Tharaphita - Iidsetel Sünkjatel Radadel

Review

Der 2007er Nachfolger von „Primeval – Force“ ist komplett in estnischer Sprache gehalten und merzt mit einem Schlag gleich mehrere Schwachpunkte seines Vorgängers aus und behält die guten Ansätze bei: der Sound ist noch ein bisschen druckvoller geworden, die Darbietung sicherer und organischer – vor allem aber scheinen sich die Herren einen neuen Sänger zugelegt zu haben, der deutlich aggressiver vorgeht und die Band damit ein gutes Stück in Richtung Black Metal schubst.
Das kommt der heidnisch-antichristlichen Konzeptausrichtung der Platte auch durchaus entgegen – THARAPHITA wirken angriffslustiger, stampfender, wilder, ungehobelter. Man stelle sich die 10000 Esten vor, von denen die Band singt, wie sie kampfesbereit ihre Schwerter in die Hören recken – und dann mit Fistelstimme, Metwampe und pinker Fellkleidung die heidnische Revolution starten wollen. Das passt nicht, und deshalb wird der dynamischere, kernigere Sound der Platte auch viel eher gerecht.

Größtenteils verabschiedet haben sich THARAPHITA auch von den allzu einfachen, harmonischen und gradlinigen Riffs, stattdessen gehen sie auch mal disharmonische, verquere Wege wie auf „Ristikatk“ (mit schönen Leadgitarrenideen), wagen sich an monoton-melodische, fast doomig-schöne, „Stormblast“-artige Riffs wie auf „Surmatalv“ und sehr schwere, rockige Parts wie in „Loodusviha“. Insgesamt ist „Iidsetel Sünkjatel Radadel“ nicht nur kompakter und knackiger als „Primeval – Force“, sondern wirkt auch natürlicher und weniger geformt.
Sicher revolutionieren THARAPHITA damit kein Genre, dafür halten sie einen erstaunlichen Standard, der etablierten westlichen Paganbands in nichts nachsteht. Zwar fehlen nachwievor Hits, Ohrwürmer, Killerriffs, das Zwingende, das eine Platte groß macht. Aber nun ja, wer hat das schon, und vielleicht kommt das ja noch… wenn Ihr nur Geld für ein Album der Band habt, nehmt dieses – besonders, wenn Ihr Geschmack beweisen wollt.

16.08.2007

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