Discreation
Interview mit Sebastian Schilling zu "Procreation Of The Wretched"

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DISCREATION reihen mit sich mit ihrem aktuellen Album „Procreation Of The Wretched“ und eigener Note souverän bei den besten des aktuellen heimischen Death-Metal-Booms ein. Und wer sich hinter OBSCURITY, WEAK ASIDE, CHAPEL OF DISEASE oder VENENUM nicht zu verstecken braucht, der kann auch der Befragung durch Metal.de gelassen entgegen blicken. Gitarrist Sebastian Schilling gibt Auskunft.

Gratulation zu „Procreation Of The Wretched“! Ihr liefert nicht nur meiner unmaßgeblichen Meinung nach mittlerweile eine mächtig giftige und griffige Kombination aus unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Death Metal und seiner direkten Nachbarn. Wie seid ihr die Platte angegangen?

Wir haben uns überlegt, in welche Richtung es gehen soll und waren uns einig, dass es aggressiver, garstiger und düsterer werden soll. Darauf haben wir alle neuen Ideen abgeklopft und dabei auch einige Sachen verworfen, die wir früher vielleicht noch genommen hätten. Auch wollten wir diesmal eine echte, organische Produktion. Ansonsten, denke ich, haben wir unsere Trademarks beibehalten und legen uns nach wie vor nicht auf eine einzelne Death-Metal-Spielart fest.

Welches sind eure musikalischen Helden?

Das kann man kaum pauschal beantworten. Als Peter und ich die Band gründeten, standen wir sehr auf VADER, SIX FEET UNDER, BOLT THROWER, VOMITORY und GOD DETHRONED. Über die Jahre sind da natürlich noch viele Bands dazugekommen. Ich persönlich stehe heute besonders auf düsteren Death Metal wie er zum Beispiel von Dark Descent Records veröffentlicht wird.

Und wie steht ihr als DISCREATION eigentlich zu all den räudigen, verkrusteten DIS-Truppen im Schlepptau von DISCHARGE?

Da muss ich leider passen. Meine einzige Berührung mit DISCHARGE war, als ich sie auf dem Boltfest in London gesehen habe. Das fand ich aber ganz cool. Wenn es nicht zu punkig wird, darf ruhig ein bisschen Crust dabei sein.

Ihr seid mit „Procreation Of The Wretched“ bei F.D.A. untergekommen, aktuell wohl dem DM-Label hierzulande schlechthin. Die dort erscheinenden Platten werden in Reihe abgefeiert. Erkennt ihr einen nachhaltigen Boom des Death Metal oder beargwöhnt ihr einen Hype?

Von Hype würde ich nicht unbedingt sprechen, das spielt sich ja schon alles eher im Underground ab. Ich freue mich vielmehr, dass momentan so viele wirklich gute Death-Metal-Releases rauskommen, gerade auch aus Deutschland. Als Fan hoffe ich natürlich, dass es so weitergeht und dass Death Metal aus Deutschland auch zukünftig ernstgenommen wird.

Nebenbei: Seid ihr die Typen, die wochenlang nach dem richtigen Patch für die Kutte suchen und das rare MORBID-ANGEL-Longsleeve von ’89 in der Schutzfolie im Schrank haben? Wie weit geht da eure Passion?

Da ist jeder unterschiedlich. Ich würde mich schon als Sammler bezeichnen, aber ich muss nicht zwangsläufig alles haben. Alle Versionen einer Scheibe brauche ich zum Beispiel nicht und dreistellige Beträge würde ich für Tonträger auch nicht ausgeben. Höchstens wenn es um CELTIC FROST und HELLHAMMER geht. Aber bislang hat es mir gereicht, Diskographien bestimmter Bands zu vervollständigen.

Das Bandlogo wurde angepasst, das mächtige Cover-Artwork ist offensichtlich keine Verlegenheitslösung. Welchen Stellenwert nimmt das grafische Element bei DISCREATION ein?

Seit „The Silence Of The Gods“ machen wir da keine Kompromisse mehr. Ein geiles Cover-Artwork kostet Geld, aber es lohnt sich auch. Mit dem Logo sind wir nun auch zum ersten Mal so richtig zufrieden. Wir haben zwar immer versucht, das definitive Logo zu finden, aber jetzt ist es uns endlich gelungen. Was das Artwork angeht, denke ich, dass wir auch in Zukunft mit Juanjo Castellano arbeiten werden, denn sein Stil passt perfekt zu unserer Musik.

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Im apokalyptischen Reich des Knochenpapstes auf dem Cover ist alles Leben ausgelöscht. Von den Menschen sind bloß die Schädel geblieben. Ist dies euer Blick in die Zukunft?

Könnte man so sehen, ja. Einige der Texte, auf denen das Cover basiert, behandeln dystopische Science-Fiction Szenarien und da spielt die Auslöschung der Menschheit durchaus eine Rolle, ha ha.

Und wie sieht es mit der näheren Zukunft DISCREATIONs aus? Welche Ziele habt ihr euch als Band gesetzt?

Wir sind ermutigt durch die positiven Reaktionen auf „Procreation Of The Wretched“ und wollen weiter Gas geben. Bis zum Ende des Jahres haben wir sieben Gigs bestätigt und wir arbeiten daran, weitere an Land zu ziehen.

Was ist sonst noch zu sagen?

Vielen Dank für das Interview. Only Death Is Real!

17.06.2015

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