
Subway To Sally
Nackt III - Lügen & Legenden
Konzertbericht
Endlich kann man SUBWAY TO SALLY wieder nackt sehen! Passend zum 20. Jubiläum der ersten Akustiktour begeben sich die Spielmänner und Spielfrauen erneut auf Tour, um ihre Stücke in intimer Atmosphäre darzubieten. Die Hallen sind bewusst kleiner gewählt. Es sind Stehplatzkonzerte – die gediegene Atmosphäre einer klassischen Sitzplatz-Akustikshow kommt daher nicht auf. Trotzdem freuen wir uns, als um Punkt 20 Uhr die Klänge des Intros im Wilhelmshavener Pumpwerk erklingen. Auf eine Vorband haben die Folk-Metaller verzichtet.
SUBWAY TO SALLY sind wieder nackt
SUBWAY TO SALLY teilen ihr Set heute in zwei Akte und spielen jeweils gut eine Stunde mit 20 Minuten Pause dazwischen. Schon bei den ersten Klängen des unterschätzt-grandiosen „Feuerkind“ lauschen alle gebannt. Das getragene Lied ist wie geschaffen für eine Akustikversion, und es wird nicht das einzige Stück von „Nord Nord Ost“ an diesem Abend bleiben.
Für ihre dritte „Nackt“-Reise, die unter dem Motto „Lügen & Legenden“ firmiert, haben SUBWAY TO SALLY tief in der Klassikerkiste gegraben. Nachdem „Eisblumen“ erwartungsgemäß früh im Set kommt, sind „Böses Erwachen“ und „Traum Vom Tod II“ zwei Lieder, die wir auch als Rockversion gern wieder hören würden.
Zwischen den Songs richtet sich Eric Fish mit kurzen Anekdoten zur Location und zu den Liedern ans Publikum. Er wirkt sympathisch, humorvoll und nahbar. Natürlich bietet das Publikum bei Songs wie „Kleid Aus Rosen“ genug Raum zum Mitsingen – zum Stehen dagegen eher weniger, denn das fast ausverkaufte Pumpwerk stößt an seine Kapazitätsgrenzen.
Ein intensiver Abend voller Klassiker
Besonders gespannt sind wir auf die Lieder, die SUBWAY TO SALLY bisher nicht akustisch interpretieren konnten, weil sie noch nicht so alt sind. Gleich vier Stücke von „Himmelfahrt“ schaffen es heute Abend ins Set, und man merkt, wie viel Fingerspitzengefühl die Band beim Umbauen bewiesen hat. Alles klingt wie aus einem Guss und nicht bloß herunterreduziert. Die beiden „Engelskrieger“-Songs „Unsterblich“ und „Falscher Heiland“ wirken genauso kalt und bedrohlich wie ihre rockigen Vorbilder.
Gegen Ende folgen die schweren Geschütze: Ein Medley aus „Sag Dem Teufel“, „Ohne Liebe“ und „Tanz Auf Dem Vulkan“ feiern die Anwesenden von Anfang bis Ende, und auch beim „Veitstanz“ bleibt erwartungsgemäß niemand ruhig stehen. Die Zugabe besteht aus „Maria“ und dem obligatorischen „Julia Und Die Räuber“ – das funktioniert in jeder Variante. Danach kündigen SUBWAY TO SALLY an, die „Nackt“-Tour im Herbst 2027 verlängern zu wollen. Wer diesmal keine Gelegenheit hatte, sollte sich den Termin vormerken, denn der Abend zeigte eine ganz andere Seite der Band als gewohnt.
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Jannik Kleemann
































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