Severe Torture
Severe Torture

Interview

Die Hammerknaller aus Holland reißen einfach nicht ab. Nach PROSTITUTE DISFIGUREMENT und den wiederauferstandenen GOREFEST kam kürzlich mit SEVERE TORTURE eine weitere geniale Death Metal Scheibe aus den Niederlanden daher. Auf dieser zeigen sich die Tulpenschlächter doch um einiges gereifter. Thijs Van Laarhoven (Gitarre) gab bereitwillig Auskunft.

Severe TortureEndres: Eure neue CD „Fall of the Despised“ ist ja mal wieder einfach nur Killer! Wie denkt ihr darüber? Wie waren die Aufnahmen und welche Reaktionen habt ihr bisher bekommen?

Thijs: Vielen Dank für das Kompliment! Wir sind auch sehr zufrieden mit diesem Album. Es ist nun genau so, wie wir es wollten. Die Aufnahmen verliefen ziemlich glatt bis auf den Umstand daß unser Sänger Dennis hatte eine Entzündung im Hals, weshalb wir die Gesangsaufnahmen um einen Monat verschieben mussten. Das Mixen benötigte einiges an Zeit, dafür hatten wir aber die Möglichkeit, es exakt so vorzunehmen wie wir es wollten.

Endres: Ich finde, daß sich SEVERE TORTURE stark weiterentwickelt haben! Die Musik ist nun technischer. War dies euer Ziel?

Thijs: Yeah, es war definitive unser Ziel, einen Schritt weiterzukommen. Wir haben seit 2003 einen zweiten Gitarristen. Hierdurch haben wir die Chance, mehr melodische Parts zu verarbeiten. Er hat auch die Fähigkeit, die Leads zu übernehmen, dadurch wirkt die Musik in sich geschlossener. Wir waren etwas müde davon, ständig nur am blasten zu sein, immer nur schnell zu spielen. Wir haben daher versucht, unsere Songs abwechslungsreicher zu gestalten. Wir haben einen größeren Kontrast zwischen schnellen und langsamen Parts erschaffen, ich denke dadurch klingen die schnellen Passagen sogar noch schneller!

Endres: Dieses Mal ist das Cover-Artwork für SEVERE TORTURE Verhältnisse geradezu unblutig, gleichzeitig wirkt es allerdings sehr kalt. War dies euer Wunsch?

Thijs: Wir machten einen großen Schritt vorwärts mit der Musik, daher dachten wir, daß wir mit dem Artwork nicht hinter der Musik bleiben wollten. Natürlich mögen wir aber noch immer blutige Cover, wir hatten ja auch ein Joe Maloney Cover in unserem Besitz. Nach einigen Wochen fanden wir allerdings, dass etwas darauf fehlt. Wir wollten ein dunkleres und mysteriöseres Cover, und da wir das Artwork der letzten ABORTED Platte mochten, entschlossen wir uns es mit derem Künstler Killustrations zu versuchen.

Endres: Das Veröffentlichungsdatum wurde von September auf November verschoben. Was waren hierfür die Gründe?

Thijs: Es war vorgesehen, im September eine Tour zusammen mit EXHUMED durchzuziehen. Wir versuchten daher, das Album pünktlich im September zu veröffentlichen. Es war wirklich sehr knapp von der Zeit, aber für die Tour wäre es so am besten gewesen. Nun, die Tour wurde ja abgesagt. Um dem Album die richtige Promotion zu geben, die es benötigt, haben wir dann die Veröffentlichung auf November verschoben.

Endres: Wie oft probt ihr in der Woche, und wie kann man sich bei SEVERE TORTURE das Songwriting vorstellen?

Thijs: Das hängt davon ab, was wir gerade tun. Wenn Konzerte, eine Tour ansteht oder wir neue Musik schreiben proben wir zweimal die Woche. In Auszeiten (wie jetzt gerade, unser anderer Gitarrist hilft gerade DEW SCENTED auf deren Tour in den USA aus) proben wir alle zwei Wochen. Wenn wir beim Songwriting sind nehmen wir das Proben allerdings sehr ernst. Jeder (meißtens Marvin & Pat, manchmal ich) wirft neue Riffs ein, und mit diesen Riffs starten wir Songs zu machen. Das kann 2 Proben dauern, manchmal geht es aber auch 8 Wochen! Sobald der Song fertig ist starten Marvin oder Seth am Gesangsaufbau und aktuellen Texten.

Endres: Ihr seit nun bei Earache Records unter Vertrag. Wie war die Zusammenarbeit mit Hammerheart Records/Karmageddon Media, und was erwartet ihr von Earache Records?

Thijs: Wir hatten gute und schlechte Zeiten mit Hammerheart. Wir fühlten, dass wir weiterkommen müssen, daher haben wir sie verlassen. Mit Earache erhoffen wir uns einen weiteren Schritt nach vorne und dass sich für uns neue Türen öffnen.

Endres: Erzähle uns doch bitte einmal ein wenig über die holländische Metal Szene!

Thijs: Wir sind in der Position, viele gute Bands in unserem kleinen Land zu haben. Heutzutage gibt es PROSTITUTE DISFIGUREMENT, DISAVOWED, PYAEMIA, ARSEBREED, NOX, DEADHEAD, VIRULENT, LEGION OF THE DAMNED, MASSMURDER und viele kleinere Bands. Natürlich haben wir hier auch die etablierteren Bands wie GOREFEST, SINISTER, GOD DETHRONED, CALLENISH CIRCLE und auch die Bands mit weiblichem Gesang, wobei diese meiner Meinung nach nicht zur Metalszene gezählt werden können.

Endres: Was hälst Du eigentlich von der aktuellen Reunion von GOREFEST? Hast Du ihre neue CD schon gehört?

Thijs: Ich stehe wirklich auf ihre ersten drei Alben. Daher war ich ziemlich neugierig, was passieren wird. Ich ging daher auf ihre erste Probeshow und sie bliesen mich einfach um. Ich bin noch immer nicht gerade der größte von von Jan Chris’s Stimme, aber durch sie entscheiden sich GOREFEST eindeutig von anderen Bands. Ich habe auch ihr neues Album gehört, auf welchem sie eindeutig zurückkehren Richtung „False“ und „Erase“, was mir gut gefällt. Die Songs klingen manchmal ziemlich dunkel und doomig. Ich denke, es war eine brauchbare Reunion, aber die Zeit wird das zeigen.

Endres: Was war bisher eure beste Tour und weshalb?

Thijs: Das war die Tour mit CANNIBAL CORPSE! Wir spielten für 5 Wochen in ausverkauften Hallen und hatten eine großartige Zeit! Die Jungs von CANNIBAL CORPSE sind wirklich cool und wir kamen auch gut mit den Leuten der anderen Bands zurecht. Wir erreichten eine menge neuer Leute mit dieser Tour und verkauften viel Merchandise. Aber bisher hatten wir auch noch keine schlechte Tour.

Endres: Wird es eine Tour durch Deutschland geben?

Thijs: Es wird Anfang nächsten Jahres eine Tour geben, auf welcher wir viele Shows in Deutschland spielen werden. Da aber noch nicht alles bestätigt ist, kann ich hierüber aber noch keine detaillierte Auskunft geben. Wir sind aber auch für das Party San Open Air 2006 bestätigt und hoffentlich können wir noch auf mehr Festivals in Deutschland auftreten.

Endres: Wurden bisher schon Songs des neuen Albums live gespielt? Wie waren die Reaktionen der Fans auf diese Stücke?

Thijs: Bisher spielten wir vier Songs und es ist großartig, sie live zu spielen! Die Stücke sind mehr catchy, dadurch macht es mehr Spaß, diese zu spielen. Wir können richtig grooven auf der Bühne, ich denke unsere Fans mochten das. Wir erhielten jedenfalls nur positive Resonanzen nach unseren Shows.

Endres: Wie bist Du eigentlich zum Metal gekommen? Was war das erste Album, welches das letzte, dass Du dir gekauft hast?

Thijs: Ich begann zusammen mit meinem Neffen Seth (unser Drummer) Metal zu hören. Am Anfang hörte ich IRON MAIDEN, METALLICA und ANTHRAX, danach wurde es heavier. Ich denke, das erste Album das ich mir zulegte war „Live After Death“ von IRON MAIDEN. Das letzte Album das ich mir gekauft habe ist die neue HATESPHERE, exzellent!

Endres: Was bedeutet Metal für Dich?

Thijs: Auch wenn ich viele verschiedene Stile mag, besitzt Metal einfach alles für mich. Die Lautstärke, die Aggression, der Hass aber auch die Melodien und der Groove!

Endres: Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören Dir!

Thijs: Ich hoffe, daß ihr unser neues Album „Fall Of The Despised“ mögt. Kommt auf unsere Konzerte nächstes Jahr und trinkt weiterhin Bier! Cheers!

16.11.2005

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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