Alvenrad - Habitat

Review

Galerie mit 9 Bildern: Alvenrad live in Oberhausen, 29.04.2017

Das Bandfoto des niederländischen Duos ALVENRAD deutet bereits den Pfad an, den sie auf ihrem Debütalbum „Habitat“ beschreiten: In cooler Pose mit den Ästen eines Baumes in der Hand irgendwo in der Natur abgelichtet, trägt einer der beiden Protagonisten ein JETHRO TULL-Shirt, der andere eines des angeschwärzten norwegischen Folk-/Viking-Metal-Projekts MYRKGRAV.

Und dieser Zwiespalt aus klassischem (Folk/Prog) Rock und zwar immer noch folkigen, aber deutlich extremeren Gefilden findet sich eben auch auf „Habitat“: Zwischen klassischem Folk Rock mit Flöten und Akustikgitarren, aber auch mit teils massivem Synthesizer-Einsatz und härteren, extremeren Parts inklusive Grunts und entsprechendem Riffing bewegen sich ALVENRAD auf ihrem Debüt, das damit einiges an Abwechslung und vor allem Unvorhersehbarkeit bietet, zumal das Duo nicht nur Genregrößen zitiert, sondern auch eigene Ansätze hervorzubringen weiß.

So steigen ALVENRAD erstmal mit den beiden rockigeren Songs „Woudakoestiek“ und „Zwartwildernis“ ein, bevor „Verweven Klauwen“ zum ersten Mal Screams, schnelleres Riffing und im Mittelteil sogar ein paar BORKNAGAR’sche Anteile in das Album einbaut. „1911“ ist dann ein ziemliches Brett, das mit Melodic-Death-Riffing und Geblaste einsteigt; „O Patrones“ überzeugt im Anschluss mit an WINDIR erinnernden Melodien, einem ruhigen Piano, das über die Rock-Instrumentierung gelegt wird, und einem Schlussteil zum Niederknien, bevor „Foreest In Tweelicht“ mit (Melodic-)Black-Metal-Riffing beginnt und schließlich zu einem fetzigen Classic-Rock-Song übergeht. Die überwiegend akustische Halbballade „Ondermaans“ bildet schließlich den Abschluss und kann „Habitat“ zwar emotional schön abrunden, wirkt aber im Kontext des Albums, das auf teils wirklich abgedrehte Weise zwischen Härte und Einfühlsamkeit, zwischen Extreme Metal und Classic Rock pendelt, fast ein bisschen zu „normal“.

Wie gesagt: Abwechslung haben ALVENRAD zu bieten und eine der großen Stärken von „Habitat“ ist, dass das Album so unvorhersehbar ist, wie man anno 2014 wohl sein kann, ohne Porngrind mit Schlagern zu mischen. Allerdings hat das auch eine kleine Schattenseite, denn letztlich wirkt das Album an der einen oder anderen Stelle ein wenig zerfahren. Zwar schaffen es die beiden Niederländer über weite Teile, die verschiedenen Elemente ihres Sounds, so verschieden sie auch sein mögen, ordentlich miteinander zu verweben und zu funktionierenden Songs zu bauen, aber hier und dort wirkt das Material von „Habitat“ dann eben doch nach Holzhammerbauweise.

Das fügt dem positiven Gesamteindruck keinen großartigen Schaden zu, es sorgt aber dafür, dass „Habitat“ eben „nur“ als gutes, weniger als überragendes Album einzuordnen ist. Schade – viel hat nicht gefehlt.

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04.04.2014

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