Wildkard - Megalomania

Review

WILDKARD sind eine Band aus dem Umfeld der Melodic-Sleaze-Rocker von KICK und FREEFALL. Einige der Songs des voliegenden Albums „Megalomania“ fanden bereits als B-Seiten der Japan-Releases von KICK Verwendung. Die Texte von „Megalomania“ wurden bei Sonnenschein auf Teneriffa erdacht. Einige Gastmusiker kommen aus Finnland. Das klingt zunächst nach Projekt, Reissbrett, einem untrüglichen Sinn dafür, möglichst alles zu veröffentlichen, was an Resten im bisherigen Schaffen der Künstler so angefallen ist. Warum auch nicht, wenns gut ist?

Keyfanfaren der EUROPE-Machart, Plastik über Plastik, damit beglückt uns der Opener „Falling Down“ gleich zu Anfang. Irgendwie erinnert das auch an schwächere NIGHT RANGER-Songs. Geboten wird die musikalische Untermalung eines Boxkampfes, eines Fußballspieles oder von ähnlichem. Ein nett produziertes Standardsolo, eine angenehme, allerdings schon einhundertmal gehörte Hookline im Chorus, das wars. „All I Have“ zeigt dann noch mehr Weichspülerei. Rockige Gitarren, AOR-kompatibel, ein leidender, stets schmachtender Sänger rundet das Hörbild ab. Jetzt weiß ich auch wieder, warum Bands wie BLUE ÖYSTERCULT unerreicht bleiben: die mischen dem typisch amerikanischen Rock immer auch etwas Zauberei bei, Vocals und Gitarren sind rätselhaft, fragend, reflektierend und eben nicht permanent auf den Ausschnitt irgendeines Groupies gerichtet. Klar, WILDKARD machen das professionell, tranparente Produktion trifft knapp durchschnittliche Songs der Sorte „Spiel mich leise im Hintergrund“, ein wenig erinnern sie schon an FOREIGNER oder LOVERBOY. Nicks Gesang ist allerdings zu hell, die Stimme enthält zuwenig Timbre im dunklen Bereich; überzeugend ist das nicht. Ob nun „7Days“ oder „Letting Go“, immer landen wir butterweich im Halbballadenmilieu, das ja merkwürdigerweise oft mit bombastischem Sportarena-Flair gekoppelt ist.

Metal ist das keineswegs. Eher simpelster AOR, man merkt schnell, warum das ursprünglich B-Seiten waren, noch dazu für Japan, wo ja als Bonus auch die Geräusche eines Mittagsschläfchens ausreichend sind für ekstatische Verzückung seitens der Hörer. „Whispers In The Dark“ ist dann endlich eine reine Kitschballade; unerträglich der sich nun mehrmals überschlagende Gesang, statt einer Violine schneiden Keys, die viel zu laut abgemischt wurden, durch den Chorus; wieder mal ein echtes Highlight in meiner Reviewer-Karriere. Die Überraschung ist perfekt, denn nun folgt mit „Wake Me Up When It’s Over“ noch eine Ballade, einfachstes Klaviergeklimper und Bandcontestflair sind jetzt das Gebot der Stunde. Jünglinge mit Beckham-Schnitt in Slim-Fit-Hemdchen mit Strasssteinchenbesatz, derartig erschreckendes fällt mir dazu spontan ein. Vorabendserie also, nun gut. Oh, und noch ein Softsong direkt hinterher, „Something Strange“, diesmal nasal vorgetragen unter häufiger Verwendung des Wortes „Save“ anscheinend, ergänzt um einen bombastischen Refrain mit schrägen Stimmenüberschlägen, ob das überhaupt so gewollt ist?

Und endlos so weiter, Ballade an Ballade, um dusselige kleine Schülerinnen endlich ins erstmals von Papi geliehene Auto zu kriegen… Das Songmaterial ist äußerst schwach, uninspiriert, banal, belanglos. Da hilft auch die Technik nicht weiter. Ewiger künstlicher Sonnenschein, es regiert unbarmherzig permanente Fitness-Studioatmosphäre, von Leidenschaft oder von mir aus auch echter Begehrlichkeit keine Spur. Ganz öde und langweilig. Da greife man schon lieber zu älteren KROKUS, DEF LEPPARD, NIGHT RANGER, BLUE ÖUSTERCULT oder von mir aus auch zu EUROPE.

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10.04.2007

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