Vaulting - Nucleus

Review

Sicherlich nichts für schwache Nerven ist das Full-Length-Debut der Hessen VAULTING. Die seit 2006 existente Formation hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus progressivem Brutal Death, jazzigen und atmosphärischen Klängen und geschickt eingesetzten Grind-Passagen Musik zu erschaffen, die vor Gegensätzen und Kontrasten nur so strotzt.

Dass derartige Musik schwer zu erfassen ist, scheint außer Frage. Entsprechend wirken die Kompositionen auf “Nucleus“ bei den ersten Hördurchläufen teilweise wirr und unstrukturiert. Das liegt in erster Linie an der Tatsache, dass man bei keinem der 13 Tracks so etwas wie Strophen oder echte Refrains ausmachen kann. Stattdessen setzen die Hessen auf immer neue Riffs die zunächst scheinbar wahllos aneinander gereiht werden. Der Eindruck von vermeintlich chaotischem Songwriting wird durch die meist gegenläufigen, zweistimmigen Gitarrenläufe, sowie dem energischen Gesang, der ständig zwischen Grunzen und Keifen  wechselt, zusätzlich verstärkt. Dem stehen einige äußerst ruhige Instrumentalstücke entgegen, die, passend zum düsteren optischen Layout der Platte, richtig melancholisch wirken und die nötigen Ruhepole des Albums darstellen.

“Nucleus“ wurde also ganz bewusst mit Stücken gespickt, die als Verschnaufpause dienen, und dem Hörer kurz die Zeit geben, die eben erlebte Reizüberflutung zu verarbeiten. Und das funktioniert auch ganz gut. Plötzlich ist man wieder bereit für erneute Blast-Attacken und wildes Gemetzel, das zum Ausrasten einlädt. Im weiteren Verlauf der Scheibe muss man auch feststellen, dass das, was zuerst als wildes Geballer wahrgenommen wurde, gar nicht so unstrukturiert ist. Natürlich bleiben die Kompositionen von VAULTING in ihrer Art extrem, trotzdem finden sich immer wieder kurze Groove-Passagen oder kleine Breakdowns, die den Songs Wiedererkennungswert verleihen.

Natürlich ist das Album allein durch die grundsätzliche musikalische Ausrichtung relativ sperrig und schwer zugänglich. Aber nach einigen weiteren Hördurchläufen öffnet sich “Nucleus“ dem Hörer immer mehr, und man lernt die zweistimmigen Gitarrenparts und spielerischen Feinheiten, die sich mit rhythmischen Finessen paaren, mehr und mehr zu schätzen. Die Scheibe wächst wirklich von Mal zu Mal und wird nicht so schnell langweilig. Dafür passiert hier viel zu viel. Spieltechnisch gibt es hier sowieso nichts zu bemängeln, die Produktion ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Wer also auf abwechslungsreichen Death/Grind mit jazzig-progressiver Schlagseite à la FUCK THE FACTS oder VIRULENCE steht, wird hier bestens bedient. Mutiges und gleichermaßen beeindruckendes Debut!

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11.10.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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