Six Reasons To Kill
Six Reasons To Kill

Interview

Leute, die die Koblenzer Formation SIX REASONS TO KILL erst mit ihrem aktuellen Album "Reborn" für sich entdeckt haben, könnten vielleicht meinen, dass die Jungs aufgrund der momentanen Metalcore-Welle auf diesen Zug aufspringen und ein Teil des Kuchens abhaben wollen. Doch weit gefehlt, SRTK haben sich bereits 1999 gegründet und sich schon damals corigem Death Metal verschrieben, was sie auf eine Weise sogar zu nationalen Vorreitern dieses Genres macht. Leider ist den Jungs bisher größere Aufmerksamkeit verwehrt geblieben. Ob sich dies nun mit dem bärenstarken, zweiten Album ändert, warum der Durchbruch noch nicht geglückt ist und ob es die Verbindung zwischen Metal und Hardcore wirklich eine Zukunft hat, all das sind Fragen, auf die Drummer Flo Antworten parat hatte.

Six Reasons To KillHell-O! Wie geht’s? Wie steht’s?

Danke der Nachfrage, soweit ganz gut. Wir haben gerade ein recht erfolgreiches Wochenende mit Konzerten in Köln und Österreich hinter uns gebracht. Lange Autobahnfahrten und kurze Nächte. Aber das gehört ja bekanntlich zum Geschäft, haha.

Euer neues Album „Reborn“ ist kürzlich erschienen. Sind die Reaktionen erwartungsgemäß ausgefallen? Seid Ihr zufrieden?

Da gibt’s nix zu meckern. Die Reaktionen waren zu weiten Teilen sehr gut und das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Also kann man schon sagen, dass wir zufrieden sind. Allerdings möchte ich auch betonen, dass das Album noch nicht das Ende unserer Entwicklung darstellt. Als wir es aufgenommen haben, war die Band gerade drei Monate in ihrer Besetzung zusammen und noch nicht so homogen, wie sie es jetzt ist. Es ist eher so eine Art Momentaufnahme unseres derzeitigen Schaffens. Ich vergleiche es gerne mit einem Foto einer Baustelle, wo man die Konturen des Hauses schon erkennen kann, man aber auch sehen kann, dass sich noch etwas ändern bzw. entwickeln wird.

Die Platte ist absolut treffend „Reborn“ betitelt. Ihr hattet in letzter Zeit gleich zwei Ausstiege wichtiger Songwriter in Richtung CALIBAN bzw. DEADSOIL zu verkraften. Wie seid Ihr damit klar gekommen? Gab es sogar Gedanken, das ganze hinzuschmeißen?

Naja, als Marco zu Caliban gegangen ist, war das schon erstmal hart für uns. Ab diesem Moment waren es nur noch zwei Mitglieder aus der ursprünglichen Besetzung und die Frage stellte sich, ob es eigentlich noch Sinn machen würde, weiterzumachen. Der Marco selbst hatte aber schon einen Ersatzmann für sich vorgeschlagen und so hatten wir ziemlich schnell einen neuen Gitarristen am Start und das Feuer war zurück in der Band und heißer entfacht denn je. Deswegen der ist der Titel für das Album nun „Reborn“.

In meinen Ohren klingt „Reborn“ irgendwie trotzig. Habt Ihr den ganzen Praß über diese Rückschläge ins Songwriting gesteckt?

Es gab und gibt bis heute kein böses Blut zwischen den Mitgliedern. Aber trotzdem war es nach den ganzen Tiefschlägen schon so, dass sich eine „Jetzt erst recht“-Einstellung in der Band breitgemacht hat. Wir waren alle sehr motiviert und hatten ja auch Songmaterial am Start, was man in der Form SRTK vielleicht nicht zugetraut hätte. Kann schon sein, dass das ein bisschen trotzig rüberkommt.

Zudem habt Ihr es erstmals gepackt, die unbändige Energie Eurer Liveshows auch auf Platte zu packen. Wieviel Prozent dieser Steigerung gehören Euch, wieviel Eurem Produzenten Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner, der eine super Arbeit abgeliefert hat.

Der Kohle hat da, glaub ich, schon seinen Anteil dran. Er hat es einfach raus, das Songmaterial druckvoll zu produzieren. Ich denke, es liegt auch daran, dass wir erstmals mit moderner, digitaler Technik gearbeitet haben. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und die Aufnahmen waren sehr entspannt im Kohlekeller.

Wie seid Ihr auf ihn aufmerksam geworden? Seine bisherigen Arbeiten mit AGATHODAIMON, CREMATORY oder BLUTTAUFE waren ja eher nicht dem Deathcore-Genre zuzuordnen.

Ich bin über die SINCE THE DAY-CD auf den Kohle aufmerksam geworden. Ich kenne die Jungs sehr gut, weil sie wie ich auch aus Siegen kommen. Ich hatte ihre Aufnahmen gehört und war begeistert von der guten Produktion. Daraufhin hatte ich dann der Band vorgeschlagen, dort aufzunehmen und wir haben uns später für ihn entschieden. Der Kohle hat noch andere Metalcorebands produziert. UNDER SIEGE haben dort ihr Album aufgenommen und im Moment sind wohl A TRAITOR LIKE JUDAS dort, um ihren neuen Longplayer einzuspielen.

Wie seht Ihr als 1999 gegründeten „Urgesteine“ der momentan ständig Zuwachs bekommenden Metal/Deathcore-Szene ihre momentane Entwicklung. Ist es ein Hype, der auch schnell wieder abebben kann, oder ein gesundes Wachsen?

Wow, du scheinst dich ja echt mit unserer Bandhistory befasst zu haben, wenn Du uns sogar als Urgesteine dieses Genres einordnest. 1999 gab es diese Bezeichnung „Metalcore“ ja noch gar nicht. Das hat sich dann zu unseren Gunsten entwickelt. Einige Magazine, die uns in den letzten Tagen interviewt haben, dachten, wir wären irgendeine Hype-Band, die jetzt ihr erstes Album veröffentlicht, und dass auch nur, weil Metalcore jetzt „hip“ ist. Daran zeichnet sich für mich ab, wie das ganze Ding in der Öffentlichkeit gesehen wird. Anfangs war es noch eine sehr frische Welle mit aggressiver, moderner Musik, die auch die Metalheads angezogen hat. Jetzt bricht so eine Welle über uns hinein. Dazu muss ich wohl auch uns zählen, denn wir veröffentlichen „Reborn“ jetzt 2005, wo diese Bewegung vielleicht ihren Höhepunkt erreicht hat und die Veröffentlichungen aus diesem Bereich kaum noch zu überschauen sind. Es gibt leider auch solche Erscheinungen, wo sich Bands, die vorher nix mit Hardcore zu tun hatten, jetzt den Metalcore-Stempel auf die Platte zimmern, nur um ein paar Copies mehr zu verkaufen, was den Markt natürlich unnötig verwässert. Aber man wird sehen, was am Ende übrig bleibt. Ich denke, Qualität setzt sich immer durch.

In letzter Zeit waren nicht nur wegen des bedauernswerten Todesfalls beim Pressure Festival, neue Ausdrucksformen wie Violent Dancing oder die Wall Of Death negativ in der Presse. Zwar ist dort der Junge nicht an den Folgen einer Pitverletzung gestorben, aber dass die neue Umgangsform vor der Bühne große Gefahren birgt, ist nicht von der Hand zu weisen. Wie seht Ihr das?

Vielleicht wird das jetzt von den Medien auch wieder ein bisschen übertrieben dargestellt. Also ich erlebe so was Gott sei Dank eher selten. Klar, wer auf einem Metal- oder Hardcorekonzert in der ersten Reihe stehen will, der muss halt damit rechen, sich einen blauen Fleck oder so was zuzuziehen. Das gehört nun mal dazu und war auch immer schon so. Aber es sollte im Rahmen bleiben. Ich toleriere jeden, der ein Konzert besuchen will und da tanzen möchte. Völlig legitim! Jeder sollte ein Konzert auf die Art und Weise genießen, wie er es für richtig hält. Man kann sich ja etwas weiter hinten hinstellen, wenn man die Show in aller Ruhe sehen möchte. Genauso sollten die Kampfsportler sich einen Platz suchen, wo sie sich ungestört austoben können. Es wird ja auch meist so gehandhabt, dass vorne ein paar Figuren abgehen und hinten stehen dann die, die lieber nur der Band zuschauen möchten. Was ich absolut daneben finde, sind diese Leute, die meinen, dass es cool sei, in Unbeteiligte reinzuhüpfen, um die Leute aufzumischen und zur Bewegung aufzufordern. Genauso bescheuert ist es, andere Leute im Pit gezielt auf die Fresse zu hauen. Mit ein bisschen Toleranz und Rücksicht ist das aber alles kein Problem. Als Band auf der Bühne trägt man natürlich schon ein Stück weit Verantwortung für das, was da vor sich geht, und da kann man auch schon mal was sagen und die Leute auffordern, etwas rücksichtsvoller miteinander umzugehen, wenn es zu krass wird.

Könnte diese „neue Gewalt“ im Pit nicht auch ein potentieller Grund dafür sein, dass die Hardcore- und Metalszene nie völlig zusammenwachsen werden? Metaller beäugen das oftmals rücksichtslose Gekloppe eher kritisch und wollen lieber einfach in Ruhe bangen.

Ist sicherlich ein Grund dafür. Viele Metaller haben einfach keinen Bock auf Schlägereien vor der Bühne und verstehen das auch nicht. Andersrum finden es die Hardcorekids dann doof, wenn die Metalheads ihre ungepflegten Matten durch die Luft schwingen. Das soll keine Beleidigung sein, ich trage selbst lange Haare. Aber ich denke, eine Gewisse Toleranz ist vorhanden. Würde sie sich in einem ausreichenden Maß durchsetzen, wäre das alles nicht so schlimm. Gestern war ich bei NEVERMORE auf einer Show ihrer Tour. Eine typische Metalshow halt. Die Fans versammelten sich direkt vor der Bühne und es wurde friedlich die Matte im Kollektiv geschwungen. Keine Verletzten. Allerdings war auch dort ein Circle Pit vor der Bühne auszumachen und es ging vorne teilweise schon recht wild zur Sache, allerdings ohne Violent Dancing. Das beweist wieder mal, dass beide Szenen gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

Dabei ist es gerade Euch schon immer ein großes Anliegen gewesen, diese immer noch stehende Mauer zwischen Metal und Hardcore zu zertrümmern. Was muss passieren, damit dies vollends geschieht?

Vielleicht sollte man mehr Konzerte und Touren veranstalten, wo Bands aus beiden Lagern spielen, damit sich auch Fans aus beiden Lagern versammeln können und Berührungsängste abgebaut werden. In dem Bereich sind die Amerikaner schon recht weit fortgeschritten, wenn man sich die Ozzfest–Tour ansieht oder Tourpackages wie SHADOWS FALL und ARCH ENEMY. Aber das kommt ja jetzt auch bei uns so langsam in Mode. Ich habe gelesen, dass OBITUARY im Januar zusammen mit SAMAEL und MAROON Touren werden und das ist ja schon eine relativ exotische Zusammenstellung.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Metal und dem Hardcore sind die Lyrics und die durch sie transportierten Inhalte. Im Hardcore besingt fast jede Band soziale und politische Mißstände, viele leben vegan/straight edge oder sind in irgendeiner Weise engagiert. Woher kommt diese Feinfühligkeit für soziale bzw. politische Themen, während im Metal auch gerne Texte über Drachentöter, Meuchelmörder oder Bier ausreichen (nicht abwertend gemeint!).

Ich denke, dass das auch an den Ursprüngen liegt. Hardcore hatte schon immer eine stärkere Verwurzelung im Punk, der zwar ursprünglich nicht wirklich politisch war, aber später immer mehr politisiert wurde. Die ersten Hardcorebands hatten schon immer eine politische Message zu überliefern. Sei es eine gegen geistige Verstümmelung durch Drogen, politische Anliegen oder was auch immer. Außerdem ist diese DIY-Moral irgendwie allgegenwärtig. Die Leute engagieren sich, sei es als Konzertveranstalter, in Bands, als Booker oder Labelmanager, bei Magazinen oder politischen Interessengemeinschaften. Das ist im Hardcore wesentlich ausgeprägter als in der Metalszene. Das fördert in meinen Augen eine gewisse Ernsthaftigkeit und Meinungen zu den Dingen. Die ganze Hardcoreszene scheint mir wesentlich intellektueller zu sein. Es gibt aber auch eine ganze Reihe Metalbands, die sich politisch oder soziologisch äußern. Bestes Beispiel sind da METALLICA mit ihren Antikriegssongs oder NAPALM DEATH, die dann von den DEAD KENNEDYS „Nazi Punks Fuck Off“ covern. Generell ist die Metalszene aber nicht so vordergründig politisch wie die Hardcoreszene.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Bei wie vielen Bands ist das Vorgeben dieses Engagements nur Fassade? Habe es schon öfters erlebt, dass Musiker auf der Bühne gegen Drogen, Alk, etc. gewettert haben, dann aber hinterher mit Kippe und Bier backstage rumhingen.

Also, ich selbst lebe ja weder Vegan noch Straight Edge oder sonst was. Ich habe es aber noch nicht erlebt, dass Leute so krass abgegangen sind. Es liegt ja auch an jedem selbst. Ich kenne Veganer, die Rauchen. Ist ja kein Problem, die ernähren sich halt nur Vegan. Ich denke, dass sollte jedem selbst überlassen werden. Sicherlich gibt es auch Dropout-Fälle. Man sollte bedenken, dass es nicht einfach ist, so was sein Leben lang durchzuziehen und ich habe jede Menge Respekt vor Menschen, die das schon zehn oder 15 Jahre machen. Dazu gehört aber auch eine Menge Disziplin und Körperbeherrschung. Das hat eben nicht jeder. Manche Musiker haben diesen Lifestyle halt zu ihrem Image gemacht, und wenn sie dann plötzlich droppen, droht das Image zu kippen. Deswegen kommt es vielleicht zu solchen Begebenheiten, wie Du sie gerade beschrieben hast.

Zurück zum neuen Album: Ihr habt nicht nur Eure alten Trademarks verfeinert, sondern auch dezent neue dazugemischt. Ein Song wie „Retribution“ wäre auf „Kiss The Demon“ oder den beiden Split-CDs mit seinen Keyboards und den cleanen Vocals eigentlich undenkbar gewesen. Wieso ist er es jetzt?

Naja, die Band hat neue Leute hinzugewonnen und andere verloren. Wir haben uns weiterentwickelt und somit wurde so was halt möglich. Auch wir sind nur Menschen und bleiben von Einflüssen nicht verschont. Außerdem haben wir eigentlich schon immer das gemacht, worauf wir gerade Bock hatten. Und „Retribution“ war eben der Song, der diese Elemente gebraucht hat. Wobei das Thema Clean Vocals in der Band sehr umstritten ist und ich nicht wirklich weiß, ob wir das in Zukunft wieder machen werden.

Wie in der letzten Frage bereits angedeutet, habt Ihr bereits zwei Split-CDs mit den mittlerweile leider aufgelösten ABSIDIA bzw. DEADLOCK veröffentlicht. Warum sind Splits gerade in der Hardcore-/Metalcore-Szene so beliebt? Hat es was mit dem Zusammenhalt untereinander zu tun?

Ich glaube nicht, dass es allein nur am Zusammenhalt in der Szene liegt. Sicherlich würden sich auch Metalheads diese Alben kaufen, wenn sie von der Existenz dieser Alben wüssten. Es wird wohl zu einem guten Teil auch daran liegen, das alle Bands der Hardcore/Metalcoreszene entstammen, die Alben auf Labels veröffentlicht wurden, die in dieser Szene etabliert sind und Shows in der Szene gespielt wurden. Für kleine Hardcorebands wie SRTK ist es nach wie vor schwierig, an Metalshows zu kommen und diese Leute zu erreichen. Wäre sehr cool, wenn sich daran in Zukunft was ändern würde.

Was wären denn weitere Wunschkandidaten für die nächsten Split-Alben und warum?

Och, da gibt es bisher noch keine konkreten Überlegungen. Als nächstes wollen wir sowieso erstmal wieder einen neuen Longplayer veröffentlichen. Was dann die Zukunft bringt, wird man sehen, vielleicht machen wir noch mal eine Split oder so was. Vielleicht machen wir dann mal so was wie HSB und CALIBAN und veröffentlichen Deadlock/SRTK – „The Split Programm Pt. II“, haha.

Warum bringt gerade Deutschland so viele hoffnungsvolle Metal/Deathcore-Acts hervor bzw. warum ist diese Musikrichtung gerade hier so populär, während der Rest Europas (ausgenommen UK, BeNeLux) ihr eher skeptisch gegenüber steht?

Hm, gute Frage. Vielleicht ist die Szene in diesen Ländern noch nicht so etabliert wie in Mitteleuropa, wo es fast netzwerkartige Verbindungen zwischen den Ländern gibt. Ich denke, dass generell in Deutschland und Benelux der größte europäische Markt für harte Musik vorhanden ist. Aber zum Beispiel in Spanien oder Griechenland ist auch sehr viel los. Vielleicht gibt es da aber nicht so eine Infrastruktur wie beispielsweise in Deutschland, wo es jede Menge Zeitschriften, Radiostationen, Labels und Konzerthallen/Jugendzentren gibt, um die Musik populär zu machen. Das überträgt sich auch auf die Leute und sie beginnen, selbst Musik zu machen und Bands zu gründen. Das wäre eine für mich plausible Erklärung.

Anderes Thema: Wie geht es Eurem Sänger Chris mittlerweile? Als ich Euch das letzte Mal live gesehen habe (Dez. 2004 mit God Dethroned in Idstein), hatte er Wasser in einem seiner Lungenflügel, legte aber trotzdem einen famosen Gig hin.

Das hat er glücklicherweise hinter sich gebracht. Das war echt eine harte Zeit für ihn und wir mussten einige Shows absagen, weil er echt nicht mehr singen konnte und völlig kaputt war. Er hatte sich eine schwere Lungenentzündung zugezogen und der Arzt hatte ihm eine längere Auszeit verschrieben, an die er sich aber nicht so ganz gehalten hatte. Christian ist von ganzen Herzen ein Bühnenmensch und ich weiß, daß er es liebt, auf der Bühne zu stehen und Gas zu geben. Da gibt er alles, bis er nicht mehr kann.

Ihr habt mittlerweile mit so vielen Größen der Szene gespielt. Ich nenne nur mal HATEBREED, TESTAMENT, SHADOWS FALL, VADER, CALIBAN, NAPALM DEATH oder HEAVEN SHALL BURN. Eigentlich sollte Euch jeder dieser Musik Zugewandte in Deutschland kennen. Woran liegt’s, dass Euch bisher der Durchbruch verwehrt geblieben ist? Mir fallen keine plausiblen Gründe ein.

Mir leider auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass wir über lange Zeit keinen richtigen Longplayer veröffentlicht haben. Eine Split-CD wird wahrscheinlich nicht so in der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie ein komplettes Album. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir unsere Alben nur auf einem kleinen Label veröffentlichen, das natürlich nicht so ein riesiges Promobudget hat, wie es Century Media oder Metal Blade bieten können, und somit der Name einfach noch nicht so bekannt ist. Wir und Bastardized tun jedenfalls alles in unserer Macht stehende, um diesen Zustand zu ändern.

Warum werdet Ihr es mit „Reborn“ auf lange Sicht hin schaffen?

Ich weiß gar nicht, ob wir es mit dem Album auf lange Sicht hin schaffen. Aber die Platte ist gut und wenn das mehrere Leute so sehen, werden wir hoffentlich unsere Bekanntheit etwas steigern können. Ob wir damit den großen Durchbruch schaffen, ist eine ganz andere Frage. Darum geht es aber eigentlich niemanden vordergründig… Naja, unserem Label vielleicht, haha!

Was steht in den nächsten Monaten an? Gibt es Tourmöglichkeiten?

In der nächsten Zeit stehen viele Wochenend- und Einzelshows an. Außerdem werden wir Ende Oktober zu einer mehrwöchigen Europatour mit BURNING SKIES aufbrechen. Einfach mal auf unserer Homepage vorbeisurfen, die wird regelmäßig geupdatet. Konzertmäßig geht also noch einiges in den nächsten Monaten.

Letzte Frage: Was bedeutet Dir der Metal?

Lange Haare, harte Gitarren und literweise Bier, hehe. Nee, im Ernst: Metal bedeutet für mich, dem Handeln freien lauf zu lassen. Metal ist die Möglichkeit, einfach mal die Sau raus zu lassen und den angestauten Aggressionen, die jeder Mensch hat, bei einem Konzert einen Kanal zu bieten und sie abzulassen. Metal bedeutet das Übertreten von Grenzen und unbeschwertes Brechen von Tabus in einem legitimen Rahmen, wo es absolut geduldet ist. Wenn ich auf einem Metalfestival wie With Full Force oder Dynamo war, hatte das irgendwie immer was mit ein paar Tagen Spaß ohne Ende zu tun. Die Leute sind einfach hemmungsloser und toleranter, als es von außen vielleicht erscheint, weil sie sich austoben können, ohne dass das jemand extrem Scheiße finden würde. Es ist einfach OK, so zu sein. Auch wenn es manchmal zu Engstirnigkeiten kommt, wo Leute dann nur Metal hören wollen und nur Metal cool ist, halte ich sie doch zu weiten Teilen für eine sehr tolerante Szene, die sich dann ab jetzt auch gerne mehr dem Hardcore öffnen darf, um dort die guten Dinge zu entdecken und daraus Kraft zu schöpfen.

Habe ich etwas vergessen zu fragen?

Das ganze Leben ist eine große Frage…

The last words are yours…

Danke für dein Interview und dein Interesse an SRTK. Danke auch an alle Leser und alle SRTK-Supporter und Fans. Ich hoffe, wir sehen uns auf Tour.

03.10.2005

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