
30 Jahre metal.de
die Jubiläumsfeier
Special
Was braucht eine gelungene Feier zum runden Geburtstag? Gäste, Getränke? Glückwünsche, Gebäck? Konzerte, Küsschen? Kaltschale, Kater? So kleine, widerliche Schnäpse gegen jede Vernunft? Korrekt.
Das alles und einen Hauch Tiefgang gab es auf der Party zu unserem Dreißigsten. Wir schauen zurück auf zwei rauschende Tage in Wuppertal. Und ergründen dabei: Was macht unsere Musik besonders? Was macht unsere Szene aus? Wir buchstabieren uns durch das ABC der Untergrundmusik, wir durchschreiten das Alphabet des Metal. Erinnernd und schwelgend. Und: Wir blicken einmal auch auf uns selbst. Zur Feier des Tages.
Cheers!
Arschaufreißen zelebrieren NECK CEMETERY als erste Band des Abends in Vollendung. Die Herren um Jens Peters rocken in vollem Ornat über die Bühne, als seien sie im Stadion. Und verlassen den Ort des Geschehens direkt im Anschluss – sie haben schließlich noch einen zweiten Auftritt vor sich. Normal. Bier trinken ist auch normal an diesem Sonnabend und ein Genuss: Neben dem Angebot vor Ort werden hinter und auf der Bühne sowie hinter dem Club und auf offener Straße auch die sehr kleidsamen Dosen unserer Hausmarke gesichtet: Hell ain’t a bad thing! Danke an die gar nicht so alten metal.de-Altvorderen Markus, Marc und Ruben sowie ihr großes Herz und Auto! Fast noch besser allerdings: Eine Ticket-Gewinnerin schenkt uns ein Selbstgebrautes im metal.de-Design. Großartig!
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Das Gleiche gilt natürlich für einschlägige Clubs generell und den „Eventground“ sowie die Nachbarkneipe „Underground“ in Wuppertal im Speziellen. Leider ist unser Geburtstagskonzert eines der letzten Events an dieser Adresse. Inwiefern Pachtverträge und Veränderungen in der Szene zum Aus der Location führen, könnt ihr im Interview erfahren.
Die Demokratie lebt
Eine gute Nachricht des Abends ist: Im Metal lebt die Demokratie. „Left Hand Path“ schlägt auf Ernies (s. unten) Bühne „Wolverine Blues“ per dezent gegröltem Publikumsvotum. „Hammerheart“ (oder war es „Blood Fire Death“?) sticht im zweiten Wahlgang „Into Glory Ride“ aus und unser Jürgen verlässt die Sause noch in der Nacht, um sich am Sonntag als Wahlhelfer zu betätigen. Alle drei Ereignisse kann man bedauern und infrage stellen – aber sie zeigen: In dieser Subkultur sitzt die Demokratie fest im Sattel. Ernsthaft. Und derart gehen auch WILT ihre Mission an: Dem aus der Menge vorsichtig geäußerten Wunsch nach gemeinsamem Nachwuchs stellt Bassist und „Sänger“ Matze gewissenhaft die Erfüllung in Aussicht: „Ich habe noch ein paar Kinder im Keller, ich such‘ dir eins raus.“ Dass „Krachmucker“ Ernie Fleetenkieker die gemeinsame Anreise wenig später als „Clownshow“ bezeichnet, möchte man daher nicht so recht glauben. Anders sieht es mit seiner Begeisterung für den Metal aus. Der sympathische Mann spräche mit seinen Gedanken den meisten aus der Seele, hätten sie denn (noch) eine. Zwischen Bierdose, Kerze und geschärfter Pointe platziert er gehaltvolle Gedanken zum Thema. Sein Manifest sei empfohlen.
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Ein Bad in Herzblut belebt
Virtuosen der dunklen Gegenkultur sind auch HORRESQUE aus Mainz. Als die Herren die flache Bühne des „Eventground“ betreten, flieht das Licht aus dem Gemäuer. Das Publikum wird zu seiner Freude von einer schwarzen klanglichen Walze überrollt. Und in den besten, in den vollends frontalen Passagen mag der eine und die andere dem Verdikt unseres Olli zu deren Musik etwas abgewinnen: „In den schwächsten Momenten (…) erinnern HORRESQUE an die besten MAYHEM.“
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Wer sein Hobby mit Hingabe betreibt, der gönnt sich Enthusiasmus. IMHA TARIKAT erheben selbigen zur Kunstform und richten als Headliner wie immer ein Herzblutbad an. Auch bemerkenswert: Der gute Ventor von KREATOR begleitet seinen Sohn Jerome am Nachmittag zum Konzert. Der trommelt bekanntlich bei IMHA TARIKAT und beide zeigen: Eltern können auch coole Kinder haben und umgekehrt.
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Imha Tarikat, Horresque, Ernie Fleetenkieker Krachmucker TV und Neck Cemetery auf Tour
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Marek Protzak
































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