Pilgrim
Interview mit The Wizard zu "II: Void Worship"

Interview

Pilgrim

Mit ihrem zweiten Album „II: Void Worship“ halten PILGRIM an ihren Trademarks fest, angefangen beim klischeebehafteten Albumtitel über ebenjene Songtexte bis hin zum traditionell klassischen, finsteren Doom Metal der reinen Lehre. Wir sprachen mit The Wizard von den Doomstern aus Rhode Islands.

Pilgrim

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf euer neues Album  „II: Void Worship“?

Ziemlich gut. Das Album wurde ziemlich begrüßt. Ich wünschte, mehr Leute würden es kaufen, aber das ist ok.

Mit der Erfahrung vom ersten Album „Misery Wizard“ and euren Touren, haben sich PILGRIM sicherlich weiterentwickelt. War euer Ansatz im Studio dieses Mal ein anderer?  Wie verliefen die Aufnahmen im Moonlight Mile Studio mit Mike Moebius?

Wir haben sicherlich seit diesen frühen Jahren viel gelernt. Wir hassten es, wie unser erstes Album letztendlich klang, also haben wir unser Bestreben danach fokussiert, den Sound so perfekt wie möglich hinzubekommen. Wir kamen mit Mike durch unsere Kumpels von NATUR zusammen. Er ist eine wirklich tolle Person und sogar noch ein besserer Toningenieur. Mikes eindrucksvolles Studio versetzte uns in den Luxus, verschiedene Gitarren, Verstärker und Pedale zu testen, bis wir letztendlich den Klang erreichten, den wir für angemessen hielten. Wir hatten wirklich Glück, ihn getroffen zu haben. Wir haben uns dazu entschieden, dass er wahrscheinlich alle weiteren Aufnahmen von PILGRIM von nun an machen wird.

In welchem Zeitraum wurden die neuen Songs geschrieben? Habt ihr auch älteres Material verwendet?

Das meiste Material auf „II: Void Worship“ sind tatsächlich übriggebliebene Riffs und Ideen von unserem Debütalbum, die ich überarbeitet und aufpolierte habe. Die Riffs vom ersten Song sind sogar noch von davor, vielleicht von 2010.

Ihr habt fast alles auf „II: Void Worship“, von langsamen Sachen zu flotteren Parts, Instrumentals, knackige 5-Minüter bis hin zu epischen 11 Minuten Monolithen. Worin siehst du die Unterschiede zwischen dem neuen Album und „Misery Wizard“?

Wir finden das neue Album erheblich überlegener in vielen Weisen. Es klingt größer, besser, heavier. Die Songs sind weniger repetitiv und direkter auf den Punkt, ohne um den heißen Brei herumzureden mit absichtlich langgezogenen Teilen. Das erste Album war definitiv wütender. Wir wollten, dass die Leute Qualen spüren, während sie die Längen und Feedbacks durchleiden müssen. Diese Mal haben wir uns auf die Schönheit der Musik konzentriert und das tatsächliche Arrangement.

Eure Texte beinhalten Geschichten von Schwertern und Magie, Tod, Verderben und Zerstörung. Welche Dinge inspirieren und veranlassen euch zu solchen Texten?

Ich war schon immer ein großer Fan der Fantasy. Ich spielte als Kind „Dungeons And Dragons“, und auch viel „Zela“ und Rollenspiele. Das ist meine hauptsächliche Inspiration. Das echte Leben ist so langweilig, ich würde viel eher Fantasy als Basis verwenden, um meine Emotionen zu vermitteln. Wirklichkeitsflucht war immer mein Laster.

In eurer Musik ist eine bestimmte melodische Sensibilität. Woher kommt hierfür die Inspiration?

Ich hatte schon immer eine Schwäche für Melodien. Ich liebe die THE BEATLES. Als ich noch sehr jung war hörte ich viel Popmusik. Ich denke, diese eingängigen Melodien stecken in mir seit meiner Kindheit, genauso wie die Fantasy. Ich liebe Melodien.

Es ist klar, dass eure Musik im klassischen Doom Metal verwurzelt ist, bei Bands wie BLACK SABBATH, ST. VITUS und PENTAGRAM. Was hältst du aber von Death Doom, Sludge oder Funeral Doom, oder moderneren Bands dieser Stilrichtung? Hörst du auch solche Sachen an oder beeinflussen dich diese sogar?

Ehrlich gesagt sind mir solche Genreübergreifenden Dinge recht egal. Ich beschäftige mich einfach generell mit guter Musik. Ich mag Doom Bands wenn sie gute Musik machen. Aber ich hasse andere Doom Bands weil ihre Musik Scheiße ist. Das hat nichts mit dem Genre zu tun. Ich glaube an künstlerische Integrität.

Ich weiß, dass du auch ein großer Black-Metal-Fan bist, bspw. von DARKTHRONE. Würdest du sagen, dass das auch auf irgendeine Weise in der Musik, der Stimmung oder der lyrischen Seite reflektiert wird?

Für mich fühlt es sich so an, dass BURZUM die purste Musik überhaupt ist. Ich finde, dass die wenigen ersten norwegischen Black-Metal-Alben von DARKTHRONE, BURZUM und MAYHEM zu den besten Alben überhaupt zählen. Sie sind so fantasievoll. Das ist exakt die Musik mit welcher ich mich assoziiere. Ich denke, PILGRIM ist etwas puristischer Black Metal im Herzen, auch wenn wir Doom Metal spielen.

Count Elric the Soothsayer hat PILGRIM verlassen. Hat er noch an „II: Void Worship“ mit aufgenommen? Oder wer hat sonst den Bass gespielt? Was waren die Gründe für die Trennung?

Die Gründe für seine Abwesenheit sind unglücklicherweise persönlich. Ich spielte den Bass zu diesen Aufnahmen.

Habt ihr schon einen Ersatz für Elric?

Ja! Den mächtigen Braddoc The Thunderer hat jetzt den Job als Bassist übernommen. Er ist ein Fan von PILGRIM seit den Anfängen der Band. Ich lebte in seinem Haus als ich zum ersten Mal die originalen Demos machte, sogar bevor unser „Forsaken Man“ Demo veröffentlicht wurde.

Was habt ihr in nächster Zeit mit PILGRIM geplant?

Wir werden wahrscheinlich für einige Zeit dahinliegen. Es scheint, als ob wir nicht in Amerika erfolgreich auf Tour gehen können, daher werden wir wohl hier nicht mehr touren und konzentrieren uns darauf, Europa zu besuchen. Wir haben kontinuierlich Geld verloren und stecken nun in persönlichen Schulden.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Als ich zuerst anfing, Musik zu spielen, war das alles, was ich tun wollte. Ich spielte den ganzen Tag über Gitarre und hörte Musik wenn ich aufgewacht bin bis ich mich wieder zum Schlafen hinlegte. All die Jahre später, nachdem wir bei einem ziemlich großen Label unterschreiben haben und Touren und Festivals in den USA und Europa gespielt haben, bin ich etwas abgestumpft in meiner Auffassung darüber, wie Live und aufgenommene Musik abgewickelt wird. Ich kam zu der traurigen Realisation, dass es nicht wirklich wichtig ist, wie deine Band tatsächlich klingt oder wie passioniert du bist. Es geht letztendlich darum, in eine vorausbestimmte Form zu passen und wieviel man für seine Plattenfirma umsetzt. Dadurch wurde ich in letzter Zeit ziemlich uninteressiert und uninspiriert. Das ist traurig. Ich habe diesen Rausch verloren, den ich sonst auf der Bühne bekam, während ich ein fantastisches Set spielte. Die Gesichter fangen an, sich zusammen zu verwandeln, die Leute sehen gleich aus, ihr Stile und Einflüsse wachsen kontinuierlich immer weiter weg von meinen eigenen. Die einzige Sache, die mich weitermachen lässt, ist mein Glaube daran, dass ich geboren wurde, um Musik zu spielen, und sie wahrhaftig spiele, außerhalb von irgendwelchen Einflüssen die nicht meine eigenen sind.

05.07.2014

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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