Blackmail - II

Review

Galerie mit 8 Bildern: Blackmail - Deichbrand Rockfestival 2014

Die Koblenzer Indie-/Alternative-Rocker BLACKMAIL blicken bereits auf eine ereignisreiche Karriere zurück. Mit “Friend Or Foe?” und dem von mir noch höher eingestuften “Aerial View” hat man bereits zwei Genre-Meilensteine auf dem Buckel. Es folgte 2008 der große Umbruch – der langjährige Sänger Aydo Abay verließ die Band im Streit, mit Nachfolger Mathias Reetz veröffentlichte die Band schließlich im Jahr 2011 das Album “Anima Now!”, das aber nicht gänzlich an die Qualität der früheren Veröffentlichungen heranreichen konnte. Folglich durfte man im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Werks “II” etwas skeptisch sein – zwischen Ausschussware und Premiumprodukt war den Herren um Mastermind Kurt Ebelhäuser irgendwie alles zuzutrauen.

Nach dem ersten Durchlauf ist dann klar: “II” ist ein kräftiger Tritt in den Hintern all jener Leute, die BLACKMAIL schon abgeschrieben hatten. Das kleine Formtief der letzten Jahre ist anno 2013 überwunden, Neu-Sänger Mathias Reetz vollständig ins Bandgefüge integriert – und die Songs einfach nur richtig, richtig stark. Ob nun der kraftvolle Opener “Impact”, das vielschichtige “Dual”, das erdig rockende “Palms” oder das sehr sphärische “Sleep Well, Sadness” – Ebelhäuser & Co haben sich wieder aufgerappelt und verstehen es auf “II”, ihre Stärken zu bündeln. Die Songs werden dabei vor allem getragen von Reetz’ wandelbarem Organ und den unverkennbaren Gitarren-Melodien Ebelhäusers, die sehr oft einen wohlig-melancholischen Anstrich haben. Schlagwerker Mario Matthias sorgt derweil für ordentlich Schub und Drive, lediglich Bassist Carlos Ebelhäuser hält sich vornehmlich im Hintergrund.

In besonderem Maße bemerkenswert ist weiterhin, dass BLACKMAIL in den überwiegend kurzen und kompakten Songs dennoch den nötigen Raum für dramaturgische Überraschungen und kleinere Experimente gelassen haben. Beispielsweise lässt das flotte “Kiss The Sun” den Hörer zunächst eine ganze Weile zappeln, bevor der Track erst gegen Ende richtig explodiert. Ähnliches geschieht beim zunächst sehr sanft beginnenden “Day Of Doom” und dem getragenen “O”, das mit intensivem Schlusspart gefallen kann. Den einzigen Durchhänger leistet sich die Platte beim einminütigen Füllstück “La Futura”, dass für mich neben all diesen Klasse-Songs keinen wirkliche Daseinsberechtigung hat. Vielleicht wollte man hier ein wenig strecken, denn die Platte ist mit knapp 38 Minuten Spielzeit generell recht übersichtlich geraten.

Hin oder her – BLACKMAIL ist mit “II” ein Album gelungen, dass ich (und sicherlich viele andere) ihnen nicht mehr zugetraut hätte. Die Songs sind sehr stimmig und klingen wie aus einem Guss, zudem tönt die von Ebelhäuser höchstpersönlich betreute Produktion sehr ausgewogen und natürlich. Fazit: Fans guter, intensiver Rockmusik sollten an diesem Teil große Freude finden.

26.02.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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