
Doom Metal und Mystik gehen zuweilen eine organische Symbiose ein. HEXJAKT, was übersetzt „Hexenjagd“ bedeutet, verschreiben sich mit Leib und Seele dem Stoner Doom der spirituellen Sparte. Die drei Nordmänner verstehen sich darauf, mystisch-magische Klangwelten zu konstruieren, und laden die Hörerschaft ein, ihrem okkulten Zirkel beizutreten. Das erst 2024 formierte schwedische Trio lässt nun sein Debütalbum mit dem unheilverkündenden Namen „Blessing Of The Damned“ auf die Menschheit los.
Ohrwurm trifft auf Meditation: die schamanistische Natur von HEXJAKT
Der Opener „10,000 Crows“ verschwendet keine Zeit und tut das, was ein Intro tun soll: Spannung aufbauen, mit Erwartungen spielen und eine okkulte Atmosphäre etablieren. Der Gesang von Hampus Hennigson und Toni Åkerman hallt ominös, gleichzeitig hypnotisierend und einlullend, wider. Auf dem vierten Track „Wyrd“ ertönen gesprochene Passagen. Zudem besteht eine frappierende Ähnlichkeit zum Gesang von CARONTE. Im Falle von HEXJAKT verhalten sich die Vocals zumeist wie die Ausrufe berauschter Schamanen.
Die weitere musikalische Reise ist gespickt mit den köstlichsten Ingredienzien eines nahrhaften Doom-Menüs: tiefgestimmte Gitarren, verträumte Leads über zermalmendem Gehämmer und fein akzentuierten Drum Licks sowie gepeinigte Vocals und ein rumorender Bass, der alles beisammenhält. Alle Zutaten sorgen für immenses Ohrwurmpotenzial. Inmitten eines Ozeans lahmer Imitatoren gelingt es HEXJAKT, auf „Blessing Of The Damned“ eine klare Identität zu kreieren und im Kopf zu bleiben. Tracks wie „Black Circle“, „Void Throne“ und der Closer „Cathedrals“, der mit stolzen 13 Minuten aufwartet, demonstrieren eindrucksvoll: Je länger der Song, desto mehr konzentrieren HEXJAKT ihre spirituellen Energien auf ein kohärentes Ganzes.
Erhabenes Bewusstsein und erinnerungswürdige Riffs
Zwei Stücke erschienen bereits im Vorfeld und bieten „Double Doom Trouble“ par excellence: „Monolith“ besticht direkt mit einem lässigen Riff, das sich ins Gehör fräst. HEXJAKTs Sound ist präzise aufeinander abgestimmt und alles in Grund und Boden walzend. „The Act Of Dying“ beginnt mit einem nach Funeral-Doom anmutenden Intro, das, sobald die anderen Instrumente einsetzen, unaufhörlich weiterwächst. Dazu nisten sich schleichende Black-Metal-Anleihen in das tonale Monument der Düsternis ein, das seine Wurzeln zu BLACK SABBATH niemals vergisst.
Die musikalische Unterart bietet inhärent wenig Platz für Überraschungen. Hin und wieder gelingt es Bands jedoch, eine eigene Nische zu schaffen. „Blessing Of The Damned“ stellt eine von Anfang bis Ende vorwärtsgerichtete Machtdemonstration dar. HEXJAKT präsentieren neben alteingesessenen Mustern progressive Ideen und eine duale, ritualistisch angehauchte Gesangsperformance, was zusammen ein deliziöses Stoner-Doom-Mahl bereitstellt, und dabei noch eigenständig klingt.
(Text: Hannes Bothfeld)

metal.de Redaktion 



















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