Hyades
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Interview

Das italienische Thrash-Kommando HYADES ging mit der neuen Abrissbirne "And The Worst Is Yet To Come" just in die zweite Runde. Auch mit dem neuen Album begeistern die Südeuropäer die Old School Thrash-Lunatics – besonders die Bay Area-Klientel dürfte im positiven Sinne ziemlich steil gehen. Da ist es selbstverständlich unsere Pflicht, nach der Huldigung des Zweitwerkes auch ein Interview nachzuschieben. Selbiges führte ich per Mail mit Gitarrist Lorenzo Testa. Cooler Nachname für einen Thrasher, hehe. Und was soll ich sagen, der junge Mann war bestens gelaunt. So machen Interviews Spaß!

HyadesHallo Lorenzo! Wie läuft es denn so? Was ist seit dem Debütalbum „Abuse Your Illusions” denn so geschehen?

Hallo Chris! Es läuft sehr gut. Wir haben nun unser zweites Album weltweit veröffentlicht, was für eine Thrashband aus Italien definitiv ein wichtiges Ziel ist. Weißt du, Italien hat keinen besonders guten Namen in der Metalszene, und so war es sehr schwierig für uns, einen Plattenvertrag zu ergattern, der es uns auch ermöglicht, unsere Musik jenseits der italienischen Grenze an den Mann zu bringen. Hmm… was seit „Abuse Your Illusion so passiert ist? Nun, wir haben innerhalb von 6 oder 7 Monaten ein Album geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht, sind durch Europa getourt, haben zwei Videoclips gedreht und eine riesige Anzahl an Gigs gespielt, zudem gab es einen Drummerwechsel. Wir haben verdammt viel gemacht!

Hehe, dafür brauchen andere Bands ja ein halbes Jahrzehnt. Was unterscheidet das neue Album denn vom Vorgänger?

Na ja, wie ich eben schon sagte, haben wir die Songs für „And The Worst Is Yet To Come“ in einem sehr kurzen Zeitraum geschrieben. Wir haben im Januar mit dem Songwriting für das Album angefangen und es schon im August 2006 aufgenommen. Dadurch klingt das neue Werk… hm… kompakter, wie ich finde. Die Songs, die auf „Abuse Your Illusions“ enthalten sind, sind untereinander sehr verschieden, da wir sie innerhalb von zwei bis drei Jahren geschrieben hatten. Es war unser erstes Album, und daher haben wir an ihm deutlich anders gearbeitet. Wir haben eben auch einen neuen Schlagzeuger, und das neue Album ist auf jeden Fall großartig und professionell eingespielt worden. Aber um auf den Hauptunterschied zwischen den beiden Alben zu kommen: wir haben auf der neuen Scheibe drei, vier Songs, die weitaus aggressiver sind als das, was wir bisher gemacht haben. Songs wie „Buried In Blood“, „New World War“ und „Disposable Planet“…

So richtige Old School-Thrash Metal-Bands gibt es heute ja kaum noch – zumindest, was die bekannten Genrevertreter angeht. War das auch ausschlaggebend für euch, etwa nach dem Motto „Jetzt oder nie!“ eine solche Band zu gründen?

Öhm, ehrlich gesagt ist uns das relativ egal. Aber als Fan muss ich sagen, dass es verdammt traurig ist, dass die guten Bands immer die gleichen alten Bands sind. Als Musiker hingegen mache ich einfach die Musik, die ich mag – der Rest ist mir ziemlich gleichgültig. In den elf Jahren unserer Karriere haben wir uns Schritt für Schritt weiterentwickelt, bis hin zum heutigen Sound, den du auf unserem neuen Longplayer hörst. Aber ich habe keine Ahnung, in welche Richtung sich HYADES entwickeln werden und wie das nächste Album klingen mag. Wir spielen einfach, um Spaß zu haben, egal, ob wir nun eine von wenigen oder eine von Millionen Bands sind. Wen interessiert das? Hehehe…

Neben Wayne unter anderem mich, haha! Aber das ist eine gute Einstellung, da am Ende weitaus ehrlichere Musik herauskommt. Erzähl uns doch ein wenig über die Entstehung des neuen Albums, beispielsweise über das Songwriting, das Studio…

Unser Drummer Rawdeath wohnt 600 Kilometer vom Rest der Band entfernt, daher war der Songwritingprozess recht ungewöhnlich. Wir sind ständig mit dem Zug zwischen Nord- und Mittelitalien hin und her gependelt, haben acht bis zehn Stunden an jedem Wochenendtag geprobt. Das ging rund drei Monate so. Es war anstrengend, aber es war auch sehr spaßig! Auch wenn ich nach wie vor die meisten Texte und Songs selbst schreibe, haben wir als Team gearbeitet, was wir vorher so nie taten.

Wir haben das neue Album im IndyRecords Studio in Norditalien aufgenommen, was ein paar Wochen gedauert hat. Rawdeath hat uns alle kalt erwischt, denn er hat seine Drumparts mal eben in drei Tagen fertiggestellt, während der Rest von uns noch nicht mal für die Aufnahmen bereit war, hahaha!

Das kommt der Band ja nur zugute, da das den Ansporn dazu gibt, es selbst besser zu machen. Wie um alles in der Welt habt ihr es geschafft, ein Ed Repka-Cover an Land zu ziehen?

Wir haben mit unserem Label Mausoleum Records über das Coverartwork gesprochen, und Alfie Falkenbach hat uns daraufhin vorgeschlagen, doch einfach mal mit Ed Repka Kontakt aufzunehmen, der 2005 auch das Cover für SUICIDE WATCH gemacht hat. Ich persönlich war schon immer Repka-Fan, und all meine Lieblingsalben haben Coverartworks von Ed: TOXIK, EVILDEAD, MEGADETH… – also haben wir ihn einfach angehauen und ihm unsere Vorstellungen vermittelt… die Bedeutung, das Thema, all das… Ed war völlig begeistert! Er brauchte ein paar Monate, um es zu zeichnen, und das Ergebnis ist beeindruckend und großartig! Für mich als langjähriger Thrash-Maniac ist ein Traum wahr geworden. Nun kann ich glücklich sterben, hahahaha!

Der Kerl macht aber auch mal großartige Arbeit, das kann nicht oft genug gesagt werden! Wovon handeln die Texte auf „And The Worst Is Yet To Come“ denn so?

Ich versuche stets, auf intelligente und unbequeme Weise eine Message zu vermitteln. Mir ist meine Zeit zu kostbar, um solch einen Schrott wie „Yeaaaah, Satan, mein Führer der du bist!“ oder „Uuuuuuuuh, stirb für Metal, wir leben für den Metal“ zu verzapfen. Das wäre natürlich einfacher, zumal es die Leute auch mögen. Ich bin jedoch lieber ich selbst und schreibe, was ich von der Welt und der Gesellschaft, in der wir leben, halte.

Es gibt verschiedene Themen auf der Platte: der Albumtitel und „Disposable Planet“ handeln von Umweltverschmutzung und dem Problem des Konsumwahns. Bei „Buried In Blood“ wettere ich gegen die heuchlerische Gesellschaft, während „Pharmageddon“ die von den Massenmedien und Regierungen initiierten Seuchenwarnungen anprangert. Aber auch für Spaß ist Platz, wie zum Beispiel in „Wops Still Thrash“, in welchem wir unser Pech der Vergangenheit auf die Schippe nehmen – oder beispielsweise in „Megamosh“ über lächerliche Metaller ablästern, hähähä…

Was hältst du denn vom Neo Thrash-Movement, das heute immer noch sein Unwesen treibt? Weißt du, in den Neunzigern fingen Bands an, ihren Sound zu modernisieren und haben groovige und „zeitgemäße“ Elemente in ihre Musik integriert. Bands wie PANTERA und MACHINE HEAD, aber auch FEAR FACTORY haben in diesem Zuge Unmengen an Bands beeinflusst, welche dann auch von traditionellem zu modernem Stoff übergesiedelt sind. Das läutete, wie ich finde, den Beinahe-Tod des guten alten Thrash ein.

Jepp, da hast du Recht, Bands wie PANTERA und MACHINE HEAD haben in den frühen Neunzigern zum Tod des Thrash Metal beigetragen. Ich kann von mir aus sagen, dass ich diese Bands schlichtweg nicht mag und sie deswegen auch nicht höre. Nimm PANTERA: sie haben den Sound von Bands wie EXHORDER geklaut und haben ihren Erfolg einzig und allein ihren Majorlabel-Verträgen zu verdanken. Ich höre mir diesen Neo Thrash-Kram nicht an, weil ich ihn nicht mag – auch diese ganzen aufgeblasenen Bombastproduktionen von heute. Es ist leicht, mit einem Mesa Boogie Ultra Gain, einem Effektrack, Tretminen und diesem ganzen digitalen Mist „brutal“ zu klingen. Dafür brauche ich allerdings lediglich ’ne alte, verkratzte Gitarre, ein Kabel und einen Marshall-Amp. Ohne diesen verfickten modernen Scheiß – denn das ist es, was Thrash Metal ausmacht!

Yeah! Absolut meine Meinung! Welche Thrashbands der alten Schule siehst du auch heute noch als Legenden an? Viel dürften das ja auch für dich nicht mehr sein…

Nun, die letzten beiden EXODUS-Scheiben sind okay, aber die unterscheiden sich doch schon sehr von dem EXODUS-Stil, den ich liebe. Die neue SLAYER („Christ Illusion“ – Anm. d. Verf.) ist auch ganz gut, aber die haben solch ein Album letztendlich auch nur geschrieben, um den alten Fans das Maul zu stopfen. Ich mag Testament auch nicht mehr… Grunzvocals und eine moderne Bombastproduktion – welch ein Scheiß, Mann! Aber ich warte auf die neue LÄÄZ ROCKIT-Scheibe. Ich hab‘ die Band vor ein paar Wochen auf dem KEEP IT TRUE-Festival gesehen, und sie waren beeindruckend! Daher bin ich sehr gespannt, was da kommen mag.

Kommentiere doch mal die folgenden Bands. Fangen wir an mit HEATHEN.

Eine verdammt geile Band aus den 80ern, eine meiner All-Time-Faves. Ich habe sie 2001 bei einer Reunionshow gesehen und ihren letzten Output „Recovered“ gekauft. Gutes Teil, aber wertlos im Vergleich zu den ersten beiden Alben.

Wie schaut’s mit EXODUS aus?

Für mich sind EXODUS 1996, mit der unvergesslichen Reuniontour mit Paul Baloff, gestorben. Aber die neuen Scheiben sind akzeptabel, vor allem „Tempo Of The Damned“.

Metallica vor 1991…

Hehehe, was soll ich sagen? Sie haben gute Songs gemacht und Geschichte geschrieben. Aber ich denke, einige andere Thrashbands wären dieses Erfolgs mit Sicherheut weitaus würdiger gewesen – aber METALLICA hatten das Geld und die Fähigkeit, nachvollziehbare, catchy Songs zu schreiben.

…und ab 1991?

Ich mochte das schwarze Album. Es war zwar sehr anders als die vorherigen Werke, aber ich fand es gut. Danach haben sie einfach die Musik gespielt, die sie wollten, auch wenn sie weniger Einheiten damit verkauften – aber ich respektiere diese Herangehensweise. „St. Anger“ ist langweilig und absoluter Bockmist, aber ich finde ihre Attitüde auf dem Album bemerkenswert.

Was ist mit MEGADETH?

Ich warte sehnsüchtig auf die neue Platte! Die letzte war enttäuschend, und ich habe seit „Countdown To Extinction“ nichts Gutes mehr von ihnen gehört – aber ich weiß, dass ich da viel zu engstirnig bin, hahaha!

Und… ARTILLERY?

Woooooow! Für mich die geilste Thrashband aller Zeiten. „By Inheritance“ ist das beste Thrash Metal-Album überhaupt!

Wen haben wir denn noch… ah, ja… FORBIDDEN?

Ich liebe „Twisted Into Form“ abgöttisch: technisch, raffiniert und völlig genial. Die Songs vom 1993er Demo sind auch klasse, aber leider haben sie sich dann aufgelöst. Natürlich mag ich die Post-Reunion-Alben nicht, die sind mir zu modern und groovy, hahaha!

VIO-LENCE, hehe….

Nun, Robb Flynn hat mit VIO-LENCE Thrash Metal gespielt, als Thrash ein Trend war. Dann gründete er MACHINE HEAD. Nach ein paar Jahren fingen MACHINE HEAD an, diesen angesagten Crossover-Kack zu kopieren, und heute machen sie wieder einen auf groovigen Post-Thrash. Wie kann ich solche Musiker für voll nehmen?

Dann hätten wir dann noch.. hm, wen nehmen wir denn, wo wir gerade so schön am Lästern sind? ANTHRAX natürlich, hehe…

Ich hab mir den Kopf auf ihrer Reunion-Tour zu Matsch gebangt, weil meine Lieblingsalben von ANTHRAX „Among The Living“ und „State Of Euphoria“ sind – mit Belladonna am Mikro. Aber die Reunion war natürlich ein Witz und ein Schlag ins Gesicht für sämtliche ANTHRAX-Fans.

A propos ANTHRAX. Das Wort bedeutet nicht nur „Milzbrand“, sondern stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet dort „Kohle“. Letzteres ist hier in Deutschland ein landläufiges Synonym für Geld. Auch nicht schlecht, oder?

Mehr als witzig, traurig aber wahr: Geld als Grund für die ANTHRAX-Reunion mit Spitz und Belladonna, hahaha!

Was bedeutet dir Thrash Metal?

Nun ja, auf meinem rechten Arm ist unser Bandmotto „Thrash now, work later“ tätowiert. Es ist nicht nur Musik, sondern eine Einstellung. Eine Lebensart. Thrash ist Antikonformismus, das Verweigern der kapitalistischen Regeln unserer Gesellschaft, eine historische, soziale und musikalische Antikultur. Unser Bassist Rob repräsentiert unser Bandmotto wortwörtlich: er ist ohne einen einzigen lumpigen Cent von Sizilien nach Norditalien gezogen – nur, um in einer Band spielen zu können. Und so stieg er dann bei HYADES ein. Das ist etwas, das unbeschreiblich ist, und ich weiß auch nicht, ob es richtig oder falsch ist, was wir tun. Aber das sind eben wir.

Werdet ihr auch Gigs in Deutschland spielen?

Ich hoffe es! Wir haben zwar zwei Alben weltweit veröffentlicht, aber es ist für italienische Bands nach wie vor schwierig, in bestimmten europäischen Bands Gigs zu buchen. Wir könnten jede Show, die wir haben wollten, spielen, wenn wir für sie bezahlen würden. „Ihr wollt mit EXODUS touren? Klar, kein Problem, ihr müsst nur tausend Euros an eine Bookingagentur zahlen und ihr seid dabei!“. Aber erstens sind wir eine arme Band, hahaha, und zweitens akzeptieren wir dieses „pay to play“-Gehabe nicht.

Wir verdienen kein Geld mit Musik, und das ist uns auch nicht wichtig. Sie ist für jeden von uns einfach eine Leidenschaft. Fürs Auftreten zu bezahlen ist eine Frechheit. Ich werde das niemals tun! Sei’s drum – wenn wir eine Möglichkeit bekommen, bei euch zu spielen, werden wir diese nutzen. Wir hatten letztes Jahr in Würzburg ’ne Menge Spaß, zudem haben wir dort auch sehr viele Fans!

Der 2006erGig in Würzburg war einer der geilsten Gigs in unserer elfjährigen Karriere. Daher wünsche ich mir sehr, so bald wie möglich wieder bei euch aufzutreten. Im August treten wir unter anderem in Belgien und Holland auf, und in diesem Zuge versuchen wir auch, auf unserem, ähem, Rückweg nach Italien noch ein paar Deutschlandgigs klar zu machen. Wenn du also gute Kontakte hast, dann sag mir bescheid, hahaha! Wir brauchen lediglich eine Bühne und tonnenweise Bier, hahaha! Ach, wir brauchen nicht mal eine Bühne, wir können auch auf dem Fußboden spielen. Bier reicht also, hahahahaha!

Na denn prost, hehe! Welche italienischen Bands von denen, die wir alle schon kennen, kannst du uns noch empfehlen?

Nun, sag mir erst mal, welche Bands du schon kennst, hahaha! Es gibt hier in Italien Unmengen schweinegeiler Bands, aber wie ich schon sagte, ist es schwierig für italienische Bands, gute Plattendeals zu bekommen, um ihre Musik auch im Ausland bekannt zu machen. Du glaubst kaum, wie viele geile Thrash-Bands wir hier haben! Da hätten wir an erster Stelle unsere guten Kumpels von HATEWORK. Die treten mächtig Arsch! GROUND CONTROL, WARMONGER und DEATH MECHANISM sind auch verdammt gute Bands, und die engstirnigen Old School Metal-Maniacs werden bei Bands wie VEXED und TOTAL DEATH bestimmt auf die Knie fallen. Wir haben auch gute Achtziger-Epic Metal wie BATTLE RAM, ASSEDIUM und HOLY MARTYR am Start, aber die deutschen Fans dürften die eh kennen, denn die spielten allesamt auch schon bei euch auf dem KEEP IT TRUE und dem HEADBANGERS OPEN AIR.

Cool. Und welche kannst du uns absolut NICHT empfehlen?

Hahaha, wir haben eine Menge geiler, aber auch massig beschissene Bands! Es gibt bei uns so viele tuckige Power Metal-Bands mit widerlichen Produktionen, Keyboards und schwitzigen Melodien – sie sind der Hauptgrund für Italiens schlechten Ruf in der Metalszene! Ich mag auch RHAPSODY und LABYRINTH nicht, aber ich respektiere sie immerhin. Jedoch gibt es bei uns auch 213912931 ähnliche Bands, die es nicht fertig bringen, diese Musik auch annehmbar zu spielen.

Tja, und das ist dann der Mist, der bei uns im Briefkasten landet und selten mehr als drei oder vier Punkte kassiert, hahaha! Da freu ich mich ja schon um so mehr auf euer drittes Album. Habt ihr schon Material dafür geschrieben?

Noch nicht. Wir machen erst mal eine Pause, und ich will mir bis zum Herbst auch keine Gedanken über neue Songs machen. Daher weiß ich auch noch nicht, wohin wir uns mit dem nächsten HYADES-Album bewegen. Jetzt wollen wir uns erst mal hinsetzen und uns erholen, so viel trinken, wie wir vertragen, Reviews lesen, Interviews machen und die geplanten Liveshows genießen, hehe. Danach fangen wir dann wieder mit dem Schreiben neuer Songs an.

Seid oder wart ihr auch in anderen Bands aktiv?

Yeah, ich spiele Gitarre bei WET DOG, einer Allstar-Band, bestehend aus Mitgliedern von HATEWORK, DUSTINEYES und TRACCIAZERO, drei in Italien sehr bekannten Bands. Wir spielen guten, alten, fauligen Rock’n’Roll von THE CLASH über SOCIAL DISTORTION bis hin zu JOHNNY CASH…. das ist zwar nicht metal, aber wir treten zahlreiche Ärsche, das darfst du mir glauben, hahaha!

Glaub ich dir gerne. Hört ihr denn noch andere Musik außer Thrash? Wenn ja, was denn so? Lässt du auch nichtmetallische Mucke an dich ran?

Jepp, ich bin ein Old School Metal-Fan, und ich habe seit 1989 kein wirklich gutes Metalalbum mehr gehört, haha! Wenn ich mal keinen Bock auf die immer gleichen LPs habe, dann höre ich mir auch gerne mal alten Punk und Rock’n’Roll an, zum Beispiel SOCIAL DISTORTION, THE BRIGGS, RAMONES, THE CLASH, U.S. BOMBS, UK SUBS, JOE STRUMMER & THE MESCALEROS. Aber ich mag auch alten Rock’n’Roll aus den Fünfzigern und Sechzigern, beispielsweise CARTER FAMILY, JERRY LEE LEWIS, BUDDY HOLLY. Oder JOHNNY CASH. Irische Musik höre ich mir auch viel und gerne an – den ganzen traditionellen Kram von DUBLINERS bis hin zu den POGUES.

Stell dir vor, du könntest tote Musiker aus ihren Gräbern holen und müsstest eine Band zusammenstellen. Bitte schön, hier hast du eine Schaufel. Okay, eine morbide Frage, hehe…

Auf jeden Fall will ich Paul Baloff am Mikro haben! Ein Mann, eine Legende. Alternativ Dawn Crosby von DÈTENTE (später auch FEAR OF GOD – Anm. d. Verf.). An die Drums gehört einer meiner ewigen Lieblinge, Cozy Powell. Cliff Burton muss natürlich an den Bass, und was Gitarristen angeht, hab ich keinen Schimmer.. Hm, keine Ahnung, echt… meine Lieblingsgitarristen leben alle noch, und ich hoffe, sie werden noch eine lange, lange Zeit weiter leben, hehehe!

So, die Band steht. Nun sind die Gräber der Musiker geöffnet. Wen würdest du flugs in die leeren Särge stopfen, um die Menschheit in Zukunft vor deren musikalischen Ergüssen zu bewahren?

Höhöhö, das wäre eine lange Liste! Na, den Tod würde ich ihnen nicht wünschen, aber ich hoffe inbrünstig, dass Timo Tolkki (STRATOVARIUS – Anm. d. Verf.) bald aufhört, Musik zu machen. Und NIGHTWISH natürlich. Ich kann diese Musiker nicht ertragen!

Hehe… wäre ich jetzt böse, würde ich sagen, das wäre eine gute Wahl. Aber ich bin ja ein seriöser Redakteur und darf so etwas nicht sagen. Upps… nun ist’s doch passiert. Nun, Lorenzo, ich danke dir vielmals für dieses prächtige Interview! Gibt es noch etwas, was zu uns, den Lesern und den Fans zu sagen hast?

Ich danke dir, Chris, und ich danke allen metal.de-Lesern! Ich grüße euch alle mit unserem kompromisslosen, unverantwortlichen Bandslogan: THRASH NOW, WORK LATER!!!

27.04.2007

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