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Interview mit The Black Court, Damnation Defaced und Nico Rose

Interview

Phil, alles Gute zu eurem Bandgeburtstag. Herzlichen Glückwunsch.

Damnation Defaced: Was habt ihr? Zehn Jahre?

The Black Court: 15 Jahre. Zehn in der gleichen Besetzung. Erschreckend manchmal. Fast die Hälfte meines jungen Lebens.

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The Black Court

Was hat sich in diesen 15 Jahren am meisten verändert? Egal ob persönlich oder musikalisch.

The Black Court: Frisuren haben wir ja schon bei Instagram beschrieben. Was sich verändert hat… natürlich das Bandleben.

Es ist ja immer noch eine vom Anspruch her semiprofessionelle, aber von der Größe her Amateurband. Wir verdienen damit wirklich kein Geld. Die Lebensrealität hat sich bei uns allen verändert. Wir haben uns im Studium kennengelernt, und jetzt sind wir mittlerweile über Norddeutschland verstreut.

Wir sehen uns so circa einmal im Monat. Also diese Dynamik, wie eng das Leben verzahnt ist, hat sich ein bisschen verändert. Auch wenn wir uns immer noch als sehr enge Freundesgruppe begreifen – und dafür sprechen ja auch zehn Jahre in der gleichen Konstellation, trotz aller Schwierigkeiten, die es gibt.

Wie viel Zeit wir haben, hat sich nicht großartig verändert. Früher haben wir intensiv studiert, natürlich alle sehr erfolgreich. Jetzt haben wir mehr Geld. Aber ich glaube, diese räumliche Distanz macht etwas. Wir treffen uns nicht mehr zweimal die Woche zum Proben und schreiben dauerhaft an Songs. Man muss das viel aktiver pflegen, dass es musikalisch weitergeht, aber auch persönlich, zwischenmenschlich.

Ich bin als Erster weggezogen, vor mittlerweile schon acht Jahren. Da war die Frage: Hören wir dann auf oder nicht? Und dann dachte ich mir: So viele Bands wohnen nicht alle in der gleichen Stadt – versuchen wir es einfach mal. Es funktioniert immer noch gut, aber man muss es menschlich sehr aktiv gestalten.

Wenn eure Band ein Buch wäre, welches Genre wäre das?

The Black Court: Dark Romance vielleicht. Spaß beiseite – ich muss kurz überlegen, aber ich glaube, es wäre sozialkritisch. Es wäre kein Roman, sondern eher in Richtung Sachbuch oder vielleicht etwas, das ein bisschen dazwischen ist. Non-Fiction definitiv und düster-dystopisch. Sowas wie „1984“ oder „Fahrenheit 451“.

Philipp, wie wichtig ist euch Inhalt und Atmosphäre im Vergleich zur musikalischen Härte?

Damnation Defaced: Das ist tatsächlich ganz interessant, weil bei uns Synthesizer und Klangwelten immer ein Thema sind. Wir sind diese Woche im Studio gewesen und arbeiten gerade an einem neuen Album.

Da wird natürlich diskutiert: Wie viel Raum nimmt was ein? Das ist sehr wichtig. Ich möchte Gefühle erzeugen, die über das 08/15 hinausgehen. Durch elektrische Sounds, durch Industrial, durch Schreie, Synthesizer, Melodien – soll man schon denken: Was ist das denn, passt ja gar nicht rein oder passt ja doch rein?

Von daher nimmt das einen großen Part bei uns ein und über die Jahre auch einen immer größeren, weil man immer mehr ausprobiert und immer mehr sagt: Können wir noch weitergehen? Man denkt immer, man will noch extremer dabei werden, Sachen zu vermischen, aber das ist gar nicht einfach. Die Dinge so zu kombinieren, dass es dabei noch harmonisch klingt, das ist eine Herausforderung.

Wir wollten noch mehr Techno-Elemente haben, und es ist sehr schwer, das zu kombinieren. Man sieht viel im Netz oder auf Social Media, aber meistens klingt es einfach scheiße oder ist Effekthascherei. Das vernünftig zu kombinieren, ohne dass es gleich klingt wie COMBICHRIST oder KMFDM – das ist eine Herausforderung. Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit.

Wir sind gespannt!

Galerie mit 32 Bildern: The Black Court - Silent Concert 2020Galerie mit 20 Bildern: Damnation Defaced - Metal Hammer Paradise 2021

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12.04.2026

"Es ist gut, aber es gefällt mir nicht." - Johann Wolfgang von Goethe

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