Stomper 98 - ...bis Hierher

Review

Da haben STOMPER 98 ihre Fans dann doch länger warten lassen, als ich gedacht hatte. Immerhin ist seit dem letzten Lebenszeichen der Band (“Antisocial”) schon über ein Jahr ins Land gezogen. Dass sich das Warten nach dieser gelungenen EP aber gelohnt hat, dürfte kein Fan der Band bezweifelt haben. So schlägt das neue Album “…bis hierher” auch genau in dieselbe Kerbe wie die 2011er EP.

Die heißt nach wie vor Oi!-Punk. Wer STOMPER 98 kennt, weiß, dass die deutsch-amerikanische Kollaboration ihren Stiefel ohne Kompromisse durchzieht. Das gilt natürlich auch für das neue Album, für das STOMPER 98 keinen Millimeter von ihrer Erfolgsformel abweichen. Nach kurzem gesprochenen Intro legen STOMPER 98 mit dem Opener “Kategorie Oi!” gleich schön knackig los. Die Musik kommt locker und leicht aus den Boxen, die Melodien gehen direkt ins Ohr und auch die Instrumentierung stimmt. Nun bewegen sich STOMPER 98 wie alle anderen Oi!-Punk Bands auch in einem sehr eng gesteckten Rahmen, so dass man hier nicht wirklich neue Impulse für das Genre zu hören bekommt. Verglichen mit manch anderer Band können STOMPER 98 aber durch das quasi durchgängig zu hörende Saxophon punkten. Dadurch werden den Kompositionen nicht nur neue Facetten hinzugefügt und die Stücke variabel gestaltet, die Göttinger Skins genießen durch den Einsatz Genrefremder Instrumente (u.a. auch ein Banjo in “Ochsensong 2”) eine Ausnahmestellung in der Szene. Trotzdem muss das Songmaterial natürlich auch überzeugen.

Da brauchen sich Fans aber keine Sorgen machen. Nummern wie der Titeltrack, da extrem starke “40 Jahre”, der erwähnte Opener, “Löwenherz” oder “SFFS” animieren zum Pogo im heimischen Wohnzimmer vor der Anlage. Der Großteil der Songs kann absolut überzeugen. Man hört STOMPER 98 an, dass sie sich trotz der oftmals nicht vielen Akkorde doch Gedanken über ihre Musik und die Arrangements machen. Dass sich auch ein paar Nummern eingeschlichen haben, die das Niveau des Gros der Platte nicht halten können, ist zwar schade. Das kann man verschmerzen, aber ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem. Die Hymne “Bootboy” dürfte auf Konzerten zu den Highlights gehören, ist im Refrain aber sehr von “Reisefieber” von den TOTEN HOSEN inspiriert worden. Auch “Nur noch dieses eine Mal” ist mir zu nah an einer Combo aus Frankfurt und mit “Abrechnung” hat sich auch eine höchst durchschnittliche Nummer eingeschlichen. Dass sich mal eine nicht ganz so starke Nummer einschleicht, kann jeder Band passieren. Aber die Nähe zu den genannten Bands haben STOMPER 98 sicherlich nicht nötig, dafür haben die Jungs zu viel auf dem Kasten.

Unter dem Strich bleibt aber ein richtig gutes Oi!-Album und ich bin gewillt beim nächsten Mal auch gerne mehr Punkte zu vergeben. Durch die oben genannten Kritikpunkte sind für heute aber nur sieben Punkte drin. STOMPER 98 sind eine Band, die Klasse und es nicht nötig hat zu gucken, was die Nachbarn machen. Fans werden mit “…bis hierher” aber ein Freudenfest feiern und das zu Recht.

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27.09.2012

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