
Teuflische Klänge im Advent
De Mortem Et Diabolum XI
Konzertbericht
Bereits zur elften Ausgabe öffnen sich Anfang Dezember die Türen zum ORWOhaus im Berliner Osten. Das Festival läutet nicht nur den zweiten Advent ein. Viel mehr besticht die diesjährige Edition mit einem Lineup, das sich zwischen harschem Geballer und tiefliegender Melancholie einpendelt. Das Publikum ist genauso vielfältig und international wie die Bands und wir freuen uns auf ein spannendes Wochenende bei diesem handgemachten, familiären Event, das bis ins Detail toll organisiert ist.
Freitag, 05.12.2025
Ehe sich die Pforten um 14:00 öffnen, geht es bei der Crew entspannt zu. Gerade prüfen Paul und Denny noch die Zapfanlage, Sammy und Michael rücken die Shirts am Merchstand in die finale Position und Pinatz wärmt schon einmal die Herdplatten für das Artistmenü an, da strömen auch schon die ersten Besucher:innen ins Innere des Orwohaus: Ein Wiedersehen mit vielen Bekannten und Freunden. Das „De Mortem“ verbindet eben.
ULTIMA NECAT
Galerie mit 13 Bildern: Ultima Necat - De Mortem Et Diabolum Vol XI 2025

NYRST
Aus Island weht ein kalter und düsterer Wind herüber, denn NYRST machen zusammen mit SUNKEN Halt beim De Mortem Et Diabolum. Nach einem langen Intro mit bedrohlicher Geräuschkulisse liefern sie ein unablässiges Brett, bevor es schleppend und melodischer wird. Einen erheblichen Teil zur unbehaglichen Atmosphäre trägt Fronter Snæbjörn Þór Árnason durch seinen stieren und grimmigen Blick ins Publikum bei. Besonders, wenn er die Augen so weit verdreht, dass fast nur noch das Weiße sichtbar ist, ist das ein herrlich schauriger Anblick.
Musikalisch bieten NYRST eine vortreffliche Mischung aus unbarmherzigem Geholze und ruhigeren, dabei aber keineswegs andächtigen Parts. Ein erstes Highlight gibt es daher schon früh an diesem Freitag, denn NYRST halten problemlos mit den bekannten Namen später im Billing mit. (Angela Queisser)
Galerie mit 13 Bildern: Nyrst - De Mortem Et Diabolum Vol. X 2025

VORGA
Die dritte Band des Festivals ist bekannt dafür, ihre Thematik auch visuell umzusetzen. VORGA aus Karlsruhe spielen modernen, melodischen Black Metal mit Weltraumthematik. Sie packen einen ordentlichen Schuss Atmosphäre obendrauf und eine exzellente Lightshow verstärkt den Eindruck. Runtergebrochen sind es „nur“ ein Haufen LEDs in schicken Formen und schwarz angemalte Männer in langen Hemden, aber das Gesamtbild passt und die Klanglandschaften sind dicht, sodass man sich schnell in ihnen verliert.
Die Setlist bietet Stücke beider Alben, doch für Neuentdecker der Gruppe steht ohnehin das Gesamterlebnis im Vordergrund. Passend zum Auftreten gibt es keine Ansagen – die Musiker lassen ihr Konzept für sich sprechen. VORGA liefern mit ihrem Auftritt ein frühes Highlight des Festivals ab und gehören zu den Bands, die man im Auge behalten sollte. (Jannik Kleemann)
Galerie mit 13 Bildern: Vorga - De Mortem Et Diabolum Vol. XI 2025

OMEGAETERNUM
Galerie mit 11 Bildern: Omegaeternum - De Mortem Et Diabolum Vol. XI 2025

ARSGOATIA
Beim Acherontic Arts Festival floss noch einiges an Blut mitten in die Zuschauerreihen. Bei der heutigen Performance der Österreicher ARSGOATIA auf dem De Mortem Et Diabolum wird an dieser Stelle jedoch gespart – auch wenn sie am eigenen Leib nichts ausgelassen haben und mit blutverschmierten Gesichtern sowie tranceähnlichem Blick in die Zuschauerreihen starren. Und die mit Totenköpfen verzierten Mikrofonständer sind ein echter Blickfang!
Besonders der Wechselgesang zwischen Bassist Barth und Gitarrist T.K. erzeugt einen unverwechselbaren, eigenständigen, aber rauen Black-Metal-Sound.
Was für sympathische und positiv verrückte Typen die Salzburger sind, erfährt die Redaktion später noch bei dem ein oder anderen gemeinsamen Kaltgetränk nach dem Gig – vielleicht auch irgendwann auf der Alm. (Marcel Schlensog)
SUNKEN
Mit ihrem noch frischen Album „Lykke“ haben SUNKEN erneut sehr stark abgeliefert. Aktuell befinden sie sich auf der dazugehörigen Headline-Tour durch Europa. Ihr Set startet weniger atmosphärisch als erwartet, denn während die Band zum Intro ihre Plätze einnimmt, gibt es auf der Bühne noch erstaunlich viel Licht und wenig Nebel. Das ändert sich jedoch schnell und der typische SUNKEN-Dunst wabert durch das ORWOhaus. Der Fokus liegt wie erwartet auf dem aktuellen Album. Dabei bildet besonders „Og Det Er Lykke“ ein Highlight.
Aufgrund der Überlänge der Songs spielen SUNKEN lediglich vier Stücke und füllen trotzdem ihr fünfzigminütiges Set. Neben den rasenden, hypnotischen Passagen mit Post-Black-Vibe machen vor allem die reduzierten, melancholischen Momente Eindruck. Hier leidet Fronter Martin Skyum Thomasen exzessiv und lässt seine gequälten Schreie und Howls den Saal erfüllen. SUNKEN hinterlassen ihr Publikum so in einem Zustand irgendwo zwischen Bedrückung und Katharsis. (Angela Queisser)
Galerie mit 7 Bildern: Sunken - De Mortem Et Diabolum Vol. XI 2025

ELLENDE
Und es geht leidvoll, aber etwas roher mit ELLENDE weiter. Deren neues Studioalbum „Zerfall“ steht in den Startlöchern und wird am 02.01.2026 veröffentlicht. Eine Release-Tour steht ebenfalls im Januar an, doch einige Stücke vom neuen Werk gibt es bereits auf dem De Mortem Et Diabolum zu hören. ELLENDE starten jedoch mit einer Reihe bekannter Tracks. Los geht es entspannt und stimmungsvoll mit „Ballade auf den Tod“. Die Band sorgt so für eine äußerst melancholische Atmosphäre zu Beginn ihres Sets. Gegen Ende gibt der Song Gas und verleiht der Darbietung mehr Dynamik.
Die Balance zwischen Traurigkeit und Wut haben ELLENDE perfektioniert, und sie mäandern im Laufe ihres Auftritts gekonnt zwischen den verschiedenen Stimmungen hin und her. Längere Instrumentalpassagen entfalten hierbei eine besondere Wirkung. Fronter und Multiinstrumentalist Lukas Gosch fällt da fast aus der Rolle, wenn er sich nach beinahe jedem Stück beim Publikum bedankt. Überraschend kommt auch sein Abstecher in den Bühnengraben, um der Menge ganz nah zu sein. (Angela Queisser)
Galerie mit 26 Bildern: Trivax - Braincrusher Nuclear Winter Festival 2025

AUSTERE
Ein besonderes Bonbon hat das De Mortem Et Diabolum mit AUSTERE an Land gezogen. Obwohl die Australier seit ihrer Neuformation 2021 aktiver sind, sind ihre Live-Aktivitäten in Deutschland bisher überschaubar. Ihr Album „The Stillness Of Dissolution“ ist ein halbes Jahr alt und punktete sowohl bei der Review als auch beim Soundcheck. Von den Bands an diesem Tag legen AUSTERE am wenigsten Wert auf eine große Show. Sie gehen quasi nahtlos vom Soundcheck in ihr Set über und sparen sich so einen effekthascherischen Auftritt. Auch auf aufwendige Bühnenoutfits verzichten sie und stehen stattdessen in Jeans und T-Shirt auf der Bühne. Ein zugleich erfrischender und ungewohnter Kontrast zu Spikes, Leder und Blut, die natürlich ebenfalls ihre Berechtigung haben.
AUSTERE beweisen schnell, dass sie optischen Schnickschnack gar nicht nötig haben, um ihre Wirkung zu entfalten. Genrebedingt sehr melancholisch und mit ganz viel Atmosphäre ziehen sie das Publikum in ihren Bann. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Stücken lässt sich zwar nicht verschweigen, doch das Konzept funktioniert einfach. AUSTERE überzeugen mit einem treffsicheren Gespür für Melodien und einer dichten Instrumentierung. Man könnte ihnen höchstens ankreiden, dass sie ihr Set etwas zu routiniert runterspielen. (Angela Queisser)
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Oliver Di Iorio































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