Bloody Falls - IV

Review

Mit „Thanatos“ hatte metal.de bereits vor acht Jahren ein Auge auf das erste Album der finnischen Melodic-Deather BLOODY FALLS geworfen und der Platte ein eher durchwachsenes Fazit verliehen. Nun sind einige Sonnenumläufe und zwei weitere Langspieler ins Land gegangen, während sich das Kollektiv aus Valkeakoski weitgehend stabil gehalten und zwischenzeitlich lediglich Sänger Tanawat Thongprem gegen Antero Hakala ausgetauscht hat. Mit ihrem entweder einfallslosen oder schlicht betitelten vierten Werk „IV“ schreibt das Quintett derweil den eigenen Stil fort.

Schlichter Titel, schlichtes Werk

Dieser ist der Beschreibung des Albumtitels leider nicht ganz unähnlich, obwohl BLOODY FALLS vordergründig erstmal nicht viel verkehrt machen. Mit dem typisch finnischen Stil aus leichten Sonnenstrahlen hinter einem melancholischen Vorhang, wie ihn Bands wie INSOMNIUM perfektioniert haben, will man auf „IV“ nichts wissen, stattdessen schielt man in druckvoll modernem Gewand eher über die Grenze nach Schweden in Richtung SONIC SYNDICATE oder THE UNGUIDED. Zwischen Groove Metal, Melodic Death Metal und einer Prise Metalcore machen es sich die fünf Finnen letztlich vielleicht etwas zu bequem.

Songs wie „I Am The Devil“ oder „Doomed To Repeat“ gehen zwar ohne Umwege in den Kopf und wirken gleichsam auch irgendwie bekannt, doch fast sämtlichen Stücken fehlt es an Mut, in die Tiefe zu gehen, dazu wirken sie häufig statisch. Soll heißen, sobald man den Eindruck gewinnt, BLOODY FALLS hätten an dieser Stelle alles gesagt, muss man zumeist noch circa drei weitere Minuten durchhalten, ohne dass noch etwas Nennenswertes passiert. Das lässt sich auch im Großen auf das gesamte Album projizieren, denn nach hinten heraus geht diesem ebenfalls ziemlich die Luft aus.

Short-Life-Product

Kantige Riffs, die manchmal fast schon im Nu-Metal-Bereich angesiedelt sind, ein paar Keyboard-Farbtupfer und Arrangements, die stets auf einen geradlinigen Refrain zusteuern – auch dafür gibt es grundsätzlich einen Markt, doch ob BLOODY FALLS diesen mit ihrem durchschnittlichen Short-Life-Product bedienen können, darf durchaus in Frage gestellt werden.

02.07.2026

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38575 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

1 Kommentar zu Bloody Falls - IV

  1. destrukt. sagt:

    Bezogen auf den verlinkten Song, find ich schon, dass die Mukke mit ihrem Groove Metal orientierten Riffing Potential hat und nen gewissen Schunkelfaktor. Aber dann wirds halt mit flachen Rockbeats unterlegt, die null Punch geben. Das Zeug lebt von Kickskickskicks. Und die deplatzierten Keys wirken auch mehr nach dem Motto „Wir sind Finnen, wir brauchen noch n Keyboard, sonst merkts niemand.“ Liegt aber vermutlich auch einfach an mir, dass dieses Groove Metal Ding für mich nur als begleitendes Stilmittel (Coroner/Decapitated) super funktioniert, und weniger als alleiniges Genre, weil offenkundig scheint die Band schon auch die richtigen Knöpfe zu drücken bei ~ 77k Hörern auf entsprechenden Plattformen. Deswegen gilt vermutlich auch hier: wird kompetente Hörer finden.