1914 - The Blind Leading The Blind

Review

Manche mögen die Weltkriegsthematik ja durchaus ausgelutscht und gerade im Metal überstrapaziert finden. Aber wenn sie musikalisch so genial umgesetzt wird, dann bitte gerne mehr davon. 1914 beenden das Death-Metal-Jahr mit einem echten Kracher. Und die Veröffentlichung von „The Blind Leading The Blind“ am 11.11.2018 war natürlich alles andere als ein Zufall, schließlich endete an genau diesem Tag vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg.

Verstörend und irritierend. Genau das ist das Intro „War In“, schließlich ertönt eine regelrecht fröhliche alte Weise aus dem Grammophon. Und ähnliches gilt ebenso für das hörspielartige Intermezzo „Hanging On The Old Barbed Wire“ und das abschließende „War Out“. Aber im Kontext der Scheibe macht am Ende doch alles irgendwie verblüffenderweise Sinn.

Verstörend und irritierend, düster und bedrückend

Düster und bedrückend. Das ist „The Blind Leading The Blind“ vom ersten metallischen Ton an. Der angeschwärzte Death Metal von 1914 begeistert sofort und drückt mächtig. Da hat schon der Opener „Arrival. The Meuse-Argonne“ alles zu bieten, vom feinen dunklen Geballer bis hin zu herrlich zähen und doomigen Parts. Und der Band gelingt es meisterhaft, eine dem ernsten Thema angemessene und äußerst beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Die erinnert bei den Doom-Passagen an die genialen WINTER, wer schafft das bitte heute noch? Klare Antwort: 1914 selber, denn das folgende „A7V Mephisto“ hat wieder so einen mächtigen Einstieg. Doom Death vom allerfeinsten! Dann jedoch nimmt auch der Sturmpanzer mächtig Fahrt auf, immer wieder begleitet von feinem giftigen Gekeife. Die Jungs haben sowohl musikalisch als auch stimmlich eine feine Bandbreite anzubieten, und dabei greift wirklich jedes Rädchen nahtlos in das vorherige.

Der ruhige Auftakt von „High Wood. 75 Acres Of Hell“ täuscht gewaltig, denn dann entlädt sich der Song in feinster Raserei. Dazu serviert man noch einen einprägsamer Midtempo-Part. In eine recht ähnliche Kerbe schlägt auch das mächtig schwarze „C’est Mon Dernier Pigeon“. 1914 tun wirklich verdammt viel dafür, den Hörer permanent zu begeistern. Das gilt auch für das THE EXPLOITED-Cover „Beat The Bastards“. Eingeleitet von einem Dudelsack hat diese Version fast nichts mehr vom punkigen Original, hier wird metallisch geprügelt.

Und dann kommt „Passchenhell“, mit Gastgesang von Mr. Dave Ingram, aber nicht nur deswegen muss man diesen Song ganz einfach lieben. Diese herrlichen düsteren Melodien, diese superb gelungenen Tempowechsel und nicht zuletzt der Einsatz einer Violine, welche die Raserei schräg aber absolut gekonnt unterlegt. All das macht „Passchenhell“ zu einem klaren Highlight der Scheibe.

1914 liefern eine herausragende Scheibe ab

In diese Kategorie fällt auf jeden Fall auch der „Stoßtrupp“, hier marschieren 1914 herrlich treibend, stampfend und eingängig. Das erinnert des Öfteren an Kapellen wie JUST BEFORE DAWN. Und auch hier begeistern und verstören einen die immer wieder eingestreuten Film- bzw. Hörspielsequenzen.

Und da das Beste bekanntlich immer zum Schluss kommt, servieren 1914 als letzten richtigen Song „The Hundred Days Offensive“, was für ein Epos. Der Longtrack startet extrem ruhig, nur mit akustischem Geklampfe plus Hörspiel-Passagen. So baut sich dieser Song in den ersten drei Minuten ganz langsam auf. Das hat auch absolut etwas von DÉCEMBRE NOIR. Dann kommt die Offensive jedoch in Fahrt und verblüfft immer wieder mit herrlichen Harmonien. Midtempo, Raserei, hier ist für jeden geschmackssicheren Musikfreund etwas dabei. Das ist wirklich verdammt großes Kino! Und so krönt ein unglaublich ergreifender und bewegender Song eine herausragende Scheibe. Das kann man echt kaum besser machen.

1914 fesseln einen mit „The Blind Leading The Blind“ umgehend und vor allem permanent, das können jetzt wahrlich auch nicht so schrecklich viele Bands von sich behaupten. Die Jungs erinnern immer wieder mal etwas an die thematisch ja ganz ähnlich gearteten GOD DETHRONED. Wie wäre es denn mal mit einer gemeinsamen Tour? Nur mal so als kleine Anregung.

03.01.2019

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47 Kommentare zu 1914 - The Blind Leading The Blind

  1. unfurl999 sagt:

    Absolut geniales Album einer sehr guten Band die man endlich auch Mal in Deutschland spielen lassen sollte.

    8/10
  2. ClutchNixon sagt:

    Image und Gebaren der Band finde ich zum Kotzen, muss man die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts doch mit mehr Abstand betrachten, was den Burschen sichtlich schwer fällt. Diese Pseudonyme! KINNERS… anyways, die Mucke ist grandios.

    9/10
    1. Falls wer kein FB hat und wissen will, was Clutch für Pseudonyme meint…
      Mitglieder der Band
      Vocal – 2.Division, Infanterie-Regiment Nr.147, Oberleutnant – Ditmar Kumar

      Guitar – 37.Division, Feldartillerie-Regiment Nr.73, Wachtmiester – Liam Fessen

      Guitar – 5.Division, Ulanen-Regiment Nr.3, Sergeanten – Vitalis Winkelhock

      Bass – 9.Division, Grenadier-Regiment Nr.7, Unteroffiziere – Armin von Heinessen

      Drums – 33.Division, 7.Thueringisches Infanterie-Regiment Nr.96, Gefreite – Rusty Potoplacht

      Wat habbich jelacht… 🙂

    2. unfurl999 sagt:

      Nur mal so als Hintergrundinfo, der Sänger ist Archäologe, spezialisiert auf die Ausgrabungen und Katalogisierung von
      Funden in 1.Weltkriegs Schlachtfeldern. Die Herangehensweise zeigt auch sein fundierteres Wissen welches vor allem durch die Texte aber auch durch die Live Auftritte an Authentizität (Mosin Nagant als Mikro Ständer als ein Beispiel unterstrichen wird. Zum Kotzen ist da nur Idioten wie Clutch die solche Themen lieber mit „mehr Abstand“ betrachtet oder anders gesagt lieber begraben würde. Lest we forget!

      1. azl sagt:

        > Band heißt „1914“
        > ganz klar Nazis
        lohl

      2. BlindeGardine sagt:

        @unfurz
        Also bevor du andere als Idioten bezeichnest: Ein fundiertes historisches Wissen ist den Herren sicherlich nicht ganz abzusprechen, ich vermute du hast das gleiche Interview gelesen wie ich. Warum du grade die eben doch ziemlich plumpen Texte (was wie gesagt sicherlich auch am eher mäßigen Englisch liegt) und das Auftreten der Band als Zeichen der Authentizität und womöglich auch noch historischer Akkuratesse siehst ist mir schon irgendwie ein Rätsel. Grade der Text vom oben verlinkten „Stoßtrupp 1917“ ist doch wohl unwahrscheinlich dämlich geraten und liest sich eher wie ein Auszug aus der Heerespropaganda denn wie ein glaubwürdiger Erfahrungsbericht eines Soldaten aus dieser Zeit (was man sich ja durchaus auf die Fahnen geschrieben hat).
        Was daran authentisch sein soll, wenn sich fünf Ukrainer in deutschen Uniformen mit einem russischen Gewehr auf die Bühne stellen und selbiges dann auch noch als Mikroständer zweckentfremden frag ich mich auch (der Lauf gehört nach vorne, Soldat, nicht nach unten!).
        Wie gesagt ich, ich halte den ganzen Mummenschanz auch eher für harmlos und sehe das als in etwas merkwürdige Bahnen geratenes Historical Reenactment an, grundsätzlich halte ich die Musik aber für bedrohlich genug und das ganze Drumherum zieht es dann mMn eher ins Lächerliche.

    3. ClutchNixon sagt:

      @furl,azl, Nili und wie sie alle heißen: Ich darf euch versichern, dass ich 1914 weder neonazistische Tendenzen, noch jedwede Form geschichtsrevisionistischer Agenda unterstelle (Karl Willetts als Duettpartner, Exploited Cover). Merkt ihr selber, oder? Was der Sänger in seiner Freizeit macht ist mir ehrlich gesagt egal und ob er tatsächlich Historiker ist, mir schlichtweg nicht bekannt. Im Übrigen ist mir, dank meines abgeschlossenen Polit-und Geschichtsstudiums durchaus bewusst wovon ich hier schreibe, lieber azl. Normalerweise lasse ich derlei Dinge hier nicht raus hängen, aber deine dummdreiste Unterstellung lässt mir keine Wahl, also blubber hier nicht rum.
      Ich kann das Interesse an der Geschichte beider Weltkriege absolut nachvollziehen, aber mit derlei Pseudonymen und ziemlich plumpen Texten verknüpft kann besagtes Interesse auch stinken. Dass ihr euch in eurer politischen Unkorrektheit suhlt und hier ein ums andere Mal den unfreiwillig komischen Böse-Böse-Extrem Metaller gebt, bereited mir auch dieses Mal wieder ein diesbisches Vergnügen. Ist noch Popcorn da Gardine?

      1. azl sagt:

        Ich blubber so viel ich will 🙂

      2. ClutchNixon sagt:

        Nichts andere erwarte ich von dir lieber Mitforist azl.

      3. ClutchNixon sagt:

        Korrektur: Ich meine natürlich Dave Ingram und nicht Karl Willetts. Wunschdenken 😉

      4. azl sagt:

        Haha, hab zuerst „MitFlorist“ gelesen und dachte mir schon so „Häääää?“ xD
        Oh me

      5. bockrock sagt:

        Bin ja meistens nur stiller Mitleser, aber so langsam fang ich echt an mich zu beömmeln.

        @Clutch: abgeschlossenes Studium in Politik und Geschichte, dann nach früherer Aussage studierter Musiker. Schlussfolgerung? Lehrer. Nee, kann nicht sein, Du arbeitest ja für nen Musikverlag, aber wahrscheinlich nur so nebenbei. Kann aber auch nicht sein, da Du ja nach früherer Aussage auch Nachtdienst schiebst.
        Irgendwo ist da doch nen Fehler in der Matrix.

      6. ClutchNixon sagt:

        @bockrock: Wenn du dir schon die Mühe machst meine Kommentare zu verifizieren, solltest du diese auch richtig lesen. Ich habe nicht geschrieben, dass ich in der Musikindustrie arbeite, sondern dass dies sein könnte, oder aber dass ich jemand kenne der es tut und dieser jemand mir das Vorabhören so mancher VÖ ermöglicht, bzw. das in der Vergangenheit getan hat. Ich oute mich also nun extra für dich kleinen Stalker und bestätige, dass letzteres der Fall ist. Und wenn es für dich verwunderlich ist, dass jemand nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger einen fächerübergreifenden Bachelorstudiengang absolviert, ist das ehrlich gesagt etwas seltsam und dein Problem. Darf ich also der Fachkrankenpfleger sein, der ich bin und in meiner beruflichen Laufbahn eine fünfjährige Pause eingelegt haben, die ich für mein Studium nutzte? Ich bin fast vierzig und hab sogar eine Tochter. Unfassbar, oder? Möchtest du hier noch mehr pseudo-schmutzige Wäsche waschen, oder aber teilst du unter anderem Alias an dieser Stelle weiter aus? Ganz ehrlich: Get a life. Ich habe meines und es beinhaltet Nachtdienste und ein Studium, so what?

      7. nili68 sagt:

        Ausnahmsweise bin ich unschuldig.. du Gutmensch!! 🙂

        Geschichte wird eh von Siegermächten geschrieben, insofern sind derlei Studien eh nur bedingt aufschlußreich. Fake News und Alternative Facts sind keine Trump Era- Erfindung.. 😛

      8. ClutchNixon sagt:

        @nili: ich hab nie behauptet ein Gutmensch zu sein, oder? Aber für dich ist dieser Begriff ja ohnehin nahezu ein Schimpfwort, respektive negativ konotiert Freund Nili. Übrigens würde mich wirklich mal interessieren unter wie vielen Alternativnahmen du hier deinen Feldzug führst. Du wärst so gern ambivalent, aber ich muss dich diesbezüglich leider enttäuschen, bist du doch vielmehr das genaue Gegenteil dessen 😉

      9. ClutchNixon sagt:

        Korrektur: konnotiert.

      10. ClutchNixon sagt:

        Korrektur 3: bzw. zu falsifizieren

      11. nili68 sagt:

        @ClutchNixon Gutmensch IST ein Schimpfwort, nicht nur für mich, sondern ganz allgemein https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch aber in diesem Falle war das nicht beleidigend dir gegenüber gemeint, sondern heiter ironisch. :o)

        Ich bin nicht ambivalent oder sonstwas, sondern einfach so, wie ich bin. Wer sich den Schuh anziehen möchte ein schlichtes Gemüt zu haben, könnte das aber schon so sehen (wollen), bzw. unterstellen.

        Sag‘ ruhig, falls das zu ambivalent war. Ich kann mich auch näher am Volk ausdrücken, wenn das gewünscht wird. Es müssen auch keine Gründe genannt werden. 😛

      12. ClutchNixon sagt:

        @nili: Danke, mir sind Bedeutung und Etymologie des Wortes bekannt 😉 es ging mir viel mehr um die Tatsache, dass du es deinem Schatz an Verbalinjurien hinzugefügt hast, verstehste? Tatsächlich: Ich weiß, ja auch nicht…

      13. ClutchNixon sagt:

        Korrektur 4 : bereitet

      14. nili68 sagt:

        Natüüüürlich war dir das bekannt. Ich wollte mit dem Link auch nur deine Erinnerung auffrischen. 🙂

        Mein Schatz an Verbalinjurien ist unerschöpflich. Quasi das Nibelungengold der Verbalinjurien. Ich hoffe, die Anspielung auf die Nibelungen war jetzt nicht zu rechts.. 🙁 😀

      15. unfurl999 sagt:

        @Clutch: Ein abgeschlossenen Polit- und Geschichtsstudiums? Ein Grund mehr deine Aussage zum Kotzen zu finden, da du es anscheinend besser wissen solltest. Aber dein Drang zur Rechtfertigung und jetzt auch noch diese misslungene Profilierung etwas besseren zu sein (Brauchst du jemand der dich auf den Kopf tätschelt weil du mit fast 40 fünf Jahre Auszeit nimmst um einen Bachelorstudiengang zu belegen? ), lässt höchstens auf verbitterte Midlife Crisis schliessen. Dich könnte man fast bemitleiden.
        Von daher, werf nur weiter mit deinen netten Phrasen und Mutmassungen um dich, das ändert aber auch nichts daran, dass Leute wie du einfach zu dumm und ignorant sind um sich mit Themen wie 1. und/oder 2.Weltkrieg zu befassen, da automatisch gleich (wie du ja so schön beweist) „politische Korrektheit“ und der restliche Rotz kommt. Von daher ist eine sachliche und ernst gemeinte Diskussion hier eh absolut unmöglich, da hier ja alle widersprüchlichen Meinungen, gleich als Mumpitz abgestempelt werden. Von daher immer schön weiter machen. Ich werd mit Sicherheit wieder kommentieren, wenn ich mal wieder was zum Lachen brauch.

      16. Fromasecondstorywindow sagt:

        @clutch: ich weiß es ist schwer, aber lass Trolle Trolle sein und reagier nicht auf deren Scheiße. Das gilt insbesondere für Creeps wie unfurl, die hier eigentlich nur negativ auffallen. Diesen Stress braucht niemand. Auch solltest du davon Abstand nehmen dich hier rechtfertigen zu wollen. Wie gesagt: es führt zu nichts. Ich halte es so dass ich das ganze Gespacke still und heimlich genieße. Ist fast genauso interessant wie Ebay Kleinanzeigen.
        Zur Mucke: ganz okay, aber nicht der große Wurf. Von diesem ganzen Historiengedöns halte ich persönlich nicht viel. Das ist letztlich genauso belanglos wie die xte Horrorstory.

        6/10
      17. ClutchNixon sagt:

        @unfurl666: keine Ahnung wer dir jeden Tag aufs neue in deinen traurigen Eintopf pisst, aber was versetzt eigentlich ausgerechnet dich in die Lage hier irgendwen für irgendwas kritisieren zu dürfen. Du schmeißt mit Halbwahrheiten um dich, hasst jeden Funken Anstand, den User hier zeigen und meinst mich bezüglich meines Lebenslaufes ankacken zu dürfen? Du weißt nichts über mich, erstellst hier jedoch problemlos Ferndiagnosen. Wenn du dir die Mühe machen möchtest den Diskussionsverlauf hier durchzulesen, stellst selbst du unbedarfter Orthografie- und Syntaxhorst schnell fest, dass du der einzige bist, der hier wieder mal klar jegliche Netiquette missachtet und einen Stinker nach dem anderen fahren lässt. Bitte sei so lieb und lies die folgenden Worte sehr sorgfältig, denn es sind die letzten, die wir miteinander wechseln werden: Dieses Forum gehört weder dir, noch mir und du machst hier niemanden mundtot du die Szene diskreditierender Faschoarsch! Deine beschissene Antihaltung macht diese Welt jeden Tag ein kleines bisschen schlechter. Aber weißt du was: solltest du jemals in die Lage geraten ernsthaft Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen ist es gewiss nicht deinesgleichen, das dich wieder auf die Beine holt.

        @window: japp, es ist schwer, aber ich kann meine Finger manchmal einfach nicht still halten. Womöglich eines Tages. Typen wie Furl brauchen allerdings permanenten Gegenwind.

    4. ClutchNixon sagt:

      Und ich glaube kaum, dass ein Mensch schlichten Gemütes auf die Idee käme dir ambivalentes Gebaren zu unterstellen. Diesbezüglich muss ich unbedingt auf Lauterkeit insistieren 😉

      1. nili68 sagt:

        Einigen wir uns darauf, dass im Internet eh nur Genies oder totale Dummköpfe unterwegs sind. Differenzieren ist eh überbewertet. 😎

      2. ClutchNixon sagt:

        @dann bleibt mir abschließend nur dir kleinem Wagnerianer und Hobbydemagogen alles Gute zu wünschen. Auf dass dir alsbald eine ruhige Trollhöhle im knisternden Walde der Besonnenheit zu Teil werde. Ich gönne dir dein Plätzchen von Herzen.

        Dein Clutch

      3. nili68 sagt:

        Höre ich da einen latenten Hatespeech gegen Trolle? Fällt das nicht unter’s Transgender-Schutzgesetz oder sowas..? Das schreit nach ’ner Demo, so richtig mit Straße blockieren und so..

        https://www.youtube.com/watch?v=Z20KIP6h6oU

        Chr chr..

  3. Dor Leo sagt:

    Oh mann, was zeugt denn daran von Authentizität wenn man eine Knarre mit auf die Bühne schleppt. Da sind wir wieder beim Idioten, der sich davon beeindruckt, ein nasses Höschen holt.

    Ja, klar gibt das Thema reichlich Material, auch als Konzept, her.
    Gehört es doch nun mal zur Geschichte dazu ob man das Konzept gut findet oder nicht.
    Entscheidend ist hierbei die Herangehensweise und hier bei 1914, seh ich das eher als historisch angelehnt, statt verherrlichend wie eben bei Viktoria.
    Da ich mich noch nicht besonders tief mit Band und Text beschäftigt hab, möchte ich mich allerdings nicht allzu weit für die Band aus dem Fenster lehnen.

    Ach ja…. Mucke gibt’s ja auch noch und die ist sehr geil.

    9/10
  4. nili68 sagt:

    Klingt wirklih nicht verkehrt und.. wovon soll Extrem Metal denn sonst handeln, außer Krieg oder Satan oder beidem? lol

  5. FiveDigitCreature sagt:

    …und wieder haben sich hier alle üblichen Verdächtigen gegenseitig an den Pimmel gefasst. Erkenntniswert? 0

  6. BlindeGardine sagt:

    Huch, was ist denn hier wieder los. Aber cool, die üblichen Kommentare von den üblichen Verdächtigen, könnte man tatsächlich auch ohne Angabe von Namen dem entsprechenden User zuordnen, inklusive Off-Topic „Ich bin auch hier“-Kommentar von ihr wisst schon wem.

    Also erstmal, Musik: fett!

    Zum Rest: Habe mir mal ein Interview mit dem Sänger durchgelsen. Ganz klar wird da allerdings nicht, ob der Mann jetzt tatsächlich ausgebildeter Archäologe oder eher Hobbyarchäologe ist. Eine morbide Faszination für den 1. Weltkrieg gibt er jedenfalls selbst ganz offen zu Protokoll, bezeichnet sich sogar als Fan, sieht das ganze aber schon durchaus differenziert. Das Interview liest sich irgendwie zwischen extrem dämlich und durchaus vernünftig, was z.T. sicherlich auch dem ziemlich schlechten Englisch geschuldet ist. Grade deswegen würde ich auch von den Lyrics nicht unbedingt Tiefsinniges erwarten.
    Das Auftreten ist natürlich recht albern, das Album ist aber (musikalisch) durchaus stimmig und in Sachen dümmliches Weltkriegst-Juchheirassa ist man von den Marduk-Flachzangen doch noch ein paar Schippen entfernt.

    8/10
    1. nili68 sagt:

      Wenn man schon FAN ist, dann höchstens vom Herrn der Ringe. Da hast du 1. Weltkrieg UND Zwerge. ZWERGE!!!

      1. BlindeGardine sagt:

        Na hat er halt so gesagt, kann ich ja auch nix für. Ich habe mich auch gefragt, wie man „Fan“ eines Krieges sein kann. Aber wie gesagt, das mag auch an der Sprachbarriere liegen. Wenn du selbst nachlesen willst: https://www.echoesanddust.com/2018/01/1914-metal-and-the-horror-of-war-from-ukraine/

      2. nili68 sagt:

        Danke. 🙂

        Ach so, die kommen aus der Ukraine. Alles klar. lol

    2. ClutchNixon sagt:

      @gardine: und nichts anderes habe ich in meinem anfänglichen Kommentar geschrieben. Zugegebenermaßen nicht differenziert, aber für diverse Attacken Anlass gebend. Der Rest leider fully triggered. Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher zumindest zwei relativ neu aufbegehrende Forensoldaten dem guten, alten Nili zuordnen zu können.

      1. nili68 sagt:

        Öhm.. HÄ?!

  7. der holgi sagt:

    Zur Musik: Ist ok, nutzt sich wohl recht fix ab wie ich vermute. Muss man jedoch sehen.

    Zum Image und zu den Texten:

    Dämlich, das die Kurzfassung.

    Länger geht so: Auf der Facebookseite der Band, in der Bildergalerie, bekommt man ua eine Ahnung davon, wie sich die Heroisierung der Österreich-Ungarn-Monarchie im Jahr 2019 anfühlt, was auch immer das politisch exakt zu bedeuten hat. Jedoch sieht man auch recht gut dort, wie leicht die Band es sich macht im Umgang mit der Kriegsthematik, Bilder des Grauens auf der einen Seite, Bilder von Kriegsgerät auf der anderen. Und dazwischen nichts als heisse Luft und unglückliche Versuche, vor dem Grauen des Krieges zu warnen. Vom Outfit der Band ganz zu schweigen.

    Hat was Komisches, ungewollt. Als würde eine Veganer-Organisation mit hunderten Abbildungen von perfektestem Foodporn vor den Gefahren des Konsums tierischer Produkte warnen.

    Naja, die Jugend wird es feiern was 1914 da verzapfen, der Spuk jedoch wird nicht lange wirken, dazu ist die Band zu limitiert angetreten, so vermute ich.

    1. BlindeGardine sagt:

      Stimme dir im Grunde bei allem außer der Musik, die mir wirklich gut gefällt, zu. Einerseits möchte die Band vor den Schrecken des Krieges warnen und diese entsprechend darstellen, andererseits findet man das ganze Drumherum schon irgendwie ganz geil. Erkennt man gut am ja schon eher mahnenden Albumtitel „The Blind Leading The Blind“ und den teilweise im krassen Gegensatz dazu stehenden Lyrics, die mitunter schon fast verherrlichend wirken.

      Ich glaube aber das ist grade im Bereich des Historical Reenactment grundsätzlich so ein Zwiespalt, der für Außenstehende verwunderlich wirkt. Da schwingen sich Leute in die Uniformierung der jeweiligen Epoche und spielen reale Kriegsszenarien nach; aber von denen will sicherlich auch keiner, bis auf ein paar Spinner vielleicht, einen echten Krieg erleben, geschweige denn in dem kämpfen der grade nachgespielt wird. Es ist halt eine Art Rollenspiel, aber eben basierend auf realen Ereignissen. Wirklich nachvollziehen kann ich das auch nicht, im Grunde ist es aber wohl eher harmlos.

      1. ClutchNixon sagt:

        Gerade im osteuropäischen Raum treibt dieses Reenactment wirklich seltsame Blüten. Einmal im Jahr verkleidet sich bspw. halb Polen als Wehrmacht und verliert den Krieg. Das hat sicher viel mit der Überwindung von Traumata zu tun, aber dass gerade der europäische Osten und Russland, die bekanntlich bereits im ersten Weltkrieg am schlimmsten litten, so geil auf diese Kriegsspiele ist wirkt zumindest auf mich zutiefst befremdlich und ja, auch verstörend. Die Mucke hingegen knallt. Wie man es im Gesamten besser macht zeigen sicher God Dethroned.

      2. nili68 sagt:

        >Einmal im Jahr verkleidet sich bspw. halb Polen als Wehrmacht und verliert den Krieg. Das hat sicher viel mit der Überwindung von Traumata zu tun<

        'ne Abart des Stockholm-Syndroms..

      3. ClutchNixon sagt:

        You bet

      4. BlindeGardine sagt:

        Im uk ist das wohl aber auch sehr beliebt und ein paar herren in der midlife crisis treffen sich regelmäßig in ss-uniform zu tea & biscuits um sich gegenseitig ihre restaurierten kettenfahrzeuge zu präsentieren. Es ist halt wirklich eine sehr merkwürdige sammelleidenschaft, die man aber ja auch von szeneprominenz wie lemmy, jeff hannemann und wenn ich mich nicht irre martin van drunen kennt (auch wenn es beim letzten eher literatur ist glaube ich), ohne das man diesen dabei böses unterstellen könnte.

      5. ClutchNixon sagt:

        Ich kann die Faszination wie gesagt zumindest im Ansatz nachvollziehen (wie viel Zeit hab ich als Kind in der Bibliothek zwischen all den dicken Bildbänden der Weltkriege und mit deren Lektüre verbracht) das ist menschlich, aber wenn Typen wie unfurl das alles einfach immer alles unreflektiert fressen, verlieren wir als Menschen langsam aber sicher das Gefühl für die schmale Gratwanderung zwischen Akzeptanz und aktivem Gutheißen von militaristischer Scheiße. Interessant ist diesbezüglich die niemals wirklich stattgefundene Emanzipation der Weimarer Republik von einer durch und durch militarisierten Gesellschaft post wilhelminische Epoche. Wohin das geführt hat, ist bekannt und heute lässt sich natürlich trefflich darüber streiten, ob besagtes Abgrenzen von zuviel Obrigkeit und Gehorsam überhaupt hätte funktionieren können. Nach ’45 ging das bekanntlich auch nicht, siehe Kiesinger und Konsorten. Was mich wirklich betroffen macht, ist die Tatsache, dass man heute die beiden Weltkriege einfach geil finden kann, weil echt interessante Geschichte des Todes und so. Das spielt man nach respektive herunter und wünscht sich heimlich so’n richtig geilen Shooter aus deutscher Sicht, zeitlich irgendwo zwischen ’39 und ’41, als unserer Urgroßväter/Großväter noch siegten, weil geil sein soll es schon und nicht betroffen machen. Gelesen wird dann lieber Ernst Jünger, als Remarque und dazu schön derbe ach so böser, alles verherrlichender, weil evil cunt sich alles erlauben kann, BM gehört. Danach raus und „taktisch“ Airsoftgefechte führen. Das ist alles dermaßen zum Kotzen, besonders wenn dir hier jemand noch vorhält nicht neutral über die geilen Weltkriege, Stoßtruppen und an anderer Stelle (Marduk) die geile Waffen-SS diskutieren zu können. Ja ne, is klar, weil AFD wählen ist voll ok und ein paar Verschwörungstheorien sowieso. Die große Lüge… Hinter vorgehaltener Hand – ihr wisst schon. Mein Vater, im Übrigen pensionierter Offizier, hat mich dazu erzogen, diesen ganzen Scheiß immer zu hinterfragen. Ja, ja zu persönlich. Ich weiß.

    2. BlindeGardine sagt:

      Na lass dich mal nicht vom urfurz auf die palme bringen, von dem kommt hier doch eh zu 99% nur unreflektiertes geblubber aus der kleinen landser-fibel für echte black-metal-krieger. Black metal ist krieg und so.
      Eine gewisse faszination für diese zeit kann ich auch nachvollziehen, grade mit dem 1. Weltkrieg habe ich mich via literatur und dokumentationen selbst viel beschäftigt, da das thema bei uns damals im geschichtsunterricht allenfalls angeschnitten wurde. Und ja, auch ich stürze mich hin und wieder mal gerne in einen weltkriegs-shooter und habe dabei einen diebischen spaß. Finde ich die weltkriege oder krieg generell deshalb geil? Keineswegs, aber diese morbide faszination des schreckens ist halt da. Das thema ist spannend, aber nicht schön.

      1. Potzenhotz sagt:

        Spiele sind Spiele und ich verurteile niemanden dafür, dass er sie spielt. Ich halte COD World of War für einen guten Shooter. Warum? Weil er Krieg, als das zeigt, was er ist: Verschwendung menschlichen Lebens, aber darum ging aus nicht. Ich wollte nur noch mal hinweisen, dass es Spinner gibt, die von Flexion um des Menschsein willens noch nie etwas gehört haben und auf alles und jeden scheißen, der es wagt ihre miese kleine Spielwiese politische Inkorrektheit infrage zu stellen.

      2. ClutchNixon sagt:

        OK. Ein zweites Mal mal ein heutiges Posting unter altem, ungenutzten Nickname zu sehen ist gruselig (siehe Tool)