Thorium - Empires In The Sun

Review

Zunächst einmal muss man festhalten, dass es sich bei den hier gegenständlichen THORIUM nicht um die dänischen Death Metaller handelt. Vielmehr ist „Empires In The Sun“ das zweite Album einer noch relativ frischen belgischen Band, die wiederum aus den Power-Metal-Veteranen OSTROGOTH hervorgegangen ist. Entsprechend könnte die Musik von THORIUM auch kaum weiter entfernt vom Sound der dänischen Namensvetter sein.

THORIUM pendeln zwischen Hamburg und London

Geboten wird auf „Empires In The Sun“ nämlich herrlich beschwingter Euro Power Metal, der schon beim trefflich betitelten Opener „Exquisite“ stark an die fröhlich flotten Kracher von HELLOWEEN und GAMMA RAY erinnert und dabei unverhohlen gute Laune verbreitet. Mit „Powder and Arms II“ gesellt sich außerdem eine recht deutliche MAIDEN-Schlagseite hinzu, die durch den Gesang des niederländischen Frontmannes David Marcelis noch bestärkt wird. In den mittleren Stimmlagen lässt dieser nämlich schon ein paar Ähnlickeiten zu Bruce Dickinson erkennen.

Entsprechend setzen sich THORIUM auch im weiteren Verlauf des Albums immer wieder genau zwischen diese beiden Stühle. So gehen bei „Where Do We Go“ britischer Schwung und norddeutscher Happy Metal Hand in Hand, während manche Tracks mehr in Richtung hanseatischer Lässigkeit („Old Generation“) tendieren oder eben deutlicher vom Geist der eisernen Jungfrauen inspiriert sind („Empires In The Sun“, „Winterfall“).

Fast alle Standards erfüllt

Die auf solchen Alben fast schon obligatorische Power Ballade hat man sich erfreulicherweise verkniffen, ein epischer Longtrack musste aber natürlich trotzdem her und gehört ja zugegeben auch ins Repertoire der offensichtlichen Vorbilder. Umgesetzt wird dieser in Form von „1302 – The Golden Shadow“ und mit Unterstützung von Arjen Lucassen (AYREON) durchaus gelungen. THORIUM präsentieren hier in dreizehn Minuten sämtliche Facetten ihres Sounds, von flottem Galopp über getragenes Midtempo bis hin zu einem atmosphärischen Akustikpart, der als Ruhe vor dem Sturm das große Finale einläutet, ist alles dabei. Auch für ein paar flinke Soli ist Zeit, diese bewegen sich aber zum Glück im songdienlichen Rahmen und ufern nicht zu sehr aus. Insgesamt stimmen hier einfach Dramaturgie und Spannungsbögen, denn ansonsten kann so eine Nummer ja auch schon mal zu einer recht trockenen Angelegenheit werden

Eingerahmt wird das Ganze als Dreiteiler von den Akustikstücken „1302 – The Minstrel Part I & II“, die eher nach SIMON & GARFUNKEL denn nach Heavy Metal klingen. Von qualitativen Ausreißern kann man auch hier nicht sprechen, allerdings tanzen die beiden Nummern im Gesamtkontext stilistisch etwas aus der Reihe. Nichtsdestotrotz ist THORIUM ein durchweg starkes Album geglückt, dessen Einflüsse zwar auf der Hand liegen, jedoch auch sehr gekonnt umgesetzt sind. Den hier zur Schau gestellten Elan müssen MAIDEN und das hanseatische Kürbiskonglomerat jedenfalls erstmal kontern, wozu letztere ja demnächst wohl auch ansetzen. Bis dahin liefern THORIUM schmackhaftes Futter für Freunde melodischen Power Metals, der eher auf eine positive Grundstimmung denn auf erzwungene Trueness abzielt.

29.03.2021

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