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Soundcheck Juni 2026# 18
AXEMASTER nennen ihre neue Scheibe „Of Beasts And Plagues“ und das Cover ziert der vermutlich digitale Spross eines Lindwurms und eines Drachen. Das ist zwar nicht originell, aber immerhin wagen die Herren nichts in Richtung aufrütteln oder so.
Die Musik auf der ersten Veröffentlichung seit „Crawling Chaos“ aus dem Jahr 2017 ist meist stampfender, recht roh produzierter US-Metal. Gitarrist, einziges verbleibendes Gründungsmitglied und daher wohl Chef Joe Sims rifft bevorzugt im Midtempo. Das elektrisiert nicht eben, geht aber ganz solide in den Nacken. Und immerhin gibt es keine Experimente in Richtung Kunst oder so. (Allein der schwierige Chor in „Danse Macabre“ zuckt minimal in diese Richtung.)
„Of Beats And Plagues“ vermeidet Überraschungen
Mitunter streifen AXEMASTER den Thrash, so in „Kissed With A Fist“, dem packendsten Stück des Werkes. Das Tempo ziehen sie dabei nur moderat an und so richtig SLAYER-böse oder HEATHEN-elegant bzw. FLOTSAM-AND-JETSAM-packend wird „Of Beasts And Plagues“ zu keinem Moment. Aber immerhin gibt es keine unmotivierten Double-Bass-Belästigungen oder akustischen Anmaßungen von Berufsjugendlichkeit.
Insgesamt dominiert in der Musik eine schleppende, dunkle Grundstimmung. Die sorgt dafür, dass Gevatter Doom einen Fuß in der Tür zu „Of Beasts And Plagues“ hat. Die erhabene Wucht der Genre-Granden erreichen AXEMASTER zwar nicht. Dafür fehlt ihren Riffs das Monumentale und sind sie auch zu stark beim klassischen US-Metal in der Pflicht. Aber immerhin gibt es keinen Viertelstunden-Song, der mit einem Riff das Ende der Welt durch Bedeutungsschwangerschaft herbeizitiert. Oder so.
AXEMASTER verdienen Respekt
Der neue Sänger Geoff McGraw intoniert in mittlerer Stimmlage, rau, aber doch recht melodisch und verständlich. Damit fehlt es ihm zwar an – Indexbegriff: Eigenständigkeit – und Gänsehaut verursacht sein Vortrag ebenso wenig. Aber immerhin auch nicht die schlechte Fremdscham- oder Fingernagel-Tafel-Variante.
Fazit: Joe Sims und AXEMASTER ziehen ihr Ding mit Pausen seit 1983 durch. Das ist für eine kleine Band sehr respektabel. Ihre Musik mag auch 2026 nicht für Herzrasen sorgen oder für eine Weltkarriere. Die Grundfesten des Metal zeigen sich nach Konfrontation mit „Of Beasts And Plagues“ unerschüttert. Aber immerhin fallen die US-Amerikaner in keiner Genre-Playlist und auf keinem einschlägigen Festival negativ auf. Sie repräsentieren das Genre würdig. Und das ist schon einiges Wert.

Marek Protzak
Axemaster - Of Beasts And Plagues



























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