Thundertale - Milzinai

Review

Metal aus Litauen! Für viele immer noch etwas Abstraktes und Exotisches. Und das, obwohl es dort inzwischen eine florierende Metal-Szene gibt. Meine erste Begegnung mit litauischem Metal waren OBTEST mit ihrem Werk „Gyvybes Medis“. Von deren Leistung im Pagan Metal war ich wirklich beeindruckt. Nun liegt mir „Milzinai“, das Zweitwerk ihrer Landsmänner THUNDERTALE vor, dass noch nicht einen ganz so hohen Standard erfüllt.

THUNDERTALE nehmen sich den klassischen Heavy Metal vor und verpassen ihm einen leicht folkigen Anstrich. Das liegt vor allen Dingen am Einsatz der Hornpipe, einem traditionellen litauischen Blasinstrument. Die Hornpipe wird zur Melodiebegleitung eingesetzt, ersetzt bei THUNDERTALE praktisch den Part eines Keyboards. Sie wirkt aber ziemlich unaufdringlich und passt auch zu THUNDERTALEs Stil.

Die Kompositionen auf „Milzinai“ schwanken zwischen knackigen Metal-Tracks und ziemlich schmachtenden Krieger-Balladen. Die druckvollen Songs finden bei mir gefallen, wobei es nicht stört, dass sie zum Teil in der Landessprache vorgetragen werden. Im Gegenteil: der starke Akzent ist beim englisch gewöhnungsbedürftig.
Bei den langsamen Stücken übertreiben es THUNDERTALE dagegen etwas mit ihrem Schmalz und Pathos. Da wäre weniger mehr gewesen. Bei Stücken wie „Thunder Take Me Away“, dass sich zu allem Überfluss zusätzlich noch als Video-Clip auf der CD befindet, zuckt mein Finger unwillkürlich zur Skip-Taste.

Die Instrumentalleistung geht in Ordnung. Besonders die Gitarren bringen immer wieder gelungene Riffs und Licks ins Spiel. Auch die deutlich hörbaren Bassläufe kommen bei mir gut an. An der Produktion und der Abmischung der Instrumente gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.
Den Gesang teilen sich die Gitarristen Jonas und Laurynas, wobei der Hauptpart bei Jonas liegt, der in mittlerer Tonlage recht ausdrucksstark singt. Etwas tiefer ist die Stimmlage von Laurynas. Desöfteren singen die beiden Zweistimmig, was den Songs einen leicht hymnischen Charakter verleiht. Auf Eierkneif-Eskapaden wird dankenswerterweise ganz verzichtet.

Die besten Stücke finde ich den dymanischen Titeltrack „Milzinai“, das fast Power-Metal-verdächtige „Uz Tevyne“ und das stark Folk-Metal-beeinflusste „Suslamejo Girios Medziai“.

Alles in allem kann sich „Milzinai“ durchaus hören lassen. In Sachen Schmalzballaden sollten Thundertale aber zukünftig deutliche Abstriche machen und sich mehr auf druckvollere Angelegenheiten konzentrieren.

01.08.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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