Space Fest V
SPACE CHASER laden zum Tanz

Konzertbericht

Billing: Space Chaser, Insanity Alert, Mechanic Tyrants, Messticator
Konzert vom 07.03.2026 | Zollkantine, Bremen

SPACE CHASER haben ihr Space Fest von den Toten zurückgeholt. Die letzte Ausgabe liegt acht Jahre zurück – es wurde also Zeit. Zudem steht neue Musik an, und auch das Line-up kann sich sehen lassen: MESSTICATOR kommen mit ihrem neuen Kracher „Total Mastery“, und MECHANIC TYRANTS sowie INSANITY ALERT liefern für alle MUNICIPAL-WASTE-Fans ausreichend Hardcore-getränktes Thrash-Futter.

Wir trafen pünktlich in der Bremer Zollkantine ein, wo sich draußen bereits traurige Gestalten versammelten, die aufgrund des Sold-Outs keine Karten mehr bekamen.

MESSTICATOR präsentieren „Total Mastery“

Über die Qualität des zweiten Albums der Hamburger ist alles gesagt – also schauen wir auf die Live-Umsetzung. Wie auf Platte klingen die Gitarren sehr gut, auch wenn sie etwas lauter sein könnten. Der Mischer arbeitet solide, doch nach zuletzt sehr gutem Sound in der Zollkantine fällt auf, dass er sich heute Abend erst eingrooven muss.

Die Band zeigt sich freundlich und dankbar für den großen Zuspruch, denn ein Großteil des Publikums steht bereits im Bühnenbereich.

Nach rund 40 Minuten verabschiedet sich die Gruppe unter großem Applaus und steht kurze Zeit später für Gespräche am Merchstand. Da es in der Zollkantine keinen klassischen Backstage gibt, kommt man hier leicht ins Gespräch. Wir sichern uns das limitierte, nummerierte Debüt „Forthcoming Revelation“ im schicken Digisleeve.

In den Pausen legt ein DJ mit Vinyl und passender Deko auf – deutlich stimmungsvoller als die sonst übliche, unsägliche Spotify-Playlist.

MECHANIC TYRANTS positionieren sich

MECHANIC TYRANTS aus Nürnberg spielen Old-School-Thrash amerikanischer Prägung. Das Publikum startet sofort einen Moshpit, der sich im Verlauf des Gigs nur selten beruhigt und gelegentlich in einen Circle Pit übergeht.

Besonders auffällig sind die Crowdsurfer, die trotz niedriger Decke und engem Raum ihren Weg durch die Menge wagen – meist mit unsanfter Landung auf dem biergetränkten Boden. Ebenfalls stark: die klare Ansage gegen den braunen Sumpf von AfD und Co.

Auch wenn MECHANIC TYRANTS musikalisch nicht ganz unsere Baustelle sind, überzeugt ihr dynamischer Liveauftritt.

INSANITY ALERT fühlen sich wie Headliner an

Das gilt auch für INSANITY ALERT. Musikalisch bewegen sich die Österreicher in ähnlichen Gefilden und liefern Crossover-Thrash à la MUNICIPAL WASTE. Also: Snapback umdrehen und los geht’s.

Im Mittelpunkt steht Sänger Heavy Kevy, der mit niederländisch-steirischem Akzent das Publikum anspricht, am Hochdeutsch aber noch arbeiten muss. Passend dazu erzählt er, er habe sich über Nacht mit zwei Gramm Gras hingesetzt und Deutsch gepaukt, damit ihn mehr Leute verstehen als in Berlin. Seine Ansagen bleiben dennoch meist wirr und schwer verständlich – aber unterhaltsam. Die Essenz: „Saufen und ballern, Junge!“

Während des Sets geht das Publikum komplett steil, und man könnte meinen, die Band nehme SPACE CHASER die Headlinerposition ab. Aufblasbare Bongs fliegen durch den Club, die kurzen Songs treiben Mosh- und Circle Pits an.

Nach dem Auftritt riecht es nach Schweiß und Bier. Viele gehen kurz an die frische Luft oder entspannen bei den DJ-Klängen, während SPACE CHASER bereits aufbauen.

SPACE CHASER mit neuem Material

„Give Us Life“ ist inzwischen fünf Jahre alt und für dieses Jahr ist neues Material angekündigt. Der Raum wirkt leerer als zuvor – offenbar haben einige Besucher ihre Kräfte bereits verbraucht. Dennoch sorgen die Berliner Thrasher in den vorderen Reihen für ausreichend Stimmung.

Seit dem Ausstieg von Sänger Siegfried Rudzynski übernimmt Gitarrist Leo Schacht den Gesang und meistert diese Rolle überzeugend. Neben bekannten Singles gibt es auch einen bislang unveröffentlichten Song namens „We Are The Night“. Der Sound ist der beste des Abends, und die verbliebenen Fans moshen sich durch das Set.

SPACE CHASER sind die „erwachsenste“ Band des Abends und setzen weniger auf Party. Entsprechend stehen draußen einige Fans, unterhalten sich mit den Vorbands oder lauschen der Musik vom Gang aus – laut genug ist es dort allemal.

Nach dem letzten Applaus können die Ausdauernden weiter zu den DJ-Klängen feiern, bis die Rübe schmerzt. Das Space Fest V war ein gelungener Abend.

21.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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