Alicate - World Of Anger

Review

Ja, bei dem Bandnamen denkt man doch sofort an Sommer, Sonne, Badehose. Aber halt, da fehlt erstes ein „n“, um mit dem spanischen Badeort namensmäßig gleichzuziehen und zweitens sind ALICATE ohnehin keine Spanier sondern Schweden. Und trotzdem muss man sich nicht gleich warm anziehen, denn ALICATE machen klassischen 80s Hard Rock mit leichter AOR-Schlagseite.

Obwohl die Truppe inklusive diversen Pausen bereits seit 1985 ihr Unwesen treiben soll, habe ich noch nichts von ihnen gehört und es ist äußerst schwer, im Netz an brauchbare Infos zu kommen. Desöfteren wurde wohl schon das Line-up durcheinandergewirbelt, als Livehighlight bezeichnen sie ihren Openerslot für IAN GILLAN (DEEP PURPLE) und beim berühmten Sweden Rock haben sie auch schon mal eine Audienz abgehalten. Dann konzentrieren wir uns eben aufs rein Musikalische und das ist nicht mal übel.

„World Of Anger“ ist nicht gerade der treffende Titel für das, was den Hörer in einer guten Dreiviertelstunde erwartet. ALICATE mögen offensichtlich die 80er und insbesondere ihre Landsmänner EUROPE. Klassischer Hard Rock mit mal mehr, mal weniger präsenten Keys, hauptsächlich im Midtempo gehalten und einem Sänger mit einer recht ordentlichen Reibeisenröhre. Die Songs unterschreiten qualitativ nie ein gewisses Niveau, reißen den Hörer aber auch nur selten wirklich vom Hocker. Richtig gut kommen die klassischen Einflüsse, wie etwa im Intro und seinem pompösen Übergang in den ersten richtigen Track, „Blame“. Die Refrains sind meist gelungen und schön eingängig, aber auch nicht in der Art, dass man nach Durchlauf der Scheibe vor lauter Ohrwürmern kirre wird. Dafür fehlt es zumeist an den wirklich ganz großen Hooklines. Gelungen und für gut befunden sind jedenfalls Tracks wie das rockige, AOR-hafte „Built On Dreams“ inklusive netter Leads und hervorragendem Solo, das sehr 80er-mäßige und mit etwas dominanteren Keys ausgestattete „Hello“ sowie das knackige, endlich mal etwas härtere „Ain’t The Place To Be“. Auch die obligatorische Ballade kann überzeugen: „Until The End“ ist einerseits zwar etwas schablonenhaft, lässt die Vocals und die klassischen Einflüsse aber richtig gut zur Geltung kommen und steigert sich gegen Ende. Der Closer „Farewell“ ist der „ungewöhnlichste“ Track und deshalb vielleicht auch der beste. Einerseits sehr eingängig, andererseits mit einem sehr melancholischen Vibe versehen, bezieht der Song seinen Reiz aus seiner wunderbaren Atmosphäre und den langsamen, sehnsüchtig klingenden Gitarren.

„World Of Anger“ ist leider kein Hard-Rock-Hitalbum, aber zumindest solide Kost, die keinen Hard-Rock-/AOR-Fan abschrecken sollte. Nicht mehr, nicht weniger.

16.11.2009

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