The Word Alive - Monomania

Review

Galerie mit 19 Bildern: The Word Alive auf dem Summer Breeze Open Air 2016

THE WORD ALIVE haben eine recht ungewöhnliche Bandgeschichte hinter sich: 2008 als Nebenprojekt von ESCAPE THE FATE-Frontmann Craig Mabbitt gegründet, verselbstständigte sich der Rest der Band um die Gitarristen Zack Hansen und Tony Pizzuti sehr schnell, ersetzte ihren nichts ahnenden Sänger, während dieser gerade mit seiner eigentlichen Band auf Tour war und begann selbst damit, Shows im ganzen Land zu spielen. Eine kontroverse, dennoch richtige Entscheidung, schließlich steckte in THE WORD ALIVE von Beginn an genug Potential, um als eigenständiges Projekt nicht auf den Zeitplan ihres viel beschäftigten Ex-Frontmanns angewiesen zu sein. Inzwischen sind die Jungs aus der Metalcore-Szene nicht mehr wegzudenken. Damit das auch im neuen Jahrzehnt so bleibt, liefern Hansen, Pizzuti & Co. mit „Monomania“ auch direkt Nachschub.

THE WORD ALIVE – Mühseliger Start, großes Finale

Der als Opener fungierende Titeltrack „Monomania“ präsentiert sich im modern-melodischen Soundgewand, verzichtet dadurch jedoch anteilmäßig auf härtere Core-Einflüsse. THE WORD ALIVE waren zwar nie eine Band, die wegen ihrer ballernden Breakdowns oder einer übermäßig aggressiven Grundattitüde auffiel, ihr neustes Album wirkt aber dennoch einen Hauch zu harmlos. Glattgebügelte Songs wie „No Way Out“ oder „Another Year In The Shadows“ klingen beinahe radiotauglich und lassen – vor allem aufgrund der repetitiv-poppigen Produktion – nicht erahnen, dass die Jungs aus Arizona live eigentlich absolute Abrissgaranten sind. Sehnlichst vermisst man zunehmend ein einprägsames Riff, eine spektakuläre Drumpassage oder einen gelungenen Wechsel aus Melodie und Härte, die – wie im Genre inzwischen üblich – den handzahmen Sound wenigstens ein bisschen mit gut dosiertem Chaos aufpeppen.

Stattdessen bleiben THE WORD ALIVE der meist unspektakulären Linie des Albums treu, lullen den Hörer mit immer gleichen, vorhersehbaren Songstrukturen ein und verlassen sich dabei eine Nummer zu sehr auf die vermeintliche Eingängigkeit ihres geradlinigen Grundkonzepts („Numb Love (Misery II)“, „Comfort Chaos“). Wirkliche Kracher wie das vergleichsweise abwechslungsreiche „Thank You“ bleiben bis zur Mitte des Albums dadurch leider die Ausnahme. Für einen krassen Bruch sorgt „Burning Your World Down“, eine mitreißende Nummer, die endlich die Abwechslung aus elektronischen Elementen und Pop-Melodien so gut mit der genretypischen Härte verbindet, dass man fast den Eindruck gewinnen könnte, THE WORD ALIVE hätten den Hörer auf „Monomania“ bewusst behutsam an die zweite Hälfte der Platte herangeführt.

Tatsächlich gelingt es dem US-Metalcore-Quartett im weiteren Verlauf das Ruder noch einmal herumzureißen: Das sehr emotionale „K.F.“ – eine Hommage an den verstorbenen WE CAME AS ROMANS-Keyboarder und Sänger Kyle Pavone – schlägt vor allem dank der berührenden Lyrics voll ein. Auch „Death Is Only The End If You Assume The Story Is About You“ knüpft, nicht nur aufgrund der Länge des Songtitels, an den vertraut-souveränen THE WORD ALIVE-Sound an und punktet trotz des Kitschfaktors vor allem dank des gut durchdachten Konzepts und der hörbaren, Spiel- und Experimentierfreude, die hinter der Nummer stecken.

Machen die Straßen und ihr Genre unsicher: THE WORD ALIVE

„Monomania“ – Zu softer Anfang, zu wenige Highlights

Fans, denen der aktuelle Trend, welcher sich gerade im Metalcore abzeichnet, zusagt, dürften mit „Monomania“ durchaus mehr als zufrieden sein. THE WORD ALIVE setzen alles auf zeitgemäßen Sound, eingängige Einflüsse und die Balance aus eigenen und genretypische Ideen, vernachlässigen dabei jedoch ganz klar die musikalische Härte, von der man sich phasenweise wünscht, sie würde die geradlinigen Passagen einmal souverän durchbrechen. Obwohl das Album gegen Ende mit einigen überaus starken Momenten auftrumpft, bleibt der Gesamteindruck eher im guten Mittelfeld. Nichtsdestotrotz dürfte die Platte gerade jüngeren Hörern durchaus gefallen.

28.02.2020

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