Adimiron - K2

Review

Als ADIMIRON im Jahre 2004 ihr Debut “Burning Souls“ auf den Markt warfen, konnten sie mich mächtig beeindrucken. Damals zelebrierten die Römer melodischen Death Metal mit stellenweise leicht progressiven Ansätzen und machten einen sehr zielstrebigen und selbstsicheren Eindruck.

Von dieser musikalischen Grundausrichtung ist 2011 allerdings nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Was auf der 2008er Scheibe “When Reality Wakes Up“ bereits angedeutet wurde, wird spätestens auf “K2“ glasklar: ADIMIRON haben keine Lust mehr auf Melodic Death Metal im klassischen Sinne. Zwar findet man auf der aktuellen Platte immer noch typische Death Metal-Elemente, wie durchhämmernde Kickdrums, aber insgesamt fand eine deutliche Verlagerung in Richtung Progressive Metal statt. Das Drumming ist inzwischen sehr viel vertrackter als bisher, und auch die Arrangements sind komplizierter geworden. Analog dazu sind die Riffs inzwischen merklich thrashiger und weniger melodiedurchzogen. Die Melodien werden mittlerweile größtenteils durch cleanen Gesang getragen, der immer wieder in den Vordergrund drängt. Richtigen Grunzgesang gibt es hingegen so gut wie überhaupt nicht mehr. Bei den aggressiven Parts setzen ADIMIRON auf Gebrüll, wie er sich eigentlich eher in der Hardcore-Szene etabliert hat.

Diesen insgesamt sehr modernen Anstrich hätte ich bei ADIMIRON zumindest in dieser Konsequenz zwar nicht erwartet, aber man muss schon sagen, dass die Italiener auf “K2“ sehr selbstbewusst agieren und alles gekonnt umsetzen. Die Gitarrenriffs sind energisch, und passen perfekt auf die komplexen Rhythmen, die Schlagzeuger Federico vorgibt. Teilweise sind die Songs sehr komplex, dadurch sind sie manchmal vielleicht nicht gleich auf Anhieb zu verstehen, aber natürlich werden die Nummern dadurch auch nicht so schnell langweilig. An dieser Stelle möchte ich den Track “Servant’s Poem“ hervorheben, der mit sehr fiesen Rhythmen aufwartet, aber durch den melodischen Gesang trotzdem recht eingängig ist und einfach Spaß macht. Wirklich eine ganz starke Nummer!

Trotz des positiven Gesamteindrucks gibt es auch einige Dämpfer. Etwas Bauchschmerzen bekomme ich nämlich bei den elektronischen Elementen, die immer wieder mal eingestreut werden. Das elektronische Schlagzeug auf “Above The Rest“ ist genauso unnötig wie unpassend, ebenso wie der Einsatz eines Vocoders bei einigen anderen Songs. Diese Spielereien hätte man getrost weglassen können. Noch ein paar Worte zur Produktion des Albums: Die ist, wen wundert’s, sehr modern ausgefallen. Das geht in Ordnung, denn etwas anderes hätte auch nicht gepasst. Das Schlagzeug dürfte aber durchaus etwas dynamischer klingen. Insbesondere die Snaredrum wirkt sehr künstlich und gleichförmig.

“K2“ ist zwar sicher kein Anwärter auf das Album des Jahres, aber es positioniert sich nicht zuletzt durch die Vielseitigkeit und das spielerische Können deutlich über dem Durchschnitt. Interessant ist es vor allem für diejenigen, die auf modernen Death/Thrash stehen und komplexen Rhythmen nicht abgeneigt sind. Wer damit nicht so viel anfangen kann, sollte sich wenigstens den Track “Passenger“ zu Gemüte führen. Der fällt nämlich komplett aus dem Rahmen und klingt wie ein etwas ruhigerer OPETH-Song.

24.11.2011

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