W.A.S.P. - Golgotha

Review

Galerie mit 10 Bildern: W.A.S.P. - Rockharz Open Air 2015

W.A.S.P. leben tatsächlich noch! Seit über 30 Jahren besteht die Legende um Blackie Lawless inzwischen im Musikgeschäft, welches immer härter wird. Nun liegt nach sechs Jahren Wartezeit nach dem letzten Studiowerk “Babylon” das neue, ebenfalls biblisch benannte Album “Golgotha” vor. Böse Zungen behaupten ja, dass W.A.S.P. sowieso immer dasselbe Material neu aufnehmen – alles beim Alten also in Los Angeles?

Um die Antwort gleich vorweg zu nehmen – jawohl, und das ist auch gut so! W.A.S.P. setzten bei “Golgotha” auf Altbewährtes, auf ihre Trademarks: Packende Hits im Stil des klassischen Achtziger Heavy Metals / Rocks, krachend-kreischende Gitarren, die charismatische, sentimentale Rockröhre von Blackie, stimmige Arrangements, balladeske Momente, eingängige Hochmelodik, tolle Hooks und die Extraportion ergreifende Dramatik. Das fängt bereits mit dem Opener “Scream” an, der Kracher ist genauso gelungen wie das ähnlich geartete “Crazy” von “Babylon”. Das folgende “Last Runaway” ist super catchy, fast schon kitschig und lädt geradezu zum Mitsingen ein. Auch die zarte, berührende, bittersüße Mörder-Ballade “Miss You”, welche gegen Ende deutlich rockiger wird, muss man unbedingt hören, Gänsehaut garantiert! Das größte Hitpotenzial hat indes das schmissige, ausladende und süchtig machende “Slaves Of The New World Order”, W.A.S.P. ziehen hier wirklich alle Register ihres Könnens – Wahnsinnsriff, über 8 Minuten gehaltener Spannungsbogen, einer ihrer besten musikalischen Momente in den letzten 15 Jahren. Der Stadionrocker “Hero Of The World” liegt zwischen Epos und schnellen Riffs. Vorwiegend in den ersten Stücken wird die Hammondorgel dezent eingesetzt, was für zusätzliche Akzente sorgt. Der abschließende, getragene und eindringliche Titelsong ist äußerst sentimental zwischen Drama und Epik, hier ruft Blackie um Hilfe nach dem Sohn Gottes und gibt den verlorenen Sünder, durchaus pathetisch, aber passend zum immer wiederkehrenden Thema. Die nicht genannten Stücke sind gehobener Standard aus dem Hause Lawless. Man merkt wieder einmal, dass W.A.S.P. spätestens seit “Dominator” zu alter Stärke zurückgefunden haben, wobei auch schon die beiden “The Neon God”-Werke ziemlich gut waren. Verglichen mit “Babylon” ist “Golgotha” im Gesamten qualitativ hochwertiger oder einfach toller. Überraschungen in Form von stilistischen Ausbrüchen gibt es indes keine, Blackie geht auf Album Nummer 15 auf Nummer sicher.

Auch wenn “W.A.S.P.” an ihre ganz großen Glanztaten mit “Golgotha” nicht so ganz rankommen, ist es doch das beste Album seit verdammt langer Zeit. Vollgepackt mit eingängigen Melodien, tollen Mitsing-Nummern, vielen magischen Momenten, die nostalgische Gefühle aufkommen lässt. Stark!

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04.10.2015

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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