Amenra - Live

Review

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Die belgischen Düster-Metaller AMENRA legen mit dem schlicht „Live“ betitelten Album ihr erstes Live-Dokument vor. In der fast 72-minütigen Tracklist finden sich Songs der Konzerte in Athen am 7. März und im belgischen Stadsschouwburg am 23. Oktober 2009 sowie in Den Bosch am 7. November 2010. Die Setlist bedient sich zum größten Teil bei den beiden Releases „Mass III“ und „Mass IIII“. Und mit großem Entsetzen musste ich im Vorfeld feststellen, dass wir noch kein einziges der mittlerweile fünf Studioalben der Band rezensiert haben. Asche auf unsere Häupter!

Nach düsterem Intro beginnt der Songhybrid „De Dodenakker – Némelèndèlle“ mit einer bedrohlichen, minimalistischen Gitarrenmelodie. Zeitgleich mit einem Tempowechsel erfolgt dann der Einstieg der gesamten Band – zäh und brachial lärmen AMENRA in der Folge aus den Boxen. Lediglich beim Übergang in das verkürzte „Némelèndèlle“ gibt es etwas Zeit zum Verschnaufen. Ansonsten regiert vertonte Finsternis, die sich konkret in tonnenschweren Düster-Riffs und dem heißeren Endzeit-Gebrüll des Fronters Colin van Eeckhout manifestiert. Das folgende „Your Shapeless Pain“ bietet dann etwas mehr Abwechslung, das anschwellende Gitarrenintro mündet im ruppig-dissonanten Anfangsriff, bevor der Track mit einem ruhigen und ausladenden Mittelteil zunächst zur Ruhe kommt, um dann in den letzten Minuten wieder die typische Weltuntergangs-Stimmung zu verbreiten. Beim 15-minütigen „Aorte – Ritual“ überrascht der Frontmann dann anfangs mit sehr feinfühligem Clean-Gesang, bevor der Song nach einigen Minuten seinen ersten Ausbruch erfährt. Im Anschluss folgt ein ausschweifender Überleitungsteil, bevor es nach über 13 Minuten wieder härter zu Werke geht.

Lob hat sicherlich der Sound verdient, für den Hein Devos und Billy Anderson (u.a. NEUROSIS, AGALLOCH) verantwortlich zeichnen. Die sehr erdige und rohe Abmischung steht den Songs auf jeden Fall sehr gut zu Gesicht. Abzüge gibt es für die teilweise etwas wackelige spielerische Leistung der fünf Herrschaften. So agiert vor allem Schlagzeuger Bjorn Lebon nicht immer gänzlich rhythmusfest, was in der ein oder anderen metrischen Schwankung resultiert. Hier gilt für mich nach wie vor die Faustregel: Wer mit Tempowechseln und schiefen Takten hantiert, muss sowas dann auch mit gehobener Tightness aufs Parkett zaubern.

Der atmosphärischen Wirkung der Songs tut dies am Ende keinen Abbruch. Tracks wie das elegische „Némelèndèlle“ oder das fulminant lospreschende „Am Kreuz“ liefern auf überzeugende Art und Weise Zeugnis davon, was AMENRA live für eine Hypnotik zu erzeugen im Stande sind. Für Fans ist dieses Live-Album ein absoluter Pflichtkauf – allen anderen, die noch unentschlossen sind, sei folgendes Video ans Herz gelegt:

29.11.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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1 Kommentar zu Amenra - Live

  1. Anton Kostudis sagt:

    So…jetzt auch mit Video.