Orbita - Farewell To All We've Lost

Review

Nach einem stark vom Stoner Doom geprägten Demo schlagen ORBITA auf „Farewell To All We’ve Lost“ eine düsterere Richtung ein. Die schweren Riffs sind geblieben, auf dem Debütalbum bekommen sie aber Gesellschaft von tristen, teilweise post-rockigen Passagen und einem ausgesprochen melancholischen Gesang. Vier Stücke auf knapp 40 Minuten zeigen, was die Italiener mit dieser Mischung vorhaben.

Zwischen Klage und Riffgewalt

Der cleane Gesang steht eindeutig in der Tradition des klassischen Doom. Er klingt mitunter fast weinerlich, was der Musik aber eine persönliche Note verleiht. Hinzu kommen harsche, beinahe gutturale Keifpassagen, die sich gut in den eigenwilligen Sound einfügen. „Rotten Flowers“ vermittelt einen ersten Eindruck davon, wie ORBITA diese Stimmen mit kraftvollen Stoner-Riffs verbindet. Besonders ergreifend gelingt das in „Nèkyia“, dessen düstere Tragik auch unter den schweren Gitarren spürbar bleibt.

„Marble Veil” beginnt hingegen mit sanften Einzelnoten und zaghaften Flageolett-Klängen, die an Post-Rock erinnern. Schwere Stoner-Riffs sucht man in diesem Song vergeblich. Stattdessen hält er nahezu bis zum Ende an seiner traurigen, klaustrophobischen Stimmung fest, ehe dröhnende Keyboardklänge den Abschluss bilden.

Raum für Gefühle

Nach einem getragenen Intro nimmt „The Spear“ wieder volle Fahrt auf und zeigt noch einmal beide Seiten der Band. Die Riffs packen kräftig zu, während der Wechsel zwischen klarem Doom-Gesang und harschen Ausbrüchen dem langen Stück zusätzliche Intensität verleiht. Hier wird deutlich, wie eng Härte und Verletzlichkeit bei ORBITA zusammenhängen.

„Farewell To All We’ve Lost“ ist ein vielschichtiger Erstling, mit dem ORBITA musikalisch noch etwas ausholen. Besonders hängen bleiben dabei der sehr eigene Gesang und die ergreifenden, düsteren Passagen. Die Band hat bereits einen persönlichen Ausdruck gefunden. Wie sie ihre verschiedenen Ansätze künftig bündeln wird, dürfte spannend werden.

04.10.2026

- perfection is the end of everything -

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