Ted Nugent - Sweden Rocks

Review

Ted Nugent, der Detroiter Vorzeige-Redneck und Waffenliebhaber, ist aufgrund seiner omnipräsenten ultra-patriotischen politischen Meinung nicht unumstritten. Mag man jedoch politisch zu dem überzeugten Republikaner stehen, wie man will, so kann kein Zweifel bestehen, dass er stets eine mitreißende und höchst unterhaltsame Live-Show auf die Bühne bringt. Obwohl Nugent im Dezember seinen 60. Geburtstag feiern kann, macht sich noch lange keine Altersmüdigkeit breit.
Die „Sweden Rocks“-DVD versucht nun, den Auftritt auf dem „Sweden Rock Festival“ im Jahre 2006 für das Nacherleben auf dem heimischen Fernsehbildschirm aufzubereiten. Dies gelingt bei guter Ton- und Soundqualität auch recht gut. Im strahlenden Sonnenschein spielt Ted Nugent mit seinen beiden Sidekicks Mick Brown (Drums) und Barry Sparks (Bass) vor einem überdimensionierten Stars&Stripes-Backdrop einen tighten Set.

Auch im fortgeschrittenen Alter hat Nugent eine Menge Charisma auf seiner Seite und denkt gar nicht an Rücktritt. Das nahezu vollständig ergraute Haar unterstreicht das ausdrucksstarke Posing dabei sogar noch. Was jedoch bei der anderthalbstündigen Show ein wenig nervt, sind die Ansagen, die zu großen Stücken aus Grüßen an seine Heimatstadt „Motor City Detroit“ und die „Swedish Brothers“ vor Ort bestehen – Joey De Maio lässt grüßen! Kein Wunder also, dass diese Plattitüden bei der x-ten Wiederholung ein wenig abgenutzt wirken…
Mit seinem Selbstbewusstsein hatte Ted Nugent noch nie ein Problem. Dennoch ist es vielleicht ein wenig vermessen, bei „Stranglehold“ das „number one guitar lick in the world“ anzukündigen. Dass er aber auch über sich selbst lachen kann, äußert sich im folgenden Kommentar: „Yeah, I love myself, I can hardly stand myself.“ So sorgt Nugent also doch für bestes Entertainment, wenn er die Plattitüden einmal außen vor lässt.

Am Hauptfeature gibt es also im Grunde nicht viel zu meckern. Auch dass der Gig zusätzlich als reine Audio-Fassung auf einer Bonus-CD vorliegt, ist vorbildlich. Anders sieht es da leider bei den übrigen Bonus-Features aus. Die drei zusätzlichen Live-Tracks, die 2007 beim „4 Bears Musicfest“ mitgeschnitten wurden, gehen in Ordnung. In den beiden 5-minütigen Interviews von den Aufnahmesessions zum letzten Album „Love Grenade“ vermisst man hingegen die Stimme des Meisters selbst. Statt dessen kommen nur Barry Sparks und Drummer Tommy Clufetos kurz zu Wort, wobei letzterer beim Hauptfeature gar nicht vertreten ist.
Dazu kommen zwei kurze Homevideos, die Nugent, Sparks und Clufetos beim Schießen mit Bogen und Maschinengewehr zeigen. Eigentlich hätte man hieraus eine spaßige Sache machen können, da aber der Zuschauer weder mit ein paar Informationen zum Thema noch mit wirklich spannenden Bildern bedacht wird, ist auch dieser Beitrag reichlich verzichtbar. Insgesamt ist man im Musik-DVD-Bereich gerade in Hinblick auf das Bonusmaterial mittlerweile andere Standards gewohnt.

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05.07.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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