: die Produktion ist alles andere als matschig, eigentlich recht gut, im Rhythmischen gibt es ausreichend Abwechslung, und die Riffs haben durchaus Melodie. Stellenweise – bei den schleppenden Teilen von „Blut der Hoffnung“ oder „Schwermut“ – muß ich sogar ein wenig an von Tiamat denken, auch wenn dessen mystische Stimmung hier sicher nicht erreicht wird. In diesen beiden Stücken ist auch der Ansatz zu erkennen, daß die vier Jungs das übliche „Gekotze“ endlich beiseite lassen wollen und so wird dann passagenweise auch mal gesprochen oder „gesungen“, was in der konkreten Umsetzung jedoch allzu bemüht klingt; hat aber auch mit den jeweiligen Texten zu tun, die, ums vorsichtig zu sagen, nicht grad lyrische, sprachliche Meisterleistungen sind. Besonders bei diesen in deutscher Sprache Gehaltenen, ist störend, daß sie nach diesem „Reim Dich oder ich fress‘ Dich“-Schema konstruiert zu sein scheinen („Schwermut – zermalmt das Herz/ Schwermut – aus Wut wird Haß/ Schwermut – betört den Schmerz/ Schwermut – es wächst das Gras“), während die Inhalte seltsamer Weise etwas wie Lacrimosa nicht ganz fern sind. Den letzten Song, „On Stage“, fand ich noch ganz nett, jedenfalls ist er der Untypischste der Demo-EP und wird mit seinem treibendem Beat, sowie dem technisch außergewöhnlich guten Gitarrenspiel live bestimmt für „Party“ sorgen… Aber wie gesagt, die Promo hat sich in mein Postfach gleichsam verirrt.

16.09.2000

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