Vanden Plas - AcCult II

Review

Vor 30 Jahren veröffentlichten VANDEN PLAS ein Akustikalbum namens „AcCult“. Darauf waren reduzierte Versionen von Stücken ihres Debütalbums „Colour Temple“ enthalten – mehr gab das Repertoire der damals jungen Progressive-Metal-Band nicht her. Mittlerweile sind einige Alben hinzugekommen, und aus 1996 ist 2026 geworden. Nun ziehen die gestandenen Musiker einigen ihrer Songs erneut das Stromkorsett aus und nennen das Ganze folgerichtig „AcCult II“. Welchen Liedern dürfen wir im ruhigen Gewand lauschen?

VANDEN PLAS – weniger laut, genauso komplex

Vom aktuellen Album „The Empyrean Equation Of The Long-Lost Things“ findet sich kein Titel in der Tracklist. Stattdessen wildert die Kaiserslauterner Gruppe in ihrer Vergangenheit von „The God Thing“ bis „The Ghost Xperiment“ und präsentiert Klassiker, die auf keinem Konzert fehlen dürfen, aber auch Underdogs, die man so nicht erwartet hätte.

Schon auf der ersten Scheibe fanden sich neben eigenen Stücken Coversongs im Akustikgewand. Dieses Mal trifft es mit „Boat On The River“ von STYX eine AOR-Band, was besonders Neu-Keyboarder Alessandro Del Vecchio freuen dürfte. Mit „Nothing Else Matters“ nehmen sich VANDEN PLAS des größten METALLICA-Hits an. Sänger Andy Kuntz legt zu dem fast ausschließlich vom Piano begleiteten Song eine erstklassige Gesangsleistung hin. Als zum Schluss die Band einsteigt, ist der Gänsehautmoment perfekt.

Die VANDEN-PLAS-Tracks klingen akustisch ebenfalls gut, bleiben jedoch nicht so sehr hängen wie in ihrer lauten Variante. Am besten gelingt der Albumcloser „You Fly“, auf dem SUPERTRAMP-Mitglied John Helliwell das Saxophon spielt. Zugutehalten muss man den Progressive-Metallern, dass sie die Lieder nicht einfach akustisch nachspielen, sondern sorgfältig neu arrangiert haben. Die musikalische Qualität bleibt erhalten.

„AcCult II“ ist ein guter Zwischenakt

Es ist schön, dass Fans von VANDEN PLAS neues Futter bekommen, denn bekanntlich brauchen die Herren meist etwas länger für ein neues Album. Mit „AcCult II“ setzen sie ein Experiment fort, auf das viele lange gewartet haben. Die Zeit bis zur nächsten lauten Platte lässt sich damit gut überbrücken.

17.07.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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