Rotten Dregs - Rot 'n' Roll

Review

Das Intro von “Rot ‘n’ Roll”, “The Beginning Of The End”, passt irgendwie so gar nicht ins Konzept. So ruhig, so nachdenklich, so erschütternd. Wobei das Wort erschütternd schon zu der Mucke passt, die von ROTTEN DREGS gezockt wird. Denn nach diesem untypischen Opener packt die Band die Keule aus und haut dem Hörer mit „Friendly Fire“ eine Hardcore-Granate um die Ohren. Das muss man erst mal verarbeiten. So ungestüm, so brachial, so wütend eben. Der Hardcore wurde in den letzten Jahren von der Szene ja unglaublich vernachlässigt, auch wenn eine Band wie PRO PAIN endlich mal einen Charterfolg verbuchen konnte.

ROTTEN DREGS sind stilistisch eigentlich einem erweitertem Hardcore zuzuordnen. Die Einflüsse von PRO PAIN, CHIMAIRA, meinetwegen auch BIOHAZARD und BORN FROM PAIN sind stark zu hören, allerdings mischen die Jungs gekonnt noch etwas Thrash und ihre ganz eigene Vorstellung von Rock ’n‘ Roll mit in die Stücke und den Sound hinein.

Und wo wir schon beim Sound sind, dieser ist einer der Schwachstellen des Albums. Zumindest hinsichtlich ein paar Faktoren. Denn während die Gitarren und der Bass ordentlich aus den Boxen krachen, kommen Gesang und Schlagzeug nicht so überzeugend rüber. Nun kann man natürlich meinen, dass die Stimme von Sänger Hoardl extra so gemischt wurde, das Schlagzeug klingt jedoch ein wenig zu pappig. Das sollte bei der nächsten Veröffentlichung etwas stärker in den Fokus geschoben werden.

Ansonsten ist „Rot ‚n’ Roll“ ne amtliche Platte, keine Frage. Die 15 Songs inklusive Opener werden Hardcore-Fans sicherlich gefallen. Vor allem „Friendly Fire“, „Cocksucker“, „Chainsaw Murderer“ und „I Love Rot ’n‘ Roll“ können ordentlich punkten. Dann gibt es aber auch Songs, die nicht wirklich zu den guten Stücken der Scheibe gehören. So etwa „Insane“, welches auf Dauer schon nerven kann, oder „Peaceful Day“, bei dem der weibliche Gesang nicht hätte sein müssen. Zumindest nicht bei dieser Mucke.

ROTTEN DREGS haben noch etwas Entwicklungszeit nötig. Der Anfang ist gemacht, die Platte ist solide aber eben kein richtiger Reißer. Der Sound ist ebenfalls noch deutlich ausbaufähig, mindert er hier doch etwas das Hörvergnügen. Die Instrumentalisten haben es jedoch drauf und der Gesang ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Und da das Teil auch noch nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut wurde (sprich nur mit Holz, Metall, Luft, Strom und Fellen), sowie ohne Zusatz von künstlichen Zusatzstoffen wie Keyboards, Samples, Kommerz und Starallüren ausgestattet ist, kann man auf gar keinen Fall von einem minderwertigen Produkt sprechen. Freue mich jedenfalls auf den Nachfolger.

31.01.2009

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