Yoth Iria - Gone With The Devil

Review

Soundcheck Mai 2026# 4 Galerie mit 14 Bildern: Yoth Iria - Summer Breeze Open Air 2025

YOTH IRIA arbeiten seit ihrer 2020er Debüt-EP fleißig daran, sich ihre eigene kleine Nische in der griechischen Extreme-Metal-Szene abzustecken. Zwar hat man der Band um Bassisten und Texter Jim Mutilator dessen Vergangenheit bei Urgesteinen wie ROTTING CHRIST und VARATHRON stets angemerkt, YOTH IRIA sind aber seit jeher noch eine Ecke folkiger, melodischer und näher am klassischen Heavy Metal ausgerichtet als viele ihrer Landsleute. Auf ihrem dritten Album „Gone With The Devil“ setzen sie diesen Trend konsequent fort, zeigen aber auch ein paar neue Tricks.

YOTH IRIA setzen ihre Evolution konsequent fort

Besonders in ihre folkloristische Seite lehnen sich YOTH IRIA zunächst voll rein. Und so weckt das Eröffnungs-Trio „Dare To Rebel“, „Woven Spells Of A Demon“ und das auf einem serbisch-orthodoxen Kirchenlied („Pobedna Pesma“) basierende „The Blind Eye Of Antichrist“ sowie später „Give ‚Em My Beautiful Hell“ nicht zuerst Assoziationen zum klassischen hellenischen Black Metal, sondern eher zum Folk Metal der Marke frühe, epische ELUVEITIE. Natürlich sind YOTH IRIA in der griechischen und nicht in der keltischen folkloristischen Musik verwurzelt, die Gemeinsamkeiten sind aber größer als man vielleicht denkt, speisen sich doch beide Traditionen aus einem ähnlichen Fundus an Instrumenten, wie beispielsweise lokalen Varianten von Lauten, Flöten, Dudelsäcken und allerlei Streichgerät.

Hinzu kommt ein latenter Gothic-Metal-Touch, der nicht zuletzt den Klargesangseinlagen von Frontmann He zu verdanken ist. Der Russe hat den 2023 noch vor dem zweiten Album ausgestiegenen The Magus ersetzt und bringt ein dunkles, melancholisches Timbre mit, welches bisweilen empfindlich an Nick Holmes erinnert. Und auch auf musikalischer Ebene scheint eine Nummer wie „3am“ nicht nur ein wenig von PARADISE LOST zu „Draconian Times“ inspiriert zu sein.

Songs wie das treibende „I, Totem“, das düster-sakrale „Once In A Blue Moon“ oder der garstige Banger „The End Of The Known Civilization“ folgen dann schon deutlicher der typisch griechischen Black-Metal-Tradition, die mit jeder Menge klassischem Heavy Metal auf den Gitarren angereichert ist. Und bei der abschließenden Hymne „Harut, Government, Fallen“ wird es dann mit Fistraiser-Rhythmik und Helden-Pathos sogar nochmal richtig episch, denn ein wenig BATHORY– und MANOWAR-Theatralik darf auf einem solchen Album ja auch nicht fehlen.

Auch Fans klassischen griechischen Black Metals kommen auf ihre Kosten

YOTH IRIA werkeln also auf Album Nummer Drei weiter erfolgreich an ihrer Eigenständigkeit und wagen einige Experimente, die eine sehr deutliche Evolution seit der Debüt-EP zeigen. Dabei verbreitet „Gone With The Devil“ teilweise überraschend positive Vibes und die thematische Einordnung der Band in den Metal Archives als „Romantic Satanism“ trifft den Kern der Sache schon ganz gut.

Wer mit den Folk- bzw. Gothic-lastigeren Stücken des Albums fremdelt, wird trotzdem nicht im Stich gelassen, denn auch für Fans klassischen Hellenic Black Metals ist ausreichend gesorgt und bei aller stilistischen Vielfalt ist „Gone With The Devil“ in sich schlüssig und von vorne bis hinten unterhaltsam. Man darf gespannt sein, wie weit YOTH IRIA ihre Entwicklung in Zukunft noch treiben.

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01.05.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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