Sons Of Otis
live in der Oetinger Villa, Darmstadt

Konzertbericht

Billing: Sons Of Otis, Bushfire
Konzert vom 02.04.2011 | Oetinger Villa, Darmstadt

Bis dato waren Konzerte aus dem Stoner-, Doom- und Psychedelic-Genre in der Stadt Darmstadt Mangelware. Dank den Veranstaltern von „Fat & Holy“ ist dieses Manko seit einiger Zeit behoben: Bands wie JEX THOTH, LENTLO oder das STONEWALL NOISE ORCHESTRA bespielten in den letzten Monaten die Oetinger Villa, und am Samstag, den 02.04.2011, folgte dort der nächste Leckerbissen für Freunde tonnenschwerer Riffgewitter: BUSHFIRE und SONS OF OTIS!

Den Auftakt bestreiten an dem Abend die lokalen Stonerrocker von BUSHFIRE – fünf äußerst fähige Musiker, die Wurzeln in fünf verschiedenen Ländern haben, ein Händchen für prägnante Kompositionen und intensive Shows. Das dürfte sich bei einigen mittlerweile auch überregional rumgesprochen haben, da das Quintett verstreut über die Republik Shows mit MY SLEEPING KARMA, COLOUR HAZE, KARMA TO BURN oder THERAPY? absolvierte.

Während auf einer Leinwand psychedelische Sequenzen in wiederkehrenden Loops flirren, fängt der tiefgestimmte Bass an zu wummern, das Schlagzeug knallt, die zwei Gitarren setzen ein und sägen staubtrockene Riffs. Es groovt, knurrt und dröhnt eine Weile vor sich hin, dann setzt das mächtige Organ des schwer tätowierten, aus New York stammenden Zwei-Meter-Hünen Bill ein.

Nach diversen Demo-Konzeptalben, die sich um intelligente Variationen der Klischeethemen Sex, Drugs & Rock’n’Roll drehten, ist seit kurzem ihr Album „Black Ash Sunday“ am Start, aus dem sich das Set maßgeblich speist. Der Sound ist mächtig, dicht und schwer, eine Mixtur aus Stoner, Blues und einer Prise Southern Rock, der wie eine Dampfwalze vor sich hin mäandert, durchsetzt von einzelnen Soli der beiden Gitarren. Das Publikum feiert die Lokalheroen exzessiv und es dauert nicht lang, bis nahezu tropische Temperaturen in der Villa vorherrschen. Vor allem das Stück „NWO33“ vom neuen Songmaterial, das unheilvolle Parallelen zwischen ehemals deutscher und heutiger amerikanischer Politik behandelt, dürfte einer der neuen Hits des Quintetts werden.

SONS OF OTIS

Nach dem obligatorischen Zugabenpart liegt die Messlatte verdammt hoch, als SONS OF OTIS zu ihren Instrumenten auf die Bühne schreiten. Das kanadische Trio, bestehend aus Ken Baluke (Vocals, Gitarre), Frank Sargeant (Bass) und Ryan Aubin (Drums) wurde 1992 gegründet, hat acht Alben veröffentlicht, dabei mehrere Labelpleiten überstanden und genießt im Underground einen gewissen Kult-Status.

Eine Setlist gibt es nicht, das Konzert entwickelt sich live, aber neben älteren Stücken der grandiosen „Temple Ball“- und „Spacejumbofudge“-Alben sind es hauptsächlich Songs des aktuellen Longplayers „Exiled“, die zelebriert werden. Nervt zu Beginn der extreme Hall auf Kens Stimme noch ein wenig, pendelt sich der Sound peu à peu optimal ein. Zäh wie heiße Lava fließt der Bastard aus Stoner, Doom, Psychedelic und einer Prise Drone vor sich hin, minutenlang wiederholen sich manche Riffs der verzerrten Fuzz-Gitarre mit Rotor-Effekt, böse knurrt dazu der Bass.

Ein düsterer, apokalyptischer Trip für Gehör und Geist, zumeist ultratief, langsam und schleppend, teilweise spacig und an Bands wie ELECTRIC WIZARD oder ACID KING erinnernd, dann aber immer wieder ausbrechend in martialischen Noise. In den besten Momenten spielt sich das Trio in einen hypnotischen Rausch, scheint völlig versunken in den selbst kreierten monolithischen Soundwall. Das Publikum lässt sich mitziehen in die finstere Trance, und in diesen Phasen hat die Atmosphäre etwas nahezu Magisches. Leider sind es aber nur Phasen, die durch einige monotone Längen hervorbrechen, in denen das minutenlange Hacken auf ein und demselben simplen Riff eintönig wird. Dennoch: Trotz einiger Abstriche ein beeindruckender Auftritt mit den richtigen Vibes auf und vor der Bühne. „Fat & Holy“, besorgt Darmstadt mehr davon!

28.04.2011

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