Norther
Interview mit Gitarrist Kristian "Kride" Ranta zu "N"

Interview

„N“, der neue Longplayer von NORTHER und das erste Album der Band über Century Media Records, steht in den Läden und soll das Feld von hinten aufrollen. Tatsächlich ist „N“ vielschichtiger als seine Vorgänger und sollte jeden Lügen strafen, der NORTHER Plagiatsvorwürfe an den Hals werfen möchte. Wir haben uns mit Gitarrist Kristian „Kride“ Ranta aber nicht nur über das neue Album und die Songs unterhalten, sondern auch über die finnische Metal-Szene und Tour-Träume, aber lest selbst.

Norther

Hi Kristian! Ihr seid soeben von der Finnish Metal Expo zurück. Wie war’s denn? Hattet ihr einen eigenen Stand und habt ihr auch gespielt? So oder so, es hat doch aber sicherlich Spass gemacht?

Hallo! Ja, wir sind wieder zurück und bereits eifrig am Üben für die nächsten Shows. Wir hatten übrigens unseren eigenen Stand, ja, und tierisch viel Besuch…auch aufgrund einer ausgedehnten Autogrammstunde. Hehe. Die Zuschauer hatten viel Spass und fanden unsere Show extrem geil, aber ehrlich gesagt haben wir diesmal gar nicht so gut gespielt und deshalb sind wir jetzt ja auch im Proberaum, damit’s dann beim nächsten Mal wieder richtig knallt!

Ihr habt im Vorfeld angekündigt eure Single „We Rock“, die ausschließlich in Finnland erhältlich ist, auf der Expo erstmalig live vorzustellen. Wie waren denn die Reaktionen so?

Ja, wir haben diesen Song auch gespielt, darüberhinaus aber noch fünf weitere Songs vom aktuellen Album, denn in Finnland ist das Album bereits erhältlich! Die Reaktionen auf die neuen Songs waren wirklich hervorragend, darüber waren wir natürlich sehr glücklich.

Wo siehst du eigentlich die Unterschiede zwischen der finnischen Metal-Szene und der in den anderen Teilen Europas? Bevorzugst du evtl. sogar ein Land und deren Fans oder meinst du, dass sich alle Metal-Fans auf die ein oder andere Art ähneln?

Ehrlich gesagt kenne ich die Szenen der anderen Länder kaum bzw. gar nicht, deshalb kann ich eigentlich nur für die finnische Metal-Szene sprechen, und die lebt und gedeiht ausgesprochen gut. Es gibt bei uns einige richtig geniale Bands, viele Shows und interessante Happenings und in Helsinki ist auch das Nachtleben bunt und granatenstark…da gibt’s einige sehr nette Bars und so. Und was die Fans anbelangt, so hatten wir bisher immer ein fantastisches Publikum, in jedem Land, in dem wir bisher gespielt haben.

Und weshalb seid ihr und Spinefarm Records getrennte Wege gegangen? Ihr habt dann ja auch noch eine EP im Alleingang veröffentlicht, bis ihr letztendlich einen neuen Vertrag mit Century Media Records erhalten habt…

Unser Vertrag mit Spinefarm lief einfach aus und dann haben wir uns erst einmal in Ruhe darüber erkundigt, welche internationalen Deals für uns in Frage kommen könnten. Wir haben tatsächlich sehr viele Angebote bekommen, aber Century Media hatten uns einfach das beste Angebot unterbreitet und das haben wir dann natürlich auch angenommen.

Und, seid ihr mit Century Media soweit zufrieden?

Ja, wir haben keinen Grund uns zu beklagen, denn sie machen ihren Job wirklich ausgezeichnet. So verlief die Pre-Promotion von „N“ bei uns in Finnland sogar wesentlich besser als zu jedem vorherigen Album. Wir sind sehr zufrieden.

Na wunderbar! Gut, kommen wir zurück zum neuen Album. Ihr habt euch da ja einen recht simplen Titel ausgesucht. „N“ heisst der Longplayer und ich habe gelesen, dass „N“ nicht nur stellvertretend für den Bandnamen sondern auch dafür steht, niemals aufzugeben und die Marschrichtung angibt, in die’s gehen soll. Bist du denn der Meinung, dass „N“ ein wirklich passender Titel ist?

Wir haben ziemlich lange über einen guten Namen für das Album sinniert, konnten aber diesmal keinen traditionellen Titel finden… Ich glaube es war dann Jukkas Idee das Album einfach „N“ zu nennen, und weil der Buchstabe N auch unser zweites Logo darstellt, sagten wir schließlich: „Warum nicht?“. Diesmal ist der Titel definitiv etwas anders, aber das ist das neue Album ja auch!

Welche Gefühle oder Emotionen verbindest du mit dem neuen Album? Was ist diesmal so besonders im Vergleich zu den vorherigen Alben?

„N“ ist ziemlich vielseitig geworden, würde ich sagen, und hat eine richtig gute Produktion. Ich bin sehr zufrieden damit wie sich das Album anhört und natürlich mit den vielen guten Songs. Hehehe. Aber es ist ja nichts Neues, dass Musiker immer ihre aktuellen Alben bevorzugen.

Nein, nicht wirklich, und schlimm find‘ ich’s auch nicht. Wäre ja auch dumm, wenn man als Musiker nicht hinter seiner Musik steht. Nun, seid ihr diesmal eigentlich anders vorgegangen als bisher, Songs zu schreiben und diese dann aufzunehmen?

Nicht wirklich, denke ich. Der einzige grössere Unterschied war, dass wir diesmal einen Produzenten von Anfang an mit dabei hatten. Anssi Kippo hat sich dann auch als eine sehr gute Wahl herausgestellt, denn das Album klingt frisch und er hat uns auch auf ein paar neue, richtig gute Ideen gebracht.

Beschreib doch mal, wie läuft das denn bei euch so ab? Sind denn alle Bandmitglieder am Songwriting und den Kompositionen beteiligt oder teilt ihr euch das irgendwie auf? Und wer entscheidet, welche Songs dann wirklich auf’s Album kommen?

Jeder von uns komponiert erstmal drauf los; die Basics macht jeder für sich zu Hause. Erst im Proberaum beginnen wir dann damit die Ideen gemeinsam auszuarbeiten. Diesmal hatte ich Ideen für sieben Songs, Petri hat drei komponiert und Jukka zwei. Letztendlich entscheiden wir gemeinsam, welche Songs auf’s Album kommen und welche nicht. Aber normalerweise bleiben nie irgendwelche Tracks über, alle Songs kommen auf’s Album.

Meine Favoriten vom neuen Album sind der Opener „My Antichrist“, „Always & Never“ und „If You Go“. Kannst du kurz etwas zu diesen Songs sagen?

„My Antichrist“ haben wir bereits im Herbst 2006 geschrieben. Dieser Song ist also einer der ältesten vom aktuellen Album, ein schneller Song mit vielen unterschiedlichen Einflüssen und für NORTHER sehr typisch. Die Lyrics drehen sich um die inneren Dämonen, die in jedem Menschen stecken.

„Always & Never“ ist eine sehr eingängige Komposition von Jukka mit einem extrem coolen Mid-Tempo-Feeling. Auch die Solos zur Mitte hin haben’s in sich: Jukka am Bass und Tuomas und ich spielen ein geiles Double-Solo. Inhaltlich dreht sich dieser Song ganz allgemein um Beziehungen zwischen den Menschen.

„If You Go“ ist einer der Songs, die mal ganz anders klingen, ein langsamer Song mit Einflüssen von METALLICA und Akustik-Gitarren sowie einem Piano. Gegensätze und Dynamik sind Worte, die diesen Track wohl am besten beschreiben. Der Song besteht aus einer melancholischen Grundstimmung und handelt von sich liebenden Menschen und der Erkenntnis, sie irgendwann auch verlieren zu können…

Was sind deine Favoriten vom neuen Album?

Mit einer solchen Fragen habe ich immer ein wenig Probleme. Ich mag das Album als eine Einheit und alle Songs sind irgendwie wie „Kinder“. Für mich ist’s einfach unmöglich zu sagen welchen Song ich bevorzuge…ich mag sie alle!

OK. Ihr geht jetzt erstmal mit TURISAS auf Tour. Mögt ihr die Jungs und ihre Musik denn?

Bisher hatte ich noch nicht die Gelegenheit die Jungs etwas besser kennenzulernen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir sehr gut miteinander auskommen werden. Ich habe gehört, dass das alles liebe Kerle sind und Finnen kommen im Allgemeinen immer gut miteinander aus. Aber wenn ich ehrlich bin, mag ich Folk- bzw. Battle Metal nicht so sehr…

Eure Tour führt euch schon ganz ordentlich kreuz und quer durch Europa, aber leider nicht nach Rumänien. Ich habe letzte Woche AMORPHIS hier in Bukarest gesehen und die haben sowas von abgeräumt…

Ich hoffe ja sehr, dass wir auch eines Tages mal in Rumänien spielen, aber ich weiss leider noch nicht wann.

Ich glaube NORTHER gibt es bereits seit 1996. Hat sich denn innerhalb der Band während dieser ganzen Zeit irgendetwas gravierend verändert?

NORTHER gibt es eigentlich erst seit 2000. REQUIEM, der Vorgänger von NORTHER, hat sich 1996 formiert. Innerhalb der letzten acht Jahre hat sich bei uns eine Menge getan: Wir haben gelernt wie diese Industrie arbeitet und wir haben uns sowohl persönlich als auch als Musiker ständig weiterentwickelt und grosse Fortschritte gemacht. Wir werden sehen, was noch so alles kommt. Wir wollen definitiv nicht auf der Stelle treten und uns immer und immer wieder wiederholen.

Könnt ihr denn mittlerweile von NORTHER selbst leben, oder habt ihr auch noch einige Nebenjobs?

Neben NORTHER studieren Tuomas, Jukka und ich noch an der Universität, Pete macht nichts anderes ausser ENSIFERUM und NORTHER und Heikki arbeitet ganz normal noch nebenher.

OK, dann lass uns jetzt mal in die Zukunft schauen. Was möchtet ihr noch erreichen? Gibt es etwas, das ihr auf jedem Fall erleben möchtet, und wenn ja, was wäre das?

Ich würde wirklich gern auf jedem grossen Festival in Europa spielen und auch ’ne Tour in den USA. Süd-Amerika wär auch extrem geil…Rumänien natürlich auch. 😉 Wir müssen mal schauen und einfach erstmal abwarten, was sich noch so ergibt.

Dann danke ich dir ganz herzlich für das Interview und wünsche euch viel Erfolg mit „N“!

Vielen Dank!! Viele Grüsse an eure Leser!

23.02.2008

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