
Thrash Over Walsrode Part VIII
Der Name ist Programm
Konzertbericht
Zwischen Bremen und Hannover liegt das beschauliche Örtchen Walsrode, in dessen Kulturzentrum „mittendrin“ die Konzertreihe „Thrash Over Walsrode“ stattfindet. Diese geht in diesem Jahr bereits in die achte Runde, und das Line-Up kann sich sehen lassen: Neben Headliner REZET stehen SURGICAL STRIKE und TASKFORCE TOXICATOR bereit, um den Laden zu Kleinholz zu knüppeln.
Möge die Macht mit TASKFORCE TOXICATOR sein
Der Laden ist gut gefüllt, als die Opener aus Münster die Bühne betreten. Wir haben im Vorfeld metal.de-Kollegen und TASKFORCE-TOXICATOR-Gitarristen Dominik Rothe begrüßt und schauen uns nun an, wofür er seine Finger abseits des Schreibens einsetzt.
Wir wissen, dass das Debüt „Laser Samurai“ sehr gut ist – live ist es nicht anders. Die Songs fräsen sich in den Gehörgang, und auch die neue Nummer „The Necromancer“ fügt sich nahtlos in den Sound ein. Zum Titelsong des Debüts wirft die Band aufblasbare Laserschwerter in die Menge – spätestens dann kocht die Stimmung. Es gibt zahlreiche Gefechte, und einen Moshpit im „Star Wars“-Universum sieht man nicht alle Tage.
Sänger Fabian Koch bedient heute auch den Bass, da Bassist Hendrik Klaholt mit PRIPJAT unterwegs ist. Für den letzten Song gibt er das Instrument an Dominik ab, um nicht auf das Showelement eines echten, leuchtenden Laserschwerts zu verzichten.
Berührend: TASKFORCE TOXICATOR gedenken ihres kürzlich verstorbenen Kollegen Ben von DARKNESS und weisen auf eine Spendenaktion anlässlich seiner Beerdigung hin.
SURGICAL STRIKE ballern mit chirurgischer Präzision
Die Niedersachsen von SURGICAL STRIKE haben eine kurze Anfahrt. Ihr straighter Thrash Metal ballert ordentlich, bietet aber auch filigrane Passagen mit teils zweistimmigen Gitarrensoli. Sänger Jens Albert wirkt, als hätte er vor dem Gig Koffein intravenös konsumiert: Er schreit und springt über die Bühne wie ein Hase zur Paarungszeit. Gegen Ende kommt er ins Publikum und singt aus dem Pit weiter – sehr cool.
Die Band versteht es, das Publikum zu animieren, sodass im Laufe des Sets mehrere Mosh- und Circle Pits entstehen. Sie zeigt sich dankbar für den großen Zuspruch. Ihr aktuelles Album „24/7 Hate“ ist ein Brecher und kommt gut an. Nach dem Auftritt sind alle warm und verschwitzt – bereit für den Headliner.
REZET holen alles aus dem Thrash Over Walsrode heraus
REZETs Gig beim „Thrash Over Walsrode“ ähnelt dem Auftritt im Bremer Meisenfrei im letzten Jahr. Die Band um Frontmann Ricky Wagner agiert hochprofessionell und spielt oft drei bis vier Songs am Stück, um möglichst viele Lieder unterzubringen. Dazwischen gibt es kurze, freundliche Ansagen.
In der Mitte des Sets steht ein längeres Gitarrensolo, das gut ankommt. Insgesamt ist die Menge jedoch etwas weniger aktiv als bei den Vorgängerbands. Das könnte daran liegen, dass diese stärker nach vorne gingen, während REZET die technische Seite des Genres betonen. Wagners kratzige Vocals und der Sound kommen dennoch gut zur Geltung, und der Applaus ist laut.
Wer Thrash Metal mag, kam beim „Thrash Over Walsrode“ voll auf seine Kosten und sah drei starke Bands für kleines Geld. Kein Wunder, dass die Konzertreihe so gut besucht ist. Wir halten die Augen für Runde neun offen.
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Jannik Kleemann
































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