Spellbook - Magick & Mischief

Review

Soundcheck September 2020# 20

Hä? Schon wieder ’ne neue 70’er Rock Band die BLACK SABBATH huldigt, während wo anders welche wegsterben? Keine Panik, Kinners, WITCH HAZEL haben sich lediglich in SPELLBOOK umbenannt und sind nach drei Alben und dreizehn Jahren Bandgeschichte nun mit „Magick & Mischief“ als Debüt bei einem Neuanfang angelangt, der aber eigentlich gar nicht so neu ist. Cruz del Sur hat als Label gleich zugeschnappt.

WITCH HAZEL sind tot, lang lebe SPELLBOOK!

„Wands to the Sky“ ist weniger Harry-Potter-Vertonung denn Proto-Metal bzw. mehr Classic-Rock mit einer Prise NWOBHM-Leads, „Black Shadow “ bedient sich dann gleich bei den genannten Urvätern und auch Sänger Nate Tyrson ist stimmlich gar nicht so weit von einem jungen Ozzy weg. Die Amerikaner bringen dann aber gleich auch noch mit einer Mundharmonika ein wenig Country-Flair hinein. „Ominous Skies“ folgt der Spur ein wenig, ehe es mit „Not Long For This World“ in die Verlängerung vor der Halbzeit geht. Der Song nimmt sich Zeit und baut sich leise auf, darf ein wenig gefühlvoller werden und hat ein Main-Riff, das schon beinahe in Stonerrock-Gefilde geht. Eine klasse Überraschung zur Mitte des Albums.

Auch „Motorcade“ und „Amulet / Fare Thee Well“ gefallen sich im längeren Ausspielen der Spannungskurve im Gegensatz zur ersten Albumhälfte, ersteres mit flottem Bass- und Schlagzeugeinstieg (plus Cowbell!) und tanzbaren Riffs, zweiterer mehr mit dunkler Theatralik und leider leicht penetrant-nervigem „Oh-ho-ho“-Sing-Sang. Feine Solos und ein schickes Outro machen das aber wieder wett.

„Magick & Mischief“ – indeed

Den dicksten Batzen haben SPELLBOOK sich mit „Dead Detectives“ für den Schluss aufgehoben. Über elf Minuten wird hier noch einmal alles aus der bandinternen Wundertüte aufgefahren. Von dem jazzigen, verregneten Intro, das gleich einen Nerv trifft und auch mit den Spoken-Word-Passagen und Samples zwischendrin schon fast Hörspiel-Atmosphäre besitzt, geht es dann in etwas höhere Geschwindigkeiten. „Harry, fahr den Wagen vor!“. Auch wenn das paradox klingt: Proto-Metal-Sabbath-Prog? Sollte es so etwas geben, SPELLBOOK formulieren es auf „Dead Detectives“ famos aus und geben Ausblick auf zukünftige Schandtaten.

Es klappt trotzdem nicht so ganz, das Spaßlevel der Detektive auf dem Rest des Albums am Leben zu halten. Ja, Spaß ist das Stichwort, denn diesen macht das Ding und „Mischief“ hat es auch in den Backen. Allein die „Magic“ fehlt noch ein wenig zur höheren Benotung. Nicht falsch verstehen, die Platte macht Spaß und wenig verkehrt, aber gerade die zweite Hälfte übertreibt es mit den Spielzeiten dann doch ein wenig und hat schlicht zu wenig Hits im Gepäck. Nur Nostalgiegefühle wecken reicht zur Pflicht eines Albums vielleicht, aber nicht zur Kür. SPELLBOOK sind für alle WITCH HAZEL und Fans der Retro-Rock-Revival-Welle uneingeschränkt zu empfehlen, aber eben halt „nur“ ein weiterer gutklassiger Vertreter in einem wahren Pool an Bands.

14.09.2020

- What is Gods favorite chord? - Gsus

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