Ancient Existence - Ancient Existence

Review

Hannover ist metalmäßig wirklich ein totes Pflaster. Zumindestens scheint es so, wenn man sich die Entwicklung der dortigen Szene ansieht. Kaum Konzerte und wenige Bands, die etwas auf die Beine stellen könnten. Ein Lichtstrahl am trüben Winterhimmel sind glücklicherweise Ancient Existence, die mich sofort in ihren Bann ziehen konnten. Gleich bei den ersten Klängen der Scheibe wird klar, dass es sich hierbei um Death Metal handelt. Unverkennbar ist natürlich der Sänger, dessen Organ der Beschreibung „totes Schwein“ schon am nächsten ist. Dies ist aber keinesfalls negativ gemeint – im Gegenteil! Die Vocals sind zu 99% so bemerkenswert tief und grunzig, dass man schon alleine vom Zuhören Halsschmerzen bekommt. Die Musik befindet sich meistens im midtempo bis schnellen Death-Metal-Bereich und ist immer sehr sauber und eingängig gespielt. Dass stundenlanges Rumgebolze aber auf die Dauer langweilig ist, wissen auch die fünf Hannoveraner und deshalb ließen sie an passenden Stellen sehr gelungene Akustik-Elemente einfließen. Diese äußern sich in stimmungsvollen Gitarren, die Charme und Schönheit vermitteln, ohne aber die Aggressivität der Death-Metal-Elemente zu zerstören. Da hat man sich wirklich Gedanken gemacht, wie eine sinnvolle Verknüpfung aussehen muss. Dann geht es aber auch sogleich mit einer herben Knüppelattacke weiter. So ist z.B. der Song „It Ought To Be Withered“ aufgebaut. Erst süße Melodie und plötzlich wird der Hörer mit dem lieblichen Trällern des Sängers geweckt! ;D Obwohl das Album aus vielen Gegensätzen, Tempowechseln und Stimmungsverlagerungen besteht, kann man nichtsdestotrotz einen Roten Faden erkennen. Dieser zieht sich durch das komplette Werk. Dazu tragen, nebst Gesang, selbstverständlich auch die Instrumente bei, die stets auf einem gleichen Level sind und gut miteinander harmonieren. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass die Jungs bald einen Nachfolger unters Volk bringen werden. Diejenigen, die ihre aktuelle Scheibe jedoch noch nicht kennen, sollten sie unbedingt antesten. Es lohnt sich!

05.02.2003

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3 Kommentare zu Ancient Existence - Ancient Existence

  1. him sagt:

    Die Scheibe ist ein gelungener Einstieg in die große Kampf-Arena der Demo-VÖs… dem Gewinner winkt ein Plattendeal. Allerdings ist gerade das stetige Midtempo und das fast schon doomige Riffing ein Anlass zu Kritik, da einen nach den 20 Minuten das Gefühl beschleicht, dem Treiben nach spätestens 10 Minuten nichts Neues mehr entnommen zu haben… Ein bisschen mehr frischer Wind – wie die ansatzweisen akkustischen Intermezzi – oder eine rockigere Thermik hätten der Platte eher zu einem Höhenflug verhelfen können. – Positiv ist übrigens noch anzumerken, dass sämtliche Songs in voller Schönheit auf der HP frei zum Download stehen! Absolut bemerkenswerte Ausnahme für ein mühsam finanziertes Studio-Demo!

    6/10
  2. anonymus sagt:

    Ein fieses (aber doch eher belustigendes) Gegrunze, ein paar schöne Melodien, aber zuwenig Ideen und Abwechslung. Trotzdem ganz ok…

    7/10
  3. crippled fluffy catcat sagt:

    sehr nett. das gefolterte schwein hätte man, zugunsten der musik, doch etwas mehr in den hintergrund stellen können…

    6/10