
KURZ NOTIERT
Hinter dem Quasi-Einmann-Projekt VIA DOLORIS steckt Gildas Le Pape, einige Jahre Live-Gitarrist bei SATYRICON, und beim Debüt „Guerre Et Paix“ ist Frost von SATYRICON als Session-Drummer an Bord. Stilistisch fest im Black Metal verortet, lassen VIA DOLORIS folkige und epische Melodien einfließen. So schwingt bei „For The Glory“ nicht nur im Titel ordentlich Pathos mit. Sonst lässt „Guerre Et Paix“ wenig aufhorchen. Herkömmlich und mit etwas zu viel Monotonie erfüllt das Album die hohen Erwartungen nicht, die der weitschweifige Begleittext weckt. Ausgerechnet beim Drumming, so gut es auch sein mag, hört man sich schnell an den immer gleichen Blastbeats satt. Pluspunkte sammeln VIA DOLORIS dagegen für die melancholische Melodik und periodisches, garstiges Geholze. Doch auch das geschieht auf durchschnittlichem Niveau und die Stücke ziehen vorüber, ohne, dass man den Impuls verspürt, eines nochmal zu hören. Das Album hat seine Momente, doch insgesamt zu wenige davon.

Angela































Dieses Album technisch zu bewerten, wird ihm meiner Meinung nach überhaupt nicht gerecht. Die große Stärke liegt im Kompositorischen. Communion setzt da den Anfang mit seinem Hauptmotiv, das durch unterschiedliche Tempi immer größer wird. Das atmosphärische Un Franc Soleil ebnet dann den weiteren Weg, der gleichermaßen durch ergreifende Melodien und wunderbare Übergänge getragen wird. Ultime Tourment ist dabei ein vorläufiger Höhepunkt, die beiden Visdommens-Parts später ein würdiges und großes Finale. In diesem Genre hatte ich in diesem Jahr noch nicht annähernd so viele Gänsehautmomente wie bei dieser Platte. Eure Bewertung kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.