Woods Of Desolation - Toward The Depths

Review

In Australien sind die völlig zivilisationsfreien Gebiete mit dem Namen Outbacks tituliert. WOODS OF DESOLATION zeigen sich in der Hinsicht gesellschaftlich vollkommen isoliert, die Jungs offenbaren zwischenmenschliche Leere, totale Isolation und absolute Verzweiflung auf musikalische Art und Weise. Bisher war das australische Projekt zu jeder Zeit ein Duo, wobei sich Saitenexperte D. als konservatives Element bisher auf jeder ernstzunehmenden Platte wieder findet. Bei dem Debüt “Toward The Depths“, das nun über Northern Silence Productions wiederveröffentlicht wird, übernahm ebenjener Musiker zusätzlich die Drums, während sich Phil Knight um Vocals und Bass kümmerte.

Mit dem neusten Werk der Truppe “Torn Beyond Reason“ ist dieses Werk nur noch geringfügig vergleichbar. Es sind die Verzweiflung und die einsame Öde des ewig gleichen Naturbildes, die auf dieser Scheibe ihren Anklang finden, abgesehen davon, dass es in den australischen Outbacks bis zu 50 Grad warm werden kann. WOODS OF DESOLATION agieren atmosphärisch hingegen unter dem Gefrierpunkt, denn insbesondere das Debütalbum der Gruppe charakterisiert sich durch grenzenlose Kälte, richtiggehende Hoffnungslosigkeit, wohingegen das Neuwerk zumindest noch einige schimmernde Passagen hat.

Rein musikalisch muss man als Hörer produktionstechnisch einige Kompromisse eingehen, denn wer bisher von “Torn Beyond Reason“ verwöhnt wurde, der wird mit dem 2008er Werk gefühlte drei Jahrhunderte zurückgeworfen, auch wenn der absolute Tiefpunkt in diesem Aspekt sicherlich bei der EP “Sorh“ lag. Nichtsdestotrotz krächzt und rauscht es gewaltig aus der Stereoanlage und das verschleierte Geschrei klingt, als sei es drei Räume weiter aufgenommen worden. Und doch passt es zum monotonen, repetitiven Songwriting, das seinerzeit noch entschieden simpler war, als es WOODS OF DESOLATION heutzutage hervorbringen.

Und doch funktioniert das Album in seiner Intention erstaunlich gut. Es wird kompositorisch nicht langweilig, obwohl sich die einzelnen Elemente teilweise quälend lange wiederholen. Es wird ebenfalls atmosphärisch nicht langweilig, obwohl die Scheibe eigentlich nur Verzweiflung kennt, den Wunsch nach Apokalypse. Genauso wird “Toward The Depths“ rein musikalisch nicht langweilig, obwohl die Australier technisch beinahe auf dem Niveau eines Musikschülers agieren.

Letztlich sind die beiden längsten Songs “When The Frost Comes Falling Down“ und “Woods Of Desolation“ die wohl besten und vollkommensten Stücke auf dem Album. Selbst das Akustik-Outro von fast sieben Minuten Spielzeit rundet den Gesamteindruck sehr ordentlich ab, sodass auch das Debüt als Gesamtheit ein gutes Album geworden ist, auch wenn es nicht an das geniale “Torn Beyond Reason“ herankommt.

23.12.2011

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