Suicidal Tendencies - Still Cyco Punk After All These Years

Review

Soundcheck September 2018# 12 Galerie mit 24 Bildern: Suicidal Tendencies – Summer Breeze Open Air 2018

Grafik Soundcheck Platz 12

In den über 35 Jahren ihres Bestehens (unterbrochen von einer zweijährigen Pause bis zum Rücktritt vom Rücktritt, 1995-1997) sind SUICIDAL TENDENCIES aus dem kalifornischen Venice Beach ihren Weg mit beeindruckender Konsequenz und Konsistenz gegangen. Da kann man sich für das neue Album durchaus mal einen derart sperrigen wie nostalgisch-verklärenden Titel erlauben.  Aber funktioniert der „gang banger style from Venice Beach, California“ (ICE-T) auch 2018 noch über die Verwaltung des eigenen Erbes hinaus?

SUICIDAL TENDENCIES betreiben Old-School-Punk-Recycling

„Verwaltung“ ist hier das Stichwort, denn bei „Still Cyco Punk After All These Years“ handelt es sich de facto nur um eine Neuaufnahme und Wiederveröffentlichung des über 20 Jahre alten Solo-Werkes von SUICIDAL-Sänger Mike Muir „Lost My Brain! (Once Again)“. Das hört man den elf Tracks auch an, die insgesamt einen klaren Schwerpunkt auf die melodischeren Skate-Punk-Einflüsse von SUICIDAL TENDENCIES legen. Mit allen zugehörigen wie verschrobenen Gimmicks selbstverständlich: (Kinder!-)Chöre, Gangshouts und Frage-Antwort-Hooks an jeder Ecke sowie Mike Muirs leicht schiefe Gesangslinien tragen das „neue“ Album. Die bahnbrechenden Crossover-Momente der vergangenen Dekaden geraten dabei durchaus etwas ins Hintertreffen. Das ist laut Muir auch so gewollt, macht das Album aber keineswegs interessanter.

Textlich werden Untergrund und Andersartigkeit zelebriert ebenso wie die gute alte Geisteskrankheit. „All Kinda Crazy“, „Sippin‘ From The Insanitea“, „Lost My Brain … Once Again” – ‘nuff said. Ganz punktypisch bilden derartig eingängige Oneliner in aller Regel auch die Refrains. Das führt dazu, dass man die meisten davon zwar nach zwei Durchgängen mitsingen kann, man die Melodieführung aber andererseits auch kilometerweit kommen sieht. 90s-Punk halt.

Nur empfehlenswert für Nostalgiker und Die-Hards

Der sonnige Skate- und Surf-Punk war immer eine Facette von SUICIDAL TENDENCIES, die die Band im Zusammenspiel mit Elementen aus Thrash, Hardcore und Crossover so interessant gemacht hat. „Still Cyco Punk After All These Years“ vernachlässigt leider vieles davon und konzentriert sich zu stark auf die gar nicht mal überragend exerzierte Punk-Seite des Ganzen. In manchen Bassläufen und Gitarrensoli („Nothin‘ To Lose“), und natürlich neuerdings in Dave Lobardos energetischem Schlagzeugspiel, bricht das gezügelte Potential von SUICIDAL TENDENCIES noch hervor, das Intro von „Gonna Be Alright“ lässt noch einmal kurz den Metal aufblitzen. Ansonsten fließt viel Gebotenes aber relativ wenig beeindruckend vorbei.

SUICIDAL TENDENCIES bleiben auf „Still Cyco Punk After All The Years“ unter ihren Möglichkeiten. Herzensprojekt hin oder her – ST können mehr, als alte Solo-Alben neu auflegen.

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07.09.2018

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