St Hood - Sanctified

Review

ST. HOOD? Auweia! Beim Anblick des Bandnamens kann die erste Reaktion eigentlich nur „Rette sich, wer kann!“ lauten. Vor meinem geistigen Auge spielten sich umgehend Szenen mit brennenden Mülltonnen und Autos, durch die Luft schwirrenden Schüssen und lauten Polizeisirenen ab. Und was soll ich sagen: Im Booklet setzt sie Combo das alles konsequent und äußerst gnadenlos um. So gnadenlos, dass gleich ein ganzes Stadtviertel brennt (ST. HOOD, you know!). Auslöser des ganzen Durcheinanders dürfte der auf dem Cover abgebildete (fast schon wieder coole) Todesengel mit Schwert in den verwesenden Pfoten sein, der nun nach getaner Arbeit grimmig guckend auf neue Opfer wartet. Nee, nee, ganz ehrlich, das Interesse an „Sanctified“ wird dadurch nicht gerade in Regionen katapultiert, wo die Luft dünn wird.
Dass man sich nicht von solchen unwichtigen Äußerlichkeiten täuschen lassen sollte, beweist einmal mehr der Inhalt. Denn so klischeehaft wie es die Verpackung suggeriert, ist die ganze Angelegenheit nicht. Zwar fahren die Jungs textlich die Straßenkampf/Tough-Guy-Schiene, poltern aber trotzdem nicht allzu prollig durch die Gegend und kommen deswegen um einiges sympathischer rüber als vergleichbare Truppen. Vielleicht hat man in Finnland die Hoffnung noch nicht völlig aufgegeben.
Musikalisch ballern die Burschen irgendwo zwischen BIOHAZARD und HATEBREED, mischen ihrem Hardcore also jede Menge Metal bei, sind aber keine Metalcore-Band (zumindest nicht nach aktueller Definition). Überwiegend setzen sie auf massive Grooves, können bei Bedarf allerdings auch in Old-School-Manier nach vorne preschen. Beste Beispiele dafür sind die zwischen Neunziger-Thrash und Big-Apple-Core pendelnden ‚Sainthood‘ (geil!) und ‚Solid Hate‘, die fein ins Mett hauen. Nicht weniger gut sind die von kompetenten Metal-Soli aufgewerteten ‚My Turn‘ (Hit!), ‚Stonesoul‘ und ‚Cursed Prayer‘, die auch musikalisch mehr „Matte“ als „Kurzhaar“ sind und nur aufgrund der heiseren Pitbull-Vocals klar dem Hardcore-Sektor zugeordnet werden können.
Unterm Strich machen diese Faktoren „Sanctified“ zu ’nem unterhaltsamen Debüt, das zwar nichts Neues bietet, aber frisch klingt und von der Zielgruppe angetestet werden sollte. Lasst euch von den gelungenen ‚Blessed With Trust‘ und dem abwechslungsreichen ‚Some Regrets‘ überzeugen.

20.04.2006

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