The Exploding Eyes Orchestra - II

Review

Statt vor zwei Jahren erscheint das schlicht „II“ betitelte zweite Album von THE EXPLODING EYES ORCHESTRA erst jetzt. Vielleicht ist das dem Umstand geschuldet, dass die personelle Überschneidung mit JESS AND THE ANCIENT ONES mittlerweile auf einhundert Prozent angewachsen ist und die stilistischen Unterschiede zwischen „I“ und dem letzten JATAO-Album „The Horse And Other Weird Tales“ nurmehr marginal waren. Um also ein weiteres Album von THE EXPLODING EYES ORCHESTRA zu rechtfertigen, sollte es schon ein paar Änderungen zum bisherigen Sound geben – und es gibt sie.

Auf „II“ gibt es ein paar Änderungen zum bisherigen Sound

„II“ enthält also Songs, die (zum jetzigen Zeitpunkt) stilistisch nicht auf ein JATAO-Album passen. Das beginnt beim Opener „Those Of Us Left“, das mit seinem repetitiven Bass- und Gitarrenthema, dem melancholischen Gesang und den dezenten Saxophon-Einsätzen ziemlich stark an Achtziger-Darkwave erinnert. Die jubilierenden Orgeln auf „Belladonna“ sind ebenfalls ungewöhnlich, erst recht „Harmain“, der beste Song auf dem Album: Wärme gepaart mit Leere, russische Folklore gepaart mit finnischer Melancholie – das ist schon ganz großes Kopfkino, ein einsames Wandern am Strand in Zeitlupe und in schwarz-weiß. Ähnlich getragen sind „The Birch And The Sparrow“ und das abschließende „Love Eternal“, wohingegen „The Things You Do“ ein vergleichsweise hart vorgetragener Foxtrott ist.

Das Songmaterial ist also durchaus inkompatibel für die Hauptband und deshalb besser bei THE EXPLODING EYES ORCHESTRA aufgehoben. Auch die psychedelische Komponente schimmert hier – anders als auf „I“ – nur selten durch. Vielmehr bleiben die getragenen Momente, vor allem durch die beiden Lieder „Harmain“ und „The Birch And The Sparrow“, im Gedächtnis haften. Einziger Wermutstropfen: Nicht alle der sieben Stücke haben deren Klasse. Das ist zugegebenermaßen Meckern auf hohem Niveau, denn hinsichtlich Komposition, Arrangement und Umsetzung gibt es nicht viel vorzuwerfen. Nur zünden nicht alle Songs gleichermaßen.

„II“ markiert den Schlusspunkt für THE EXPLODING EYES ORCHESTRA

Wie es mit THE EXPLODING EYES ORCHESTRA nach „II“ nun weitergeht, ist definiert. „II“ markiert den Schlusspunkt, und die fünf Musiker widmen sich nun wieder vollumfänglich ihrer Hauptband JESS AND THE ANCIENT ONES. Spannend wird es demnach sein, wie es dort weitergeht.

25.10.2018

- Dreaming in Red -

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