Ritual (USA und NJ) - The Ancient Tome

Review

Bands mit dem Namen RITUAL gibt es wie Sand am Meer, eines dieser vielen „Körnchen“ stammt aus Livingston, New Jersey und wurde bereits in den frühen 80er Jahren ins Leben gerufen. Initiator und offenbar auch alleiniger Chef vom Dienst war und ist Sänger Billy Farley, der jedoch seit der Frühzeit immer wieder mit Line-Up-Umbesetzungen zu kämpfen hatte.

Dadurch war es auch nicht unbedingt einfach die zahlreichen Songs, die sich im Laufe der Zeit angesammelt hatten, komplikationslos aufzunehmen. Auszüge aus dem einzigen Demo brachten für die Formation schon im Jahr 1985 Radio-Ehren, doch erst im Jahr 1987 konnten RITUAL mit „L.T.M.P.(Let The Metal Play)“ mit einem Longplayer debütieren.

Zu viel mehr als einem guten Ruf in der näheren Umgebung brachten es RITUAL aber trotz der daraufhin anberaumten Gigs nicht, was nicht zuletzt daran lag, dass man den geplanten Nachfolger auf Grund erneuter Line-Up-Probleme nicht aufnehmen konnte und man sich als Fan mit den in Kleinstauflagen gepressten EPs „Evil In Your Heart“ und „Dark Star“ begnügen musste. Kein Wunder also, dass hier von einem Durchbruch auf breiter Ebene keine Rede sein konnte.

Da es sich bei Meister Farley aber um einen umtriebigen und offenbar von Musik besessenen Kerl handelt, hielt der gute Mann die Flamme über all die Jahre am Köcheln und schafft nun in Form von „The Ancient Tome“ Abhilfe für alle Interessenten an der Band. Besagte Scheibe enthält offensichtlich das gesamte Portfolio dieser Amis, wobei die erwähnte Debütscheibe den Einstieg ins Geschehen liefert.

Dass man auf diesem nichts anderes, als den für jene Phase typischen US-amerikanischen Metal zu hören bekommt, sollte sich auf Grund der Geschichte von RITUAL von selbst erklären. Interessant ist es jedoch festzustellen, dass Billy’s Stimme in den höheren Passagen sehr deutlich nach dem jungen Vince Neil klingt, selbst wenn man MÖTLEY CRÜE als Vergleich nur bedingt anbringen kann. RITUAL konnten deren frühe Rotzigkeit nämlich nicht wirklich erreichen, sondern klangen wesentlich geschliffener und radioorientierter.

Das erklärt wohl auch die Tatsache, dass auf „L.T.M.P.“ gleich zwei Balladen verewigt wurden, die fünf amtlich rockenden, allerdings auch relativ unspektakulären, heftigeren Tracks gegenüberstehen. Generell haben RITUAL ihre Sache zwar schon auf ihrem Debüt ganz gut gemacht, meiner bescheidenen Meinung nach lässt sich aber feststellen, dass die Band – trotz der erwähnten internen Unstimmigkeiten – im Laufe der Zeit amtlich nachgelegt hat und vor allem die das Album abschließenden Songs durchaus Perlen des Undergrounds darstellen und so als Highlights von „The Ancient Tome“ zu bezeichnen sind.

Gut zu wissen, dass uns Billy in trauter Eintracht mit Heaven & Hell Records nun endlich am Werk und Wirken von RIUTAL teil haben lässt, denn es wäre wirklich schade gewesen, wenn man uns melodiöse Heavy Metal-Perlen wie „Dark Star“, „Sweet Lady“, oder das entfernt an frühe RATT erinnernde „Overload“ auf ewige Zeiten vorenthalten hätte.

Billy’s Ambitionen scheinen auch anno 2010 ungetrübt und so sei jedem Interessenten ein kurzer Zwischenstopp auf der Myspace-Präsenz (Link) der Truppe empfohlen, wo man uns brandaktuelle Kompositionen anzubieten hat.

06.09.2010

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