Scound - At The Point Of Death

Review

Nein, so ganz weiß ich nicht mehr, was in der letzten halben Stunde passiert ist – ich muss weggedämmert sein. Minutenschlaf oder Powernapping, eigentlich wollte ich mich gar nicht hinlegen. Ich erinnere mich daran, dass ich es mir auf dem Sofa gemütlicht gemacht und die EP „At The Point Of Death“ der tschechischen Metalcoreband SCOUND in den Player geschoben habe. Da erklingt irgendein fernes Schlachtengeschrei, und als nächstes höre ich gezupfte Gitarren, unterlegt mit dezenten Keyboards und Geigenklängen. Gar nicht mal schlecht. Der CD-Spieler zeigt mir aber unmissverständlich an, dass dies bereits das Outro und damit der letzte Track ist.

Was ist aber in der Zwischenzeit geschehen, abgesehen davon, dass ich eingeschlafen bin? Ein zweiter Durchgang sollte Gewissheit bringen. Und dieser zweite Durchgang offenbart wundersames: Denn wie bereits oben erwähnt, spielen SCOUND ohne wenn und aber Metalcore, mit Stakkatoriffs, Doublebass-Drums, Doubleleads und heiser gekeuchten Vocals. Wie also bei solch einem Lärm- und Hysteriepegel Ruhe finden? Vielleicht ist es einfacher, den Spieß umzudrehen und dies mit dem Fehlen von Faktoren zu erklären: Dem Fehlen von spannenden Passagen, ungehörten Leads und interessanten Ideen. Denn obwohl die Tschechen wissen, wie man die Musikinstrumente bedient und Songs arrangiert, gibt es auf „At The Point Of Death“ keine Passage, die den Kauf der EP rechtfertigen würde: Kein Riff, das es so nicht schon hundertfach gegeben hätte, keine Melodie, die nicht bis zum Ableben durchexerziert wurde, dafür aber große Langeweile.

Abgesehen vom obengenannten Outro, für das ich bei der überschaubaren Spielzeit der EP einen Extrapunkt zücke. Fast möchte ich noch einen weiteren Extrapunkt vergeben, weil Sänger Micl seiner Linie treu bleibt und Klargesang außen vor lässt. Nach kurzer Bedenkzeit entscheide ich mich aber um, denn „At The Point Of Death“ ist einfach überflüssig, weil ideenarm beziehungsweise vielfach und besser gehört. Wenn ich aber in Ruhe schlafen will, brauche ich keine CD einzulegen – nicht mal diese.

27.04.2010

- Dreaming in Red -

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