3 Speed Automatic - Villa Rocka (Re-Release)

Review

Ich stehe dazu, ich hatte noch nie Kontakt mit Drogen, die über Alkohol und Kaffee hinausgehen! Nicht einmal mit Gras – und trotzdem kann ich psychedelischem Stoner Rock etwas abgewinnen. Auch wenn die drei Jungs von 3 SPEED AUTOMATIC ihre “Villa Rocka“ so stark einnebeln, dass der Sound grundsätzlich etwas dumpfer und abgehobener wirkt, die sporadisch eingesetzte Sitar wie aus fremden Sphären erklingt und die E-Orgel den Eindruck macht, als würde sie im nächsten Moment komplett aus den Latschen kippen. Psychedelische, ewige Soli, seltsame Samples und ein Sänger, der den Eindruck macht, als hätte er absichtlich ums Arschlecken danebengesungen, runden das Bild des ultrakaputten Albums ab, das aber gerade deswegen verdammt viel Spass macht!

Die Huldigungen an die alten Helden findet man fast überall – Bei “Villa Rocka“ denkt man unweigerlich an “Rocka Rolla“ von JUDAS PRIEST, das Artwork ist 70er Jahre pur und das Album ist ähnlich aufgebaut wie das legendäre “In-A-Gadda-Da-Vida“ von IRON BUTTERFLY. Sprich: der letzte Track ist nicht nur der längste, sondern auch mit Abstand der genialste Song der Platte – die fünf Stücke davor sind fast nur noch Beiwerk, haben’s aber dennoch dermaßen in sich, dass viele Bands aus diesem Sektor bereitwillig dafür sterben würden, um solche Ideen zu haben.

Eine gewisse Entfaltungszeit braucht das Album trotzdem. Zu abgefahren sind manchmal die Sounds, Strukturen und Samples, mal hat man den Eindruck, die Musiker freuen sich wie kleine Kinder über die technischen Spielereien, die man mit den Instrumenten und der ganzen Technik anstellen kann, mal erschrickt man förmlich wegen des (trotz bewusstseinserweiternden Substanzen) gnadenlos guten Zusammenspiels der Band – es steckt sehr viel Liebe zum Detail im gesamten Werk – aber wie gesagt, der Höhepunkt mit dem Namen “Who Knows What Evil Lurks In The Heart Of Men…The Shadow Knows“ lässt den gesamten Rest des Albums ein wenig wie ein langgezogenes Intro aussehen.

In eben diesem Song werden auf aberwitzige Weise alle Register gezogen – man bekommt den Eindruck, der Sänger habe die ganze Zeit nur seine Stimme verstellt und finge jetzt erst an, richtig zu singen! ANATHEMA lassen grüßen… Genial auch: das Wah-Wah-Riff bei etwa 17:45 (ich hasse Zeitangaben eigentlich…) zeigt die Klasse dieser Band, die mit „Villa Rocka“ – übrigens benannt nach einem 150 Jahre altem Gebäude, in dem die Band probt – eins der besten Rock-Alben des Jahres 2008 vorlegen. Fans des Genres können nicht, sie müssen zugreifen! Alle anderen sollten reinhören und dann auch zuschlagen. Vor allem, da es sich bei diesem Re-Release um eine Dual-Disc handelt mit DVD auf der Rückseite, welche sowohl Slideshows, Liveaufzeichnungen, einen im 5.1-Sound neu abgemischten Song als auch einen ebenso im 5.1-Gewand gekleideten Videoclip von “Who Knows What Evil Lurks In The Heart Of Men“ (der ersten Hälfte des Riesensongs) enthält. Die Ursprüngliche Fassung wurde übrigens 2004 exklusiv als LP veröffentlicht. Rauf aufs Motorrad und rein in den Plattenladen!

25.10.2008

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