Silent Overdrive - Wake Up Call

Review

Und weiter geht’s mit dem vielzitierten Thrash-Revival. Obwohl man es sich in diesem Falle nicht ganz so leicht machen kann: SILENT OVERDRIVE aus der im Metal-Bereich schon immer recht aktiven Region Heidelberg gibt es erstens schon seit sieben Jahren, außerdem ist der Stil der Band zu großen Teilen von kernigen Hardcore-Einflüssen durchsetzt.

„Wake Up Call“ klingt somit insgesamt eher modern als oldschool, vor allem die Gitarrenriffs schaffen dabei den angestrebten Spagat mühelos, sind gleichzeitig melodisch und heavy und sorgen auf dem Sieben-Tracker für einen anständigen Drive. Auch bei den Vocals ist man um Abwechslung bemüht: Mal wird wütend vor sich hin gegrowlt, hin und wieder kommt die melodische Variante zum Vorschein. Diese äußert sich jedoch nicht in hochmelodiösen Emo-Refrains, sondern orientieren sich stilecht eher an den klassischen Thrash-Helden – das ist der old-school-lastige Teil der Musik. Bei „Need To Be“ gibt es dann auch einen effizienten Breakdown, von einer Soundverwässerug durch übertriebene Anwendung dieses Stilmittels hat man aber glücklicherwiese Abstand genommen. Vergleiche lassen sich grob mit HATEBREED, PRO-PAIN, SWORN ENEMY und Konsorten ziehen, ansonsten dürften sich aber auch Fans von ENTOMBED, VADER und anderen „offeneren“ Death Metal-Bands mit dem Sound anfreunden.

Auf der anderen Seite der Medaille fehlen aber immer noch die wirklich großen Gassenhauer, die man einfach braucht, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein paar herausragende Hits, der ein oder andere goldene Moment. Eine hervorragende Produktion und der gute Wille sind ein Anfang, so allmählich sollten sich aber auch bei SILENT OVERDRIVE mal Kompositionen finden lassen, an die man sich nach dem Hören noch erinnert.

Zum genussvollen Antesten reicht die Qualität aber auf jeden Fall aus.

30.06.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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