Amenra - Mass V

Review

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Das fünfte Studioalbum der belgischen Düster-Metaller bietet die erwartet schwere Kost. Die vier überlangen Tracks ergeben eine Spielzeit von etwas mehr als vierzig Minuten und bieten größtenteils sparsam-bedrohliche Melodien, düstere Atmosphäre und Untergangsstimmung. Die unterschwellig progressiven, zähen Kompositionen lassen sofort Erinnerungen an NEUROSIS wach werden. Zudem erscheint die Scheibe über Neurot Recordings – das Haus-Label von Scott Kelly & Co.

Der Opener „Dearborn And Buried“ beginnt mit einer einsamen Clean-Gitarre und versprüht gleich zu Beginn unheilsames Flair. Nach kurzem Intro erfolgt ein kraftvoller Einstieg mit schroffen Gitarren und dem heißeren Gebrüll von Frontmann Colin H van Eeckhout. Genauso beklemmend wie dessen barsches Gekeife sind die im Mittelteil geschickt eingewobenen, orientalisch anmutenden Clean-Gesänge. Gegen Ende des Tracks wird dann das Tempo nochmals gedrosselt, hier bewegt man sich fast schon in Drone- und Ambient-Gefilden.

Das folgende „Boden“ beginnt eher verhalten, hier stehen zu Beginn die typisch minimalistisch-dissonanten Clean-Gitarren im Vordergrund. Genau nach zweieinhalb Minuten folgt dann ein fieses Gitarrenriff, welches die Gehörgänge ordentlich freischaufelt. Der Mittelteil wird dominiert von dürftigen Drums und Sprechgesang, bevor beim Finale nochmals die Abrissbirne geschwungen wird. Der längste Track „A Mon Ame“ tendiert etwas deutlicher in Richtung Postrock, der Anteil von cleanen Gitarren und melodischen Elementen ist erstaunlich hoch. Wähnt man sich dann in der Annahme, die Belgier wollten gar eine positive Stimmung vermitteln, wird dieser Eindruck von hypnotischem Geflüster und dem rüden Endpart wieder weggewischt. Beim abschließenden „Nowena | 9.10“ darf dann auch nochmal Scott Kelly mitwirken – was die Sache für das Seelenheil des Hörers nicht unbedingt besser macht.

AMENRA haben nach langer Wartezeit ein überzeugendes Album abgeliefert. Den Belgiern geht es weniger um ausgeklügeltes Songwriting, sondern um finstere Atmosphäre. Und was der Fünfer in dieser Hinsicht auf „Mass V“ zelebriert, ist wirklich beeindruckend und von vielen anderen Bands unerreicht. Zudem steht die unaufdringliche, aber sehr organische Produktion den Tracks wirklich gut zu Gesicht. Und so bietet die Scheibe trotz der recht simpel gestrickten Songs am Ende ein sehr vielschichtiges Hörerlebnis.

06.01.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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